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Gottéron trotz Niederlage fester im Sattel

Gottéron trotz Niederlage fester im Sattel

Fribourg-Gottéron baut seine Leaderposition trotz einer 4:5-Niederlage nach Penaltyschiessen bei den ZSC Lions aus. Die Freiburger profitieren von den Ausrutschern der Verfolger.

Agentur
sda
30.11.21 - 22:54 Uhr
Eishockey
Justin Azevedo von den ZSC Lions gegen Freiburgs Goalie Reto Berra
Justin Azevedo von den ZSC Lions gegen Freiburgs Goalie Reto Berra
KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

Fribourg-Gottéron baut seine Leaderposition trotz einer 4:5-Niederlage nach Penaltyschiessen bei den ZSC Lions aus. Die Freiburger profitieren von den Ausrutschern der Verfolger.

24 Stunden nach dem 4:3-Sieg von Gottéron in der eigenen Arena musste die Entscheidung bei der Neuauflage im Zürcher Hallenstadion erneut im Penaltyschiessen fallen. Diesmal setzte sich jedoch der ZSC durch. Für die Freiburger endete damit eine Serie von fünf Spielen ohne Niederlage.

Weil die zweitplatzierten Zuger zuhause gegen Ambri-Piotta nach 60 Minuten 3:4 verloren, konnte Gottéron den Vorsprung in der Tabelle gleichwohl um einen Zähler auf zwei Punkte ausbauen. Wie der Meister Zug musste aus der Verfolgergruppe auch der HC Davos bei der 1:6-Klatsche zuhause gegen die SCL Tigers federn lassen.

Heimsiege gab es für Lugano (3:0 gegen Servette) und Lausanne (2:0 gegen Ajoie).

Ambri dank seltenen Ausländer-Toren

Am Samstag drehte der EV Zug in Ambri einen 0:4-Rückstand nach acht Minuten noch in einen 6:4-Sieg. Bei der Revanche drei Tage später mussten die Zentralschweizer erneut einem frühen Rückstand nachrennen. Nachdem Ambri-Piotta im Startdrittel durch Tore von Daniele Grassi (4.) und Patrick Incir (12.) vorgelegt hatte, glich der EVZ die Partie bis Spielhälfte dank den Powerplay-Treffern von Niklas Hansson und Captain Jan Kovar jedoch erneut wieder aus.

Doch damit endeten die Parallelen zur Partie am Samstag. Dies primär, weil sich bei Ambri zum ersten Mal seit Mitte September zwei ausländische Spieler unter die Torschützen einreihten. Nach dem 3:2 des Finnen Juuso Hietanen in der 38. Minute stellte der Kanadier Matt D'Agostini gut 13 Minuten vor Schluss den Zweitore-Vorsprung wieder her. Mehr als der Anschlusstreffer durch Hansson 30 Sekunden vor Schluss wollte den Zugern danach nicht mehr gelingen.

Mit dem 4:3 gelang es Ambri im vierten Anlauf in dieser Saison den EVZ erstmals zu bezwingen. Die Tessiner beendeten damit eine Negativserie von vier Spielen ohne Sieg und festigten den 10. Platz. Der EVZ seinerseits musste sich nach vier Siegen am Stück erstmals wieder geschlagen geben und verpasste dadurch den Sprung an die Tabellenspitze.

Lugano legt sich eine Reserve zu

Dank dem dritten Sieg in vier Spielen erarbeitet sich der HC Lugano eine Reserve von sieben und mehr Punkten auf die unter dem Strich klassierten Teams. Die Tessiner schlagen Genf-Servette daheim 3:0.

Nach 47 torlosen Minuten in der Resega erzielte Daniel Carr das 1:0. Fünf Minuten später doppelte der Kanadier nach.

In den vorangegangenen drei Meisterschaftsspielen unter Trainer Jan Cadieux, dem Nachfolger des am 10. November entlassenen Pat Edmond, hatten die Genfer jedes Mal gepunktet.

Ein derart torarmes Spiel zwischen Lugano und Genf-Servette gab es in jüngerer Vergangenheit nie. In den letzten sieben Duelle fielen immer mindestens fünf Tore, im Durchschnitt sogar 7,7 Tore.

Davos geht gegen effiziente Tigers unter

Im Bündnerland endete auch das dritte Saisonduell zwischen Davos und den SCL Tigers mit einem Sieg des Auswärtsteams. Dass die Langnauer dem Gastgeber gleich ein 6:1 einschenken würden, damit hätte vor der Partie allerdings kaum jemand gerechnet. Immerhin gewann der HCD von den letzten 16 Spielen deren 13, die Tigers ihrerseits nur eines von zehn.

Für die Entscheidung sorgten die äusserst effizienten Tigers im Mitteldrittel, als ihnen zwischen der 30. und 38. Minute fünf Tore gelangen; vier davon erzielte der Tabellenvorletzte in Überzahl. Die Treffer zum 3:0, 4:0 und 5:0 fielen während einer Fünfminuten-Strafe gegen Enzo Corvi, der den aus Davos ausgeliehenen Tigers-Goalie Robert Mayer gegen den Kopf gecheckt hatte. Corvi erwies seinem Team mit drei Strafen innert acht Minuten einen Bärendienst.

Während Langnaus Topskorer Jesper Olofsson im Schlussdrittel seinen ersten Hattrick in der National League perfekt machte, vermieste Axel Simic mit dem 1:6 knapp zwei Minuten vor Schluss Torhüter Mayer noch den Shutout. Der Schwede Olofsson steht mittlerweile bei 21 Saisontreffern und ist damit der beste Torschütze der Liga.

Ajoie verliert auch am Ort des Cup-Triumphs

Am 2. Februar 2020 verwandelten die Fans von Ajoie das Lausanner Stadion in ein Tollhaus. Mit einem 7:3-Sieg im Cupfinal gegen den HC Davos hatten die damals noch unterklassigen Jurassier für eine faustdicke Überraschung am Genfersee gesorgt. Beseelt von diesem historischen Triumph fanden gut 22 Monate später wieder zahlreiche Ajoie-Fans den Weg nach Lausanne.

Von einem Erfolgserlebnis in Form eines dritten Auswärtssieges in dieser Saison war der Aufsteiger jedoch weit entfernt. Auch weil der Tabellenletzte seinem Ruf als schwächstes Powerplay-Team der Liga einmal mehr gerecht wurde, setzte sich Lausanne letztlich souverän mit 2:0 durch. Die Tore für die achtplatzierten Waadtländer schossen Martin Gernat im ersten und Guillaume Maillard im zweiten Drittel.

Grosse Emotionen gab es in Lausanne schon vor dem Anpfiff. In einer Zeremonie wurde Florian Conz für seine grossen Verdienste für den Waadtländer Klub geehrt. Der Lausanner Aufstiegsheld von 2013, der seine Profikarriere einst in Ajoie lanciert hatte, trug zwischen 2003 und 2018 verteilt auf zwölf Saisons insgesamt 522 Mal das Trikot des LHC - so oft wie niemand sonst. Seine Nummer 61 wird künftig nicht mehr vergeben.

Telegramme und Rangliste

Zug - Ambri-Piotta 3:4 (0:2, 2:1, 1:1)

6541 Zuschauer. - SR Stolc (SVK)/Urban (AUT), Fuchs/Duc. - Tore: 4. Grassi 0:1. 12. Incir (Kneubuehler, Kostner) 0:2. 26. Hansson (Senteler/Powerplaytor) 1:2. 30. Kovar (Djoos/Powerplaytor) 2:2. 38. Hietanen (Fohrler) 2:3. 47. D'Agostini (McMillan, Regin) 2:4. 60. (59:30) Hansson (Kreis, Kovar/Unterzahltor!) 3:4 (ohne Torhüter). - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Zug, 6mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta. - PostFinance-Topskorer: Martschini; Pestoni.

Zug: Genoni; Schlumpf, Hansson; Gross, Djoos; Cadonau, Kreis; Wüthrich; Martschini, Kovar, Suri; Klingberg, Lander, Bachofner; Zehnder, Senteler, Müller; Allenspach, Leuenberger, De Nisco.

Ambri-Piotta: Conz; Hietanen, Isacco Dotti; Fohrler, Zaccheo Dotti; Hächler, Fischer; Pezzullo; D'Agostini, Regin, McMillan; Bürgler, Heim, Kneubuehler; Pestoni, Grassi, Zwerger; Incir, Kostner, Bianchi; Trisconi.

Bemerkungen: Zug ohne Herzog, Simion und Stadler (alle verletzt). Zug ab 55:18 ohne Torhüter.

Lugano - Genève-Servette 3:0 (0:0, 0:0, 3:0)

4758 Zuschauer. - SR Wiegand/Hürlimann, Cattaneo/Kehrli. - Tore: 48. Carr (Fazzini) 1:0. 52. Carr (Alatalo/Powerplaytor) 2:0. 60. (59:50) Josephs (Herburger) 3:0 (ins leere Tor). - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Lugano, 5mal 2 Minuten gegen Genève-Servette. - PostFinance-Topskorer: Fazzini; Tömmernes.

Lugano: Schlegel; Loeffel, Müller; Alatalo, Riva; Chiesa, Guerra; Wolf; Fazzini, Arcobello, Carr; Morini, Herburger, Boedker; Bertaggia, Thürkauf, Josephs; Vedova, Walker, Stoffel; Traber.

Genève-Servette: Descloux; Karrer, Tömmernes; Vatanen, Maurer; Jacquemet, Le Coultre; Völlmin; Rod, Filppula, Vermin; Vouillamoz, Richard, Winnik; Moy, Jooris, Smirnovs; Antonietti, Berthon, Riat; Patry.

Bemerkungen: Lugano ohne Herren (verletzt), Hudacek und Irving (beide überzählige Ausländer), Genève-Servette ohne Charlin, Mercier, Miranda, Tanner (alle verletzt) und Pouliot (überzähliger Ausländer). Genève-Servette von 59:23 bis 59:50 ohne Torhüter.

Davos - SCL Tigers 1:6 (0:0, 0:5, 1:1)

3134 Zuschauer. - SR Stricker/Vikman (FIN), Obwegeser/Duarte. - Tore: 30. Olofsson (Saarela, Huguenin/Powerplaytor) 0:1. 32. Olofsson (Grenier) 0:2. 35. Pesonen (Olofsson, Grenier/Powerplaytor) 0:3. 37. (36:20) Petrini (Grossniklaus/Powerplaytor) 0:4. 38. (37:56) Berger (Sturny, Grossniklaus/Powerplaytor) 0:5. 52. Olofsson (Grenier) 0:6. 59. Simic (Dominik Egli, Ambühl/Powerplaytor) 1:6. - Strafen: 2mal 2 plus 5 Minuten (Corvi) gegen Davos, 3mal 2 Minuten gegen SCL Tigers. - PostFinance-Topskorer: Bromé; Olofsson.

Davos: Aeschlimann (41. Senn); Nygren, Heinen; Dominik Egli, Wellinger; Zgraggen, Jung; Stoop, Barandun; Wieser, Rasmussen, Bromé; Stransky, Corvi, Ambühl; Julian Schmutz, Chris Egli, Frehner; Simic, Prassl, Knak.

SCL Tigers: Mayer; Erni, Schilt; Huguenin, Zryd; Grossniklaus, Elsener; Blaser, Leeger; Petrini, Grenier, Olofsson; Berger, Saarela, Pesonen; Schweri, Salzgeber, Sturny; Langenegger, Diem, Loosli.

Bemerkungen: Davos ohne Nussbaumer (verletzt), SCL Tigers ohne Flavio Schmutz, Stettler, Weibel, Zaetta (alle verletzt) und Guggenheim (krank).

Lausanne - Ajoie 2:0 (1:0, 1:0, 0:0)

7227 Zuschauer. - SR Tscherrig/Dipietro, Gnemmi/Burgy. - Tore: 7. Gernat (Emmerton/Powerplaytor) 1:0. 29. Maillard (Holdener) 2:0. - Strafen: 4mal 2 plus 5 Minuten (Frolik) plus 10 Minuten (Boltshauser) gegen Lausanne, 3mal 2 Minuten gegen Ajoie. - PostFinance-Topskorer: Bertschy; Frossard.

Lausanne: Boltshauser; Heldner, Frick; Glauser, Genazzi; Krueger, Gernat; Oejdemark, Holdener; Bozon, Emmerton, Sekac; Bertschy, Fuchs, Riat; Frolik, Baumgartner, Almond; Maillard, Jäger, Douay.

Ajoie: Wolf; Joggi, Hauert; Rouiller, Eigenmann; Birbaum, Pouilly; Schnegg, Bogdanoff; Asselin, Devos, Schmutz; Fortier, Frossard, Wannström; Rohrbach, Romanenghi, Huber; Frei, Ness, Macquat.

Bemerkungen: Lausanne ohne Kenins, Marti, Stephan (alle verletzt) und Barberio (gesperrt), Ajoie ohne Gauthier-Leduc und Hazen (beide verletzt). Ajoie von 57:30 bis 59:22 ohne Torhüter.

Rangliste: 1. Fribourg-Gottéron 27/56 (87:66). 2. Zug 27/54 (90:65). 3. Rapperswil-Jona Lakers 28/54 (89:69). 4. Davos 26/52 (85:62). 5. Biel 28/52 (85:68). 6. ZSC Lions 25/42 (76:68). 7. Bern 26/37 (77:72). 8. Lausanne 26/36 (70:73). 9. Lugano 28/36 (77:86). 10. Ambri-Piotta 28/35 (69:76). 11. Genève-Servette 27/29 (66:90). 12. SCL Tigers 28/27 (87:97). 13. Ajoie 28/18 (52:118).

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