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«Habe mich in Biel gut eingelebt»

Pascal
Spalinger
02.03.25 - 07:00 Uhr
Schweiz und Welt
Herrli
Martina Herrli möchte an der EM in Osijek brillieren.

DZ: Martina Herrli, Sie wohnen und trainieren nun in Biel. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Entwicklung?

Martina Herrli: Ich bin sogar sehr zufrieden. Ich konnte in den letzten Monaten an ­einigen internationalen Wettkämpfen teilnehmen und habe in Luxemburg ­sogar gewonnen. Eben sind wir von einem Wettkampf in München (D) zurückgekommen, und nun bereite ich mich intensiv auf die bevorstehende Luftgewehr-Europameisterschaft vom 1. bis 7. März in Osijek (Kroatien) vor.

Sie leben, arbeiten und trainieren nun in Biel. Wie schwierig war es, von ­Davos wegzugehen?

Es war für mich sicher keine einfache Entscheidung, aber die logische Konsequenz der neuen Kadereinteilung: Ich wurde ins Nationale Leistungszentrum hochgestuft, das sich in Biel befindet. Es war für mich schwierig, aus den Bergen an den Jura-Südfuss zu ziehen und die Familie zu verlassen. Mittlerweile habe ich mich aber sehr gut in Biel eingelebt.

Wie sieht Ihr Alltag in Biel nun aus?

Ich trainiere den halben Tag in einer gemischten Trainingsgruppe, die aus acht Juniorinnen und einem Junior besteht. Unsere Wohngemeinschaft befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Trainingsge­lände, was sehr praktisch ist. An den anderen Halbtagen versuche ich, so viel es geht, zu arbeiten. Es ist jedoch gar nicht so einfach, etwas Passendes zu finden, da ich immer wieder wegen den Wettkämpfen oder ­Trainingslagern abwesend bin. Da bin ich umso dankbarer für jene grosse Unter­stützung, die ich während meiner Lehrzeit in der Zahnarztpraxis Dr. Bader geniessen durfte. In meiner raren Freizeit gehe ich gerne zum Entspannen an den Bielersee.

Sie erwähnen, dass Sie auf der Suche nach zusätzlicher finanzieller Unterstützung sind. Was macht den Schiesssport denn so teuer?

Es kommt halt einfach vieles zusammen. Zum Beispiel schiessen wir im Training sehr viel, und Kleinkaliber-Munition kostet ziemlich viel. Zudem müssen wir unsere Schiessbekleidung jährlich wechseln, was auch etwa 1500 Franken kostet, Tendenz steigend. Und nicht zuletzt kostet auch das Reisen zu den Wettkämpfen einiges. Ich reise zwar wenn immer möglich mit dem Zug an. Doch manchmal geht es einfach nicht, zum Beispiel, wenn ich sehr viel Gepäck dabei habe.

Sie haben sich für die Luftgewehr-Europameisterschaft in Osijek qualifiziert. Wie stolz sind Sie darauf?

Für mich geht damit ein Traum in Er­füllung, und ich habe ein grosses Ziel ­erreicht. Es ist immer cool, die Schweiz an internationalen Wettkämpfen ver­treten zu dürfen. Ich konnte schon einmal an einer EM teilnehmen, war damals aber sehr nervös und konnte nicht meine beste Leistung abrufen. Ich hoffe, dass es mir diesmal besser laufen wird.

Welche Chancen rechnen Sie sich dort aus?

Ich gehe davon aus, dass auf sehr hohem Niveau geschossen wird. Ich habe ja zwar wie erwähnt einen Wettkampf in Luxemburg gewinnen können, doch an einer Europameisterschaft geht es um mehr als an einem «normalen» Wettkampf. Ich werde einfach versuchen, mein Bestes zu geben. Ob es dann zu einem Spitzen­resultat oder sogar zu einem Medaillengewinn reicht, werden wir sehen.

Was geschieht nun noch bis zur EM?

Die letzten drei Wochen waren sehr ­intensiv, da wir uns im Training voll auf die EM konzentriert hatten – unter anderem mit Trainingslagern in Magglingen. 

Welche Ziele und Träume hegen Sie für die Zukunft?

In zwei Jahren werde ich von den Juniorinnen zu der Elite wechseln. Dort möchte ich von Anfang an mithalten können, auch wenn das Niveau noch einmal um einiges höher ist als beim Nachwuchs. Und ich möchte auf Juniorenstufe noch möglichst viele Erfolge feiern können.

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