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Es geht wieder steil aufwärts

Wegen eines Mittelfussbruchs musste Ultraläuferin Jasmin Nunige im Winterhalbjahr ihre Trainingsintensität auf Sparflamme setzen. Seit einigen Wochen ist sie wieder im Aufbautraining.

Pascal
Spalinger
27.06.22 - 17:00 Uhr
Sport
Jasmin Nunige hat momentan noch einen Trainingsrückstand.
Jasmin Nunige hat momentan noch einen Trainingsrückstand.
zVg/Adidas Terrex (Rafael Weber)

Den erwähnten Bruch hat sich Nunige während eines Laufs im September letzten Jahres zugezogen, wobei die Schwere der Verletzung erst im Nachhinein festgestellt wurde. Dies hatte zur Folge, dass die Spitzenläuferin ihr Wintertraining nur mit geringer Intensität absolvieren konnte. Sie sei viel auf Langlauf- und Tourenskis unterwegs gewesen, erklärt Nunige auf Anfrage. Im März konnte sie das Lauftraining wieder aufnehmen, «aber mir fehlen noch einige Trainingskilometer, um wieder in Höchstform zu kommen», stellt die 49-Jährige fest. Dies hielt sie aber nicht davon ab, kürzlich in Chur ein Mitteldistanzrennen für sich zu entscheiden. Ansonsten konnte Nunige beruflich einen Schritt vorwärts machen und ihre Ausbildung in Mentoring und Mental Coaching erfolgreich abschliessen. Zudem seien Langlauf- und Running-Camps durchgeführt worden. «Es wurde also nie langweilig», stellt Nunige mit einem Schmunzeln fest.

Rennen geniessen und Neues probieren 

Sie sei motiviert und habe weiterhin Freude an Training und Wettkämpfen, erklärt die Ultraläuferin. Sie müsse aber auch auf ihren Körper achten und vorsichtig sein. «Ich will mir Zeit lassen und geduldig sein, doch das ist manchmal gar nicht so einfach.» Sie sieht ihr Alter als die eine Herausforderung, und die andere sei die Tatsache, dass 30 Jahre Spitzensport ihre Spuren hinterlassen hätten. Sie freue sich aber auf die kommenden Herausforderungen. So wird sie Mitte Juli den Zugspitz-Ultratrail in Deutschland bestreiten. Betreffend «Davos X-Trails» sieht die Situation so aus, dass Nunige zwar im OK Einsitz hat, jedoch nicht auf der Langstrecke (68 Kilometer) unterwegs sein wird. «Die Heilung meiner Verletzung hat halt länger gedauert», erklärt sie. Dafür möchte sie im August nochmals den Ultratrail Mont Blanc absolvieren, und als Fernziel lockt im November die Teilnahme am Ultratrail Capetown in Südafrika. 

Erfahrungen weitergeben 

A propos «Davos X-Trails»: Dort besteht beim «Diamond»-Run – dem längsten und attraktivsten Lauf – das Problem, dass das Ducantal wegen Felssturzgefahr derzeit nicht passierbar ist. Da niemand weiss, wie lange die Sperrung andauern wird, könnte es also sein, dass kurzfristig eine andere Route gewählt werden muss. Für Nunige stellt dies kein Problem dar, da die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer sich anhand von Höhen- und Streckenprofil ein recht gutes Bild von der Situation vor Ort machen könnten. «Streckenänderungen kommen manchmal sogar während eines Rennens vor. Schliesslich sind wir in der Natur unterwegs.» 

Konkrete sportliche Ziele hat die Ultraläuferin keine gesteckt: «Ich möchte einfach das Maximum herausholen, Neues erleben und die Rennen geniessen. Und vor allem will ich verletzungsfrei bleiben.» Sie könne zwar immer noch auf ein hohes Leistungsniveau kommen, wenn sie beschwerdefrei bleibe. Die Sportart habe sich in den letzten Jahren aber enorm entwickelt, «und ich werde nicht jünger». Zudem möchte Nunige ihre reichen Erfahrungen an die nächste Läufergeneration weitergeben – beispielsweise durch Coaching und Mentoring. «Sport wird immer ein Teil meines Lebens bleiben», stellt sie fest.

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