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UEFA hält an Zuschauerplänen fest

UEFA hält an Zuschauerplänen fest

Die UEFA hält an ihren Plänen zu der umstrittenen Zuschauerzulassung bei der EM fest. Man halte sich an die Bestimmungen der lokalen Behörden, heisst es von Seiten des EM-Organisators.

Agentur
sda
vor 3 Monaten in
Fussball
Schon im Achtelfinal zwischen England und Deutschland war das Wembley gut gefüllt, für die Halbfinals und den Final wird die Kapazität nochmals erhöht
Schon im Achtelfinal zwischen England und Deutschland war das Wembley gut gefüllt, für die Halbfinals und den Final wird die Kapazität nochmals erhöht
KEYSTONE/AP/Justin Tallis

Die Massnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie seien an jedem Spielort vollständig mit den Regularien der zuständigen lokalen Gesundheitsbehörden abgestimmt, teilte die UEFA am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Der finale Entscheid über die Anzahl der zugelassenen Zuschauer bei den Spielen und die Einreisebestimmungen liege im Verantwortungsbereich der lokalen Behörden - die UEFA folge diesen.

Am Freitag beim Viertelfinal zwischen der Schweiz und Spanien dürfen in St. Petersburg, einem derzeitigen Corona-Hotspot in Europa, über 30'000 Zuschauer ins Stadion, das damit zu 50 Prozent ausgelastet wäre. Die lokalen Organisatoren befanden eine Verschärfung der Massnahmen für «nicht nötig». Zahlen aus Schottland hatten zuletzt 2000 Corona-Fälle mit dem Spiel zwischen der Schotten gegen England in London in Zusammenhang gebracht.

«Es ist nicht völlig auszuschliessen, dass Veranstaltungen und Versammlungen letztlich zu einer lokalen Erhöhung der Fallzahlen führen könnten», sagte Daniel Koch, der frühere BAG-Experte und medizinische Berater der UEFA. «Aber dies würde nicht nur für Fussballspiele gelten, sondern auch für alle Situationen, die nun im Rahmen der von den zuständigen örtlichen Behörden beschlossenen Lockerungsmassnahmen erlaubt sind.» Die europaweiten Impfkampagnen und Grenzkontrollen würden «dazu beitragen, dass in Europa keine neue grosse Welle startet und die jeweiligen Gesundheitssysteme unter Druck setzt, wie dies bei den vorherigen Infektionswellen der Fall war».

Forderungen in Rom

In Italien wurden vor dem Viertelfinal zwischen England und der Ukraine am Samstag in Rom Forderungen nach strengeren Kontrollen laut. Die fünftägige Quarantäne nach Einreise für die englischen Fans müsse strikt überwacht werden, sagte der Staatssekretär des Gesundheitsministeriums, Pierpaolo Sileri, im Interview der Zeitung «Corriere della Sera». Er schlage vor, gezielt an den Stadioneingängen zu prüfen, wann ein Fan nach Italien eingereist sei.

Da sich England erst am Dienstag für den Viertelfinal qualifiziert hat, ist es für von der Insel kommende Fussballfans nicht möglich, die Quarantäne-Bestimmung einzuhalten. Bei der Rückreise müssten sie zudem ebenfalls für zehn Tage in Isolation. Der britische Verband, der im Vorfeld ein Kontingent von 2560 Tickets zugeteilt bekommen hatte, versucht nun, die Eintritte an in Italien lebende England-Fans zu vermitteln.

Kritik aus München

In den letzten Tagen war angesichts der sich stark verbreitenden Delta-Variante die Kritik an der UEFA grösser geworden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder etwa sagte vor dem Viertelfinal zwischen Belgien und Italien am Freitag in München: «Das, was die UEFA jetzt macht, ist für mich nicht akzeptabel, dass einfach irgendwelche Zuschauerzahlen so imaginär erhöht werden, ohne Sinn und Zweck, dass dann sozusagen durch ganz Europa hier die Möglichkeit von Verbreitung besteht.»

Im stark von der Delta-Variante betroffenen London waren für den Achtelfinal gegen Deutschland über 40'000 Zuschauer zugelassen. Für die beiden Halbfinals und den Final sollen 60'000 ins Wembley gehen dürfen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO forderte eine bessere Überwachung des Zuschauerverkehrs. Auf die Frage, ob das Turnier zum Superspreader-Event werden können, sagte der Europa-Direktor der WHO: «Ich hoffe nicht, aber ich kann es nicht ausschliessen.»

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