×

Yann Sommer hatte bei den Penaltys von Ramos eine Ahnung

Die Schweiz muss gegen Spanien spät das 1:1 hinnehmen. Doch es ist ein Gegentor mit kleinem Frustpotenzial, auch weil Yann Sommer mit zwei Penalty-Paraden gegen Sergio Ramos glänzt.

Agentur
sda
Sonntag, 15. November 2020, 02:40 Uhr Fussball

Für einmal hielt sich der Ärger über einen in den Schlussminuten entglittenen Sieg in engen Grenzen. «Auf diese Mannschaft ist man stolz - muss man stolz sein», sagte Nationalcoach Vladimir Petkovic nach dem 1:1 der Schweiz gegen Spanien im SRF-Interview, begleitet von einer Reihe lobender Worte an die Adresse seiner Schützlinge.

Zwar ist die Schweiz im laufenden Jahr weiter sieglos, sie zeigte gegen die Spanier aber in der Tat viel Gutes und wahrte sich mit dem Remis die Chance auf den Verbleib in der höchsten Liga. In der ersten Halbzeit vollendete Remo Freuler Kombination über acht Stationen mit einer wunderschönen Direktabnahme ins entfernte hohe Toreck. Zugleich liessen die Schweizer hinten 45 Minuten lang wenig zu, obwohl mit Silvan Widmer der formstarke Aussenläufer auf der rechten Seite wegen eines positiven Corona-Befunds kurzfristig ausfiel. Nach der Pause nahm der Druck der Gäste zu, doch weitere 44 Minuten liessen die Schweizer keinen Gegentreffer zu. Erst kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit kassierten sie in Unterzahl den Ausgleich.

Sergio Ramos durchschaut

Yann Sommer schaffte mit den gehaltenen Penaltys von Sergio Ramos etwas, was vor ihm noch keinem gelungen ist. Der Nationalgoalie, der zuvor in 57 Länderspielen keinen einzigen Penalty pariert hatte, entschied sich gegen Real Madrids Penalty-Vollstrecker vom Dienst zweimal für die richtige Ecke; beide Male schoss ihm Ramos rechts unten in oder an die Arme. Nur dreimal war der Spanier bis dahin in seiner langen Karriere vom Penaltypunkt nicht erfolgreich gewesen, die letzten 23 Versuche hatte er versenkt.

«Yann wird diesen Abend nicht so schnell vergessen», meinte Captain Granit Xhaka. Sommer selbst, dem in der Anfangsphase ein harmloser Ball noch aus den Händen flutschte, auf den nach den Unsicherheiten in den letzten Wochen ansonsten aber wieder Verlass war, verriet: «Da wir in der Champions League mit Mönchengladbach auch gegen ihn spielen, habe ich mich mit seinen Penaltys schon befasst.»

Ohnehin habe man sehr vieles richtig gemacht an diesem Abend, befand Sommer. «Wir kämpften gut und standen kompakt. Schade, dass wir es nicht ganz durchgezogen haben. Dass ein Gegner wie Spanier zu Chancen kommt, ist aber immer möglich. Es ist trotzdem ein guter Abend für uns.»

Auch dank Sommers Paraden kann sich die Schweiz nun am kommenden Dienstag in Luzern gegen die Ukraine in der höchsten Liga halten. Dafür muss sie in Abwesenheit des gesperrten Nico Elvedi ihren ersten Sieg in diesem Jahr einfahren. Gefordert ist ein 1:0, ein 2:1 oder ein Sieg mit mehr als einem Tor Unterschied. Xhakas Bereitschaft hörte sich so an: «Das erste Ziel ist abgehakt. Nun folgt der Final gegen die Ukraine.»

Kommentar schreiben

Kommentar senden