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Fussballerische Feinkost mit geopolitischer Brisanz

Fussballerische Feinkost mit geopolitischer Brisanz

Paris Saint-Germain gegen Manchester City: Der zweite Halbfinal in der Champions League verspricht fussballerische Feinkost. Das Duell ist aber auch ein Kräftemessen zweier verfeindeter Emirate.

Agentur
sda
vor 2 Wochen in
Fussball

Für einmal stand Nasser Al-Khelaifi nicht im Zentrum eines Shitstorms. Im Gegensatz zu Manchester City gehört sein Klub Paris Saint-Germain nicht zu den Gründungsmitgliedern der European Super League, die letzte Woche mit ihrem kurz darauf geplatzten Alleingang den Zorn der Fussballwelt auf sich zogen. Aber eigentlich ticken PSG und Manchester City gleich: Beide kaufen sich mit Geldern von potenten Investoren aus der Golfregion den Erfolg - die Franzosen mit der Beteiligungsfirma Qatar Sport Investments von Klubpräsident Al-Khelaifi, die Engländer mit der Abu Dhabi United Group. Wobei die anhaltenden Spannungen zwischen den beiden verfeindeten Emiraten einiges an Brisanz ins sportliche Aufeinandertreffen bringen.

Während PSG und Manchester City national Trophäen anhäufen, haben sich die kostspieligen Investitionen auf der europäischen Bühne noch nicht ausbezahlt. Manchester City gewann mit Trainer Pep Guardiola neun Titel in England, kam in der Champions League aber vor dieser Saison nie über die Viertelfinals hinaus. PSG schaffte es in der Vorsaison im neunten Jahr unter Al-Khelaifi zum ersten Mal in den Final, verlor diesen aber gegen Bayern München.

Mauricio Pochettino soll bei den Parisern vollbringen, woran der entlassene Vorgänger Thomas Tuchel knapp gescheitert ist. Dabei scheint es, als stünden die Chancen für den Sieger des von den Kritikern als «Cashico», «Golfico» oder «Abu Derby» betitelten Duells gut. Real Madrid und Chelsea, die beiden anderen Halbfinalisten, haben im bisherigen Saisonverlauf nur phasenweise überzeugt.

Manchester City ist der nationalen Konkurrenz entrückt und steht in der Premier League kurz vor dem Gewinn der dritten Meisterschaft in den letzten vier Jahren. Paris Saint-Germain tut sich in Frankreich zwar schwer, dies aber auch deshalb, weil Stars wie Neymar ihre Kräfte für die Champions League bündeln.

Am Mittwoch treten sowohl PSG als auch Manchester City personell wohl im Vollbesitz ihrer Kräfte an. Einzig hinter dem Einsatz des erst vor kurzem ins Training zurückgekehrten PSG-Captains Marquinhos stand am Vortag noch ein kleines Fragezeichen. Die Pariser Doppelspitze mit Neymar und Kylian Mbappé ist gesetzt.

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