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Jagd auf die Steinböcke im Eispalast

Am 96. Spengler Cup treffen am Eröffnungstag (26. Dezember) in den Partien Fribourg-Gottéron–Pardubice und HC Davos – Team Canada gleich die vier meist genannten Favoriten aufeinander. Am zweiten Tag steigen die Turnierneulinge Straubing Tigers und Kärpät Oulu ins Spielgeschehen ein.

Davoser
Zeitung
24.12.24 - 07:00 Uhr
Eishockey
Captain Andres Ambühl möchte die Spengler-Cup-Trophäe erneut für den HCD abholen.
Captain Andres Ambühl möchte die Spengler-Cup-Trophäe erneut für den HCD abholen.
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Steinbock «Hitsch» ist seit vielen Jahren das beliebte Maskottchen des Spengler Cups. Er trägt ein Steinbockgehörn und ist in den gelbblauen HCD-Farben gekleidet. Nachdem der HCD letztes Jahr das Traditionsturnier erstmals seit zwölf Jahren wieder gewann, tritt er nun in neuer Rolle an. Als Titelverteidiger sind die Davoser die Gejagten. Oder anders ausgedrückt: Die Jagd auf die Steinböcke kann beginnen. Die Schützlinge von Headcoach Josh Holden steigen mit breiter Brust ins Turnier. Sie mischen in der National League ganz vorne mit, zeigen ein attraktives und erfolgreiches Eis­hockey. Holdens Ziel für den Spengler Cup ist kurz, aber unmissverständlich: «Wir wollen jedes Spiel gewinnen.»

Gleich am Stephanstag kommt es abends zum immer wiederkehrenden Prestigeduell zwischen dem HCD und dem Team Canada. Die NHL- und HCD-Legende Joe Thornton führt die Delegation als General Manager (GM) an. Bei Drucklegung dieser Ausgabe war das Kader der Kanadier noch nicht bekannt. Das Schwer­gewicht bilden regelmässig bei Schweizer Clubs engagierte Spieler sowie Akteure aus der American Hockey League (AHL). Obwohl sich die Spieler jeweils erst an Weihnachten in Davos treffen, finden sie sich auf dem Eis schnell zu einer Einheit. Jeder ist stolz, wenn er das Nationaltrikot mit dem Ahornblatt auf der Brust tragen darf. Entsprechend will jeder mit optimalen Leistungen, unermüdlichem Kampfgeist und totalem Einsatz seinen Teil zum Erfolg beitragen. Seinen bislang letzten Spengler-Cup-Triumph landete das Team Canada 2019.

Vorzeitiges Geburtstagsgeschenk für Julien Sprunger?

Das Eröffnungsspiel bestreiten am 26. Dezember um 15.10 Uhr Fribourg-Gottéron und Dynamo Pardubice. Die Freiburger haben in ihrer langen Clubgeschichte noch nie einen Titel gewonnen. Jetzt winkt diese Chance am Spengler Cup. Für Captain Julien Sprunger besitzt dieses Turnier einen hohen Stellenwert. «Wenn du die Gelegenheit hast, als Club oder Einzelspieler am Spengler Cup teilzunehmen, musst du sie packen. Wir haben zwar einen vollen Kalender mit Meisterschaft, Champions League und Spengler Cup. Aber wir fahren nach Davos, um zu gewinnen.» Der Final findet wie gewohnt am Mittag des 31. Dezembers statt – vier Tage vor Sprungers 39. Geburtstag.

Aus Tschechien kommt erneut Dynamo Pardubice, der Leader in der Landesmeisterschaft, an den Spengler Cup. Im Vorjahr verpasste Pardubice den Turniersieg durch eine 3:5-Finalniederlage gegen den HCD. Seither wurde die Mannschaft weiter verstärkt, unter anderen mit Weltmeister-Captain Roman Cervenka, der bis letzten Sommer während acht Jahren in der Schweiz gespielt hatte, zuletzt fünf Saisons bei den Rapperswil-Jona Lakers. Gleich zehn Pardubice-Spieler weisen NHL-Erfahrung aus. Neben Cervenka wurden im letzten Frühling auch Lukas Sedlak und Joachim Kondelik Weltmeister.

Premiere für Kärpät Oulu und die Straubing Tigers

Die Gruppe Torriani mit Fribourg und Pardubice komplettiert Kärpät Oulu. Der achtfache finnische Meister tritt erstmals am Spengler Cup an. Die Mannschaft wird von zwei hochdekorierten Routiniers angeführt. Marko Anttila und Atte Ohtamaa sind Olympiasieger sowie zweifache Weltmeister. Und Kärpät Oulus Stürmer Teemu Turunen kennt Davos. Der Finne bestritt die Saison 2020/21 für den HCD. Wegen der Corona-Pandemie konnte der Spengler Cup damals nicht ausgetragen werden. Seit 2022 spielt Turunen für Kärpät, wo er zu den Leistungsträgern gehört. In der letzten Saison wurde der 29-jährige Stürmer in der finnischen Liiga mit 71 Punkten (37 Tore/34 Assists) Topskorer.

Für die Straubing Tigers war bereits im Frühling Weihnachten, als sie die Einladung an den Spengler Cup erhielten und postwendend hocherfreut annahmen. Straubing, 140 Kilometer nordöstlich von München nahe an der tschechischen Grenze gelegen, ist im Fussball-verrückten Deutschland die einzige wirkliche Eishockeystadt. Seit der Saison 2019/20 beendeten die Tigers die Regulär Season in der DEL stets unter den besten vier. Gleichwohl gelten sie mancherorts noch immer als «Underdog», was den Kampfgeist und das Zusammengehörigkeits­gefühl von Mannschaft und Fans bestärkt. Im Kader der Straubing Tigers befinden sich 14 Ausländer. Bekanntester ist der US-Amerikaner Justin Braun mit 961 NHL-Spielen.

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