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«Wir wurden mit Lob überhäuft»

Alle elf Spiele und die Vermarktung ausverkauft, ein hohes sportliches Niveau mit zwei neuen Finalisten und einem neuem Sieger – nicht von ungefähr blickt OK-Chef Marc Gianola höchst zufrieden auf den rundum gelungenen 96. Spengler Cup zurück.

Davoser
Zeitung
04.01.25 - 12:00 Uhr
Eishockey
Marc Gianola bei der Eröffnungsfeier zusammen mit Spengler-Cup-Maskottchen Hitsch.
Marc Gianola bei der Eröffnungsfeier zusammen mit Spengler-Cup-Maskottchen Hitsch.
Keystone

Marc Gianola, wie lautet Ihre Bilanz?

Marc Gianola: Das sportliche Niveau war sehr hoch, die Stimmung in und ums Stadion ausgezeichnet. Wo gibt es das sonst, dass die Fans zweier gegnerischer Mannschaften friedlich nebeneinander in der gleichen Zuschauerkurve feiern? Von internationaler Seite wurden wir mit Lob überhäuft. Mit Fribourg-Gottéron und den Straubing Tigers standen zwei Klubs im Final, die in ihrer Geschichte noch nie einen grossen Titel errungen hatten. Beim HCD war der Spengler-Cup-Sieg im Jahr 2000 der Anfang einer grossen Titelserie auch in der Meisterschaft. Man muss lernen zu gewinnen.

Die Straubing Tigers kamen als Aussenseiter an Ihren Spengler Cup. Mit ihrer Einladung gelang Ihnen ein grosser Wurf!

Das ist wieder einmal eine unglaublich tolle Geschichte am Spengler Cup. Sie zeigt, dass Talent, eine hoch eingeschätzte Mannschaft und viel Geld nicht das wichtigste sind, sondern Leidenschaft und ein gutes Kollektiv.

Mit Dynamo Pardubice und dem Team Canada scheiterten die beiden meist genannten Titelkandidaten an den Straubing Tigers …

Dynamo Pardubice war für mich bezüglich seines Kaders eine der besten Mannschaften. Man hat aber gesehen, dass man mit anderen Tugenden auch eine so hocheingeschätzte Mannschaft zu Fall bringen kann. Das zeichnet den Spengler Cup auch aus. Es ist toll, dass man mit unserem Modus selbst nach zwei Niederlagen in den Gruppenspielen noch um den Turniersieg spielen kann.

Das Team Canada muss weiterhin auf seinen ersten Turniersieg warten!

Die Kanadier zeigten am Eröffnungstag beim 6:2-Sieg über den HCD eine sehr starke Leistung. Nachher offenbarten sie trotz des Siegs im Gruppenspiel gegen Straubing gewisse Probleme. Generell lag das Leistungsniveau aller sechs Teams in diesem Jahr extrem nahe beisammen. Jedes hatte die Qualitäten, jedes andere zu schlagen. Das macht den Spengler Cup auch so spannend. Und wenn der Sport stimmt, stimmt auch alles drum herum. Kärpät Oulu verlor zwar bei seiner Spengler-Cup-Premiere alle seine drei Partien. Für mich war es gleichwohl die beste finnische Mannschaft in den letzten zehn Jahren in Davos.

Können Sie schon etwas über das Teilnehmerfeld für den nächsten Spengler Cup sagen?

Gesetzt sind der HCD und das Team Canada, mit dessen Verband wir einen Vertrag haben. Aus Finnland kommt jeweils die bestplatzierte Mannschaft, die sich nicht für die Champions League qualifiziert. Generell warten wir bis nach dem Turnierende ab. Diverse Klubs aus verschiedenen Nationen haben ihr Interesse signalisiert. Fribourg-Gottéron erhält als Titelverteidiger natürlich wieder eine Einladung.

Alle elf Partien waren mit jeweils 6267 Zuschauern ausverkauft. Ebenfalls ausverkauft war die Vermarktung. Was ist das Erfolgsrezept?

Guter Sport, ausgeglichene Partien und Mannschaften, die mit totalem Einsatz alles geben. Wenn die Spieler bereit sind, Schüsse mit dem Oberkörper oder gar mit dem Kopf zu blockieren, quittieren dies die Zuschauer mit Begeisterung. Das ist ein Erfolgsgarant für den Spengler Cup. Das Set-up des Turniers bietet jedem etwas: für die Sportbegeisterten im Stadion, für die ganz Jungen im Fan-Zelt mit Public Viewing sowie Live-Konzerten und für jene, die es gerne gediegen haben, besteht im VIP-Bereich, im Loft, die Möglichkeit, sehr gepflegt zu essen.

Gottéron gewinnt

Der HC Fribourg-Gottéron hat am Silvestermittag den 96. Spengler Cup in Davos mit einem 7:2-Finalsieg gegen die Straubing Tigers gewonnen. In einem verrückten Auftakt führten die Freiburger nach 192 Spielsekunden bereits mit 3:1. Gottéron errang mit dem Spengler Cup-Triumph den ersten Titel in seiner Klubgeschichte.

Der HCD zeigte ein insgesamt gutes Turnier. Als Titelverteidiger scheiterte er im Halbfinal mit einer 2:4-Niederlage knapp am neuen Spengler-Cup-Sieger. Nach zwei Dritteln hatten die Davoser gegen Gottéron noch mit 2:1 geführt. Den entscheidenden dritten Gegentreffer kassierten sie erst 252 Sekunden vor Spielende. Bereits am Freitagabend, 3. Januar, setzt der HCD die nationale Meisterschaft mit einem Heimspiel fort. Um 19.45 Uhr gastiert der HC im Davoser Eisstadion.



 

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