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Weesen geht gegen Ende der Vorrunde die Luft aus

Nach sieben Siegen in Folge holt Weesen in der 2. Liga, Gruppe 1, aus den restlichen vier Spielen in der Vorrunde nur noch zwei Punkte. Trainer Philipp Egli kennt die Gründe.

Paul
Hösli
09.11.17 - 04:30 Uhr
Fussball
Philipp Egli, Trainer FC Weesen, hält seine Spieler an, sich auch in brenzligen Situationen auf das Wesentliche zu konzentrieren
Philipp Egli, Trainer FC Weesen, hält seine Spieler an, sich auch in brenzligen Situationen auf das Wesentliche zu konzentrieren
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Salopp gesagt lautet das Fazit des FC Weesen nach der Vorrunde: Start top, Schluss Flop. So einfach ist es aber nicht. Der Reihe nach. Unter ihrem neuen Trainer Philipp Egli reihen die Weesner in der 2. Liga sieben Siege aneinander. Es läuft wie geschmiert, Weesen führt die Tabelle souverän an, erzielt Tore am Laufmeter und erhält wie eigentlich jede Saison sehr wenig Gegentore.

In den letzten vier Spielen der Vorrunde läuft aber so gut wie nichts mehr. Gegen Ruggell und in der Der-nière gegen Montlingen holt Weesen zwar noch je einen Punkt, in den Partien gegen die beiden anderen Spitzenteams der Gruppe geht Weesen aber komplett unter. In Altstätten setzt es eine 2:5-Niederlage ab, und nur eine Woche später bekommt Wee-sen zu Hause von Widnau eine 1:5-Packung. «Keine Frage, die letzten vier Spiele sind für uns eine grosse Enttäuschung», bilanziert Egli.

Bruch in der Saison

Gründe für den Einbruch gibt es laut dem 48-jährigen Schänner einige. Ein Schlüsselmoment ereignet sich in der 7. Runde im Spiel in Ems. In einer einzigen Aktion verletzen sich mit Pascal Müller (Bruch des Handgelenks) und Thomas Heinzer (Nasenbeinbruch) zwei wichtige Spieler und fallen für den Rest der Vorrunde aus. «Dies sind die offensichtlichen Gründe für die Leistungseinbusse», so Egli. Da auch noch Spieler wegen Sperren ausfielen, musste Egli eine komplett neu formierte Defensive aufstellen. «Die Stabilität ging somit verloren. Da wurde es offensichtlich, dass wir eine junge Mannschaft sind», so Egli.

«Die Spieler sollen sich auf das Wesentliche fokussieren und nicht auf die Nebenschauplätze.»

Dies sei eine Erklärung, aber nur dieser die Schuld in die Fussballschuhe zu schieben, das ist nicht Philipp Egli. «Dies wäre zu einfach, es ist auch eine Mentalitätsfrage.» Damit spricht er die vielen Gelben Karten an, die Weesen kassiert hat. «Das macht mich sauer. Die Spieler sollen sich, speziell wenn es einmal nicht läuft, auf das Wesentliche fokussieren und nicht auf die Nebenschauplätze.» Dies müsse sich in der Rückrunde massiv bessern.

Dass nun die Winterpause ansteht, darüber ist Egli nicht unglücklich. Nicht nur, weil Weesen gegen Ende der Vorrunde schwächelte, sondern auch, weil sich die vielen angeschlagenen und verletzten Spieler richtig erholen können. Zudem hat er nun die Zeit, die er bereits im Sommer gebraucht hätte. «Nun können wir die Baustellen beheben.»

Das Wort Mentalität fällt oft im Gespräch. Egli ist es wichtig, die Spieler nicht nur im taktisch-spielerischen Bereich zu formen. «Wir müssen alle dasselbe Ziel verfolgen.» Vor allem auch dann, wenn es wie gegen Altstätten und Widnau Gegenwind gebe. Ei-ne Aktion habe ausgereicht, um der Mannschaft damals das Genick zu brechen. «In dieser Beziehung haben die Spieler noch viel zu lernen», ist sich Egli sicher.

Rollentausch in der Rückrunde

Trotz des schwachen Vorrundenabschlusses sieht Egli für die Rückrunde nicht schwarz. «Gegen Ende sind wir auf dem Zahnfleisch gelaufen. Zudem waren die Trainingsbedingungen miserabel. Das hat uns auch nicht wirklich geholfen.»

Sie hätten noch immer den Anspruch, ein Spitzenteam zu sein, «und dies haben wir ja auch zu zwei Dritteln erfüllt», so Egli mit einem Schmunzeln. «Rang drei ist okay, aber die vier Punkte Rückstand auf Widnau sind aufgrund des Saisonverlaufs ei-gentlich zu viel.» Nun seien sie halt in der Rückrunde nicht mehr die Gejagten, sondern die Jäger.

Paul Hösli ist Leiter Sport bei den «Glarner Nachrichten» in Ennenda. Er ist seit 1997 bei der «Südostschweiz», im Jahr 2013 wechselte er intern von der Druckvorstufe in die Redaktion. Zuerst in einem 40-Prozent-Pensum und seit 2016 zu 100 Prozent. Mehr Infos

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