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Der FCRJ ist mittendrin statt nur dabei

Bernhard
Camenisch
13.12.17 - 04:30 Uhr
Fussball
Kommentar
Der Cup-Achtelfinal gegen den FC Basel war ein Highlight der Hinrunde.
Der Cup-Achtelfinal gegen den FC Basel war ein Highlight der Hinrunde.
CARLO STUPPIA

Als die Challenge-League-Saison im Juli begann, war der FC Rapperswil-Jona als Aufsteiger, der sich erstmals für die zweithöchste Fussball-Liga des Landes qualifiziert hatte, die grosse Unbekannte. Und der krasse Aussenseiter dazu – zumindest in der allgemeinen Wahrnehmung, denn kein Name fiel im Zusammenhang mit dem Abstiegskandidaten Nummer 1 so häufig wie jener des Liga-Neulings.

Im Lager der Rapperswil-Joner nahm man diese Rolle an. Sie kam ihnen sogar gelegen. Intern dachte man aber nicht daran, sich mit permanentem Abstiegskampf zufriedenzugeben. Der FCRJ wusste um seine Stärken und hatte als nur geringfügig veränderte Mannschaft, die in der Saison zuvor kaum je verloren hatte, jede Menge Selbstvertrauen.

Daran änderte auch die 0:6-Ohrfeige zum Auftakt nichts. Gleich im Spiel danach kam die Reaktion, war der erste Sieg in der Challenge League Tatsache. 20 Punkte sind in den 15 Spielen seither dazugekommen. Das primäre Saisonziel Klassenerhalt ist bereits in greifbare Nähe gerückt.

In erstaunlich kurzer Zeit hat Trainer Urs Meier seine Spieler zu einem Team geformt, das in der Challenge League gegen jeden Gegner bestehen kann. Spieler, von denen die wenigsten zuvor über Erfahrung auf diesem Niveau verfügten und von denen die meisten abseits des Fussballplatzes berufstätig sind. Dazu wurde die Mannschaft im Verlauf der Hinrunde mit den Zuzügen von Stéphane Nater und Valon Fazliu geschickt verstärkt.

Das Prunkstück ist die Defensivarbeit. Diese beginnt beim Vordersten, trotzdem darf man bei nur 16 Gegentoren in den letzten 16 Spielen der Abwehr um Goalie Diego Yanz ein spezielles Kränzchen winden.

In der Offensive ragt der bereits neunfache Torschütze Mychell Chagas heraus. Er und einige seiner Mitspieler haben sich auf den Radar grösserer Klubs gespielt. Für den FCRJ wichtig ist im weiteren Meisterschaftsverlauf ab Februar, dass darob die ausgezeichnete Chemie innerhalb der Mannschaft nicht gestört wird. Wenn jeder bodenständig bleibt und weiter den Team-First-Gedanken lebt, spricht nichts dagegen, dass der Erfolg anhält.

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