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Sieben Niederlagen für den FCZ aus den letzten acht Spielen

Der FC Zürich schlittert weiter in die Krise. In Lausanne setzt es im ersten Spiel unter Interimstrainer Carlos Bernegger eine 0:3-Niederlage ab. Es ist die siebte Pleite aus den letzten acht Spielen.

Agentur
sda
26.04.26 - 13:34 Uhr
Fussball
Hängende Köpfe beim FCZ nach einer neuerlichen Niederlage in Lausanne
Hängende Köpfe beim FCZ nach einer neuerlichen Niederlage in Lausanne
KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Als das Spiel abgepfiffen ist, drischt Lindrit Kamberi den Ball mit der Hand wuchtig in den Lausanner Abendhimmel. Der Zürcher Verteidiger tut dies mit einer Vehemenz, die er und seine Teamkollegen in den vorangegangenen 90 Spielminuten komplett vermissen liessen. Nach einem blutleeren Auftritt der Gäste stand es bereits zur Pause 3:0 für die gastgebenden Lausanner.

Carlos Berneggers Personalrochaden fruchteten nicht - im Gegenteil. Der Interimstrainer schenkte im ersten Spiel unter seiner Führung Yanick Brecher das Vertrauen zwischen den Pfosten und gab dem langjährigen Stammgoalie, der seinen Status als Nummer 1 unter Denis Hediger an den zwölf Jahre jüngeren Silas Huber abtreten musste, auch gleich die Captainbinde.

«Im Training eine andere Mannschaft»

Brecher erlebte eine frustrierende Rückkehr auf den Platz. Er zeigte zwar einige gute Paraden. Doch das vorentscheidende zweite Gegentor hatte seinen Ursprung in einem Missverständnis zwischen ihm und dem jungen Innenverteidiger David Vujevic. Ein Spiegelbild der kompletten Saison war dann der dritte Gegentreffer. Vujevic, erst 19-jährig, lenkte einen eigentlich harmlosen Weitschuss von Jamie Roche unglücklich ins eigene Tor ab.

«Wir waren in allen Bereichen nicht gut. Es ist unerklärlich und schwierig, die richtigen Worte zu finden», sagte Yanick Brecher nach dem Spiel gegenüber SRF. Dabei habe man in den letzten zwei Wochen im Training eine andere Mannschaft gesehen. «Da war Feuer und Leben drin», so Brecher. «Heute haben wir es von der ersten Minute an nicht auf den Platz gebracht. Wir müssen uns alle an der eigenen Nase nehmen.»

Ins gleiche Horn stiess Interimstrainer Carlos Bernegger: «Wir haben unsere Fans einmal mehr enttäuscht. Wir müssen das Spiel nun gut verarbeiten und richtig analysieren. Es ist wichtig, dass wir seriös weiterarbeiten und fokussiert bleiben.» Schliesslich sei der Abstand zu den Grasshoppers immer noch der gleiche.

Nach wie vor ein beruhigendes Polster

Dass mit GC auch der Stadtrivale verloren hat und man auf den direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt nach wie vor ein Polster von sieben Punkten hat, ist die einzig gute Nachricht für den FCZ, der trotz der siebten Niederlage aus den letzten acht Spielen nach wie vor die Nummer 1 im Kanton Zürich ist - auf dem drittletzten Platz der Super League.

Yanick Brecher formulierte es treffend: «Wir haben noch vier Spiele, um die Saison sauber zu Ende zu bringen.» Das muss das Ziel sein für Interimstrainer Carlos Bernegger, der im Sommer für Marcel Koller Platz macht. Am Samstag gastiert der FCZ auf der Schützenwiese in Winterthur. Bleibt für alle, die es mit dem Stadtzürcher Klub halten, zu hoffen, dass die Energie nicht erst nach Schlusspfiff frei wird.

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