FCRJ bietet «Wölfen» die Stirn
1550 Zuschauer lockte der VfL Wolfsburg zur Testpartie ins Grünfeld. Der Bundesligist zeigte beim 2:0 seine spielerische Klasse. Für den Ehrentreffer fehlte dem FC Rapperswil-Jona das Glück im Abschluss.
1550 Zuschauer lockte der VfL Wolfsburg zur Testpartie ins Grünfeld. Der Bundesligist zeigte beim 2:0 seine spielerische Klasse. Für den Ehrentreffer fehlte dem FC Rapperswil-Jona das Glück im Abschluss.
Von Elmedin Hasanbasic
Weit über 100 Millionen Euro Marktwert standen gestern Abend im Grünfeld auf dem Platz. Einen Bruchteil davon machte der Marktwert des Challenge-League-Aufsteigers FC Rapperswil-Jona aus. Auf der anderen Seite stand ein Gegner aus der Bundesliga – der VfL Wolfsburg. Obwohl bei diesem gleich mehrere Hochkaräter wie Mario Gomez, Jakub Blaszczykowski oder der portugiesische Europameister Vierinha in der Startformation standen, machte sich dies auf der Anzeigetafel kaum erkennbar.
Die Highlights der Partie (Wölfe TV)
Zwar gingen die «Wölfe» nach einem Eckball von Blaszczykowski mit einem wuchtigen Kopfball Paul Jäckels bereits in der 7. Minute in Führung, der Startschuss für ein Torfestival war dies aber keineswegs. Dass es nicht dazu kam, war zum einen FCRJ-Goalie Diego Yanz zu verdanken und zum anderen dem Unvermögen der Wolfsburger Offensive. So parierte Yanz in der 29. Minute gleich drei Schüsse in Folge – Gomez, Didavi und Blaszczykowski bissen sich am Keeper die Zähne aus. Danach schob Didavi (42.) erneut freistehend vor Yanz am Tor vorbei und beliess es so bei der knappen Führung zur Pause.
Zu hohe Messlatte
Das letzte Mal, als ein Bundesligist im Grünfeld gastiert hatte, stand es zur Pause bereits 6:0. Vor knapp drei Jahren empfing der FCRJ damals – allerdings noch als Team aus der Promotion League – Borussia Dortmund. Das Fussballfest mit dem damaligen Stadionrekord von 2800 Zuschauern war für die gestrige Partie allerdings eine zu hohe Messlatte. «Natürlich ist Wolfsburg nicht dasselbe Kaliber wie der BVB. Dennoch war es für die Region, den Verein und die Spieler eine tolle Erfahrung», sagte FCRJ-Sportdirektor Stefan Flühmann. Er war dank seiner Beziehungen zu den Organisatoren von Testspielen mit internationalen Vereinen massgebend daran beteiligt, dass der FCRJ die «Wölfe» als Gastgeber empfangen durfte.
«In der zweiten Halbzeit spielten wir offensiver, mutiger und kreierten Chancen.»
Der BVB hatte beim 10:0-Sieg auch auf der Anzeigetafel markante Klassenunterschiede markiert. Die «Wölfe» taten dies gestern lediglich spielerisch. Wenn sie aber loslegten, waren sie nur schwer zu bremsen. «Sobald wir das Tempo erhöhten, wurde es für den FCRJ sehr schwierig», meinte VfL-Coach Andries Jonker nach der Partie.
Wenn der Cheftrainer der Wolfsburger von Tempoerhöhung sprach, meinte er unter anderem, dass seine Jungs den Ball nicht länger als drei Sekunden in den Füssen halten dürfen. Eine gute halbe Stunde demonstrierten die Wölfe diese Spielweise. «Dass zwischen der Bundesliga und der zweithöchsten Schweizer Spielklasse solche Unterschiede bestehen, ist aber völlig normal», relativierte Jonker.
Es fehlte nicht viel zum Tor
Für die zweite Hälfte wechselte Wolfsburg bis auf eine Ausnahme die komplette Mannschaft aus. Der FCRJ fand nach der Pause immer besser ins Spiel. Das sah auch Coach Urs Meier so: «Die zweite Halbzeit war eine sehr gute. Wir spielten offensiver, mutiger und kreierten Chancen.» Die beste Möglichkeit des Challenge-Ligisten hatte Enis Ramadani. Er sah seinen Schlenzer aus knapp 25 Metern aber von der Latte abprallen. Das Anrennen der Rapperswiler wurde nicht belohnt. Auf der anderen Seite traf Riechedly Bazoer in der 76. Minute mit einem satten Flachschuss zum 2:0-Schlussstand.
Rapperswil-Jona – Wolfsburg 0:2 (0:1)
Grünfeld. – 1550 Zuschauer. – SR: Superczynski.
Tore: 7. Jäckel 0:1. 76. Bazoer 0:2.
Yanz (60. Ngongo); Elmer, Simani, Kllokoqi (46. Sülüngöz), Güntensperger (46. Pecci); Rohrbach (46. Teixeira), Jaggy (60. Helbling); Mandic (60. Trachsel), Shabani (46. Ramadani), Chagas; Mustafi (60. Wicht).
Grün; Träsch, Jäckel, Udoukhai, Vierinha; Blaszczykowski, Möbius, Rexbecaj, Stefaniak; Didavi; Gomez. – Menzel; Itter, Brooks, Knoche, Furtado; Guilavoui, Bazoer; Dimata, Möbius, Ntep; Osimhen.
Rapperswil-Jona ohne Kubli, Da Silva, Salanovic, Schwizer, Kleiber, Staubli (alle ohne Aufgebot). Wolfsburg ohne Camacho, Arnold, van Homoet, Malli, Seguin, Hinds und Klinger (alle ohne Aufgebot). – Lattenschuss: 75. Ramadani. – Verwarnungen: keine.
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