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Umweg soll nächster Karriereschub werden

Für den Schmerkner Dominik Schwizer ist der Leihtransfer vom FC Thun zum FC Vaduz in die Challenge League eine neue Chance.

Bernhard
Camenisch
Montag, 08. Juli 2019, 11:55 Uhr Fussball
Hat sich mit der neuen Situation schnell angefreundet: In Vaduz kann sich Dominik Schwizer wieder für die Rückkehr in die Super League empfehlen.Bild: Bernhard Camenisch

Es ist nicht der Wechsel ins Ausland, von dem Dominik Schwizer geträumt hat. Und fussballerisch zählt das Fürstentum Liechtenstein ja ohnehin zur Schweiz. Die Hauptstadt des «Ländles» ist die neue sportliche Heimat des 23-Jährigen. Seit Anfang Juli steht er im Kader des FC Vaduz. Geplant war dies zwar nicht, es ist aber kein Grund zum Hadern. Im Gegenteil: «Das ist eine super Lösung für mich und der richtige Weg», sagt Schwizer.

Er hat sich mit der neuen Situation schnell angefreundet. Der erste Moment war trotzdem hart, jener Moment vor eineinhalb Monaten: Am Tag vor dem letzten Spiel der zurückliegenden Saison hatten Marc Schneider, Trainer des FC Thun, und Sportchef Andreas Gerber den Schmerkner zum Gespräch gebeten. «Sie teilten mir mit, dass ich in der neuen Saison wohl nicht wesentlich mehr Einsatzzeit bekommen würde und eine Ausleihe deshalb das Beste wäre», erzählt Schwizer. Er sah dies ein und stimmte zu.

Verlobung in den Ferien

Der FC Thun und Schwizers Berater schauten sich nach dem Saisonende nach der besten Möglichkeit für den Offensivspieler um. Schwizer selbst genoss währendessen auf Santorin und dann noch eine Woche in Italien die Zeit mit seiner Freundin. Mehr noch: Während der Ferien verlobten sich die beiden. Es verwundert deshalb nicht, wenn der Fussballprofi sagt: «Es fiel mir nicht schwer, in den Ferien vom Fussball abzuschalten.»

Wieder zurück, zeichnete sich bald einmal das Arrangement mit dem FC Vaduz ab. Für die kommende Saison ist Schwizer nun an die Liechtensteiner ausgeliehen. Sein bis im Sommer 2021 laufender Vertrag mit dem FC Thun behält aber seine Gültigkeit. Schwizer ist Trainer Schneider und Sportchef Gerber dankbar dafür, dass sie so offen und ehrlich zu ihm waren. «Ich hätte bleiben können, aber so ist es im Moment besser», sagt er. «Von der Liga her ist es ein Schritt zurück. Es können aber auch zwei Schritte nach vorne werden.»

Vaduz hat nun einen Flügelspieler in seinen Reihen, der in der vergangenen Saison in 16 Super-League-Partien zum Einsatz kam. «Ich hätte frecher sein können, wenn ich auf dem Platz stand», sagt Schwizer rückblickend. In den Reihen der Vaduzer will er dies wieder sein – und mit seiner Technik und seiner Schnelligkeit für offensiven Schwung sorgen.

Europa League in Island

Dass er dies in der Challenge League drauf hat, bewies er bereits in der der Spielzeit 2017-18. Seine damaligen Leistungen für den FC Rapperswil-Jona bescherten ihm in der Winterpause jener Saison den Wechsel nach Thun. Nun ist es sein Ziel, sich bei den Berner Oberländern aufs Neue zu empfehlen.

Schwizer weiss genau, dass es im Fussball schnell gehen kann – nach oben und nach unten. «Viel Spielpraxis bekommen», lautet sein Vorhaben beim FC Vaduz. Bei diesem fühlt er sich auf Anhieb wohl. Er ist einer von neun Zuzügen, den die Liechtensteiner in der kurzen Sommerpause getätigt haben. Ein anderer ist Denis Simani, der vom FCRJ kam. «Es ist schön, dass Denis auch hier ist. Wir hatten es schon in ‘Rappi’ super zusammen», sagt Schwizer.

Vaduz startet am 21. Juli gegen Kriens in die Meisterschaft. Für das von der Liechtensteiner Stürmer-Legende Mario Frick trainierte Team soll es wieder weiter nach vorne gehen. Die zurückliegende Challenge-Lea-gue-Saison war mit letztlich nur sieben Zählern Vorsprung auf den Abstiegsplatz eine zähe und enttäuschende. 70 Gegentore in 36 Spielen war der schlechteste Wert der ganzen Liga.

Ihren ersten Ernstkampf in der Saison 2019-20 bestreiten die Vaduzer aber schon am nächsten Donnerstag. Als Cupsieger Liechtensteins stehen sie in der ersten Qualifikationsrunde zur Europa League. Gegner, zunächst auswärts, ist der Breidablik UBK aus Kopavogur in Island. «Wir wollen natürlich eine Runde weiterkommen», sagt Schwizer. Mit Thun hätte er (zwei Runden später) ebenfalls in der Qualifikation zur Europa League antreten können. In diesen Genuss kommt er trotz seines Klubwechsels.

Der Liebe wegen pendeln

Die gemeinsame Wohnung in Bern haben Schwizer und seine Verlobte behalten. Auch wenn sie in Bern arbeitet und er in Vaduz, schaffen sie es, einander täglich zu sehen. Das Zusammenleben erfordert nun aber von beiden mehr Flexibilität und Bereitschaft zum Pendeln.

Vier Tage pro Woche können sich die beiden in Rapperswil-Jona bei den Eltern der Verlobten einquartieren. Nicht weit weg wohnen zudem Schwizers Eltern in Schmerikon. Vom Obersee ist es keine Weltreise zum Rheinpark-Stadion – die schmucke, kleine Arena in Vaduz, die für Dominik Schwizer zum nächsten Karriereschub werden soll.

«Das ist eine super Lösung für mich und der richtige Weg.»

Dominik Schwizer

Fussballprofi aus Schmerikon

 

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