Schweizer Debakel gegen Schweden
Der Schweiz ist der Auftakt in die zweitletzte Woche der WM-Vorbereitung gründlich missglückt. Das Team von Trainer Jan Cadieux geht im Rahmen der Euro Hockey Tour in Schweden mit 1:8 unter.
Der Schweiz ist der Auftakt in die zweitletzte Woche der WM-Vorbereitung gründlich missglückt. Das Team von Trainer Jan Cadieux geht im Rahmen der Euro Hockey Tour in Schweden mit 1:8 unter.
Trainerassistent Marcel Jenni hatte vor der Partie in Jönköping gegenüber SRF gesagt, dass es in der aktuellen Phase keinen besseren Gegner als die Schweden gäbe. Wie auch immer nutzten die Skandinavier die Mängel im Schweizer Spiel eiskalt aus, und davon gab es in der Defensive viel zu viele. Torhüter Leonardo Genoni konnte einem leidtun, wurde er doch von seinen Vorderleuten Mal für Mal im Stich gelassen, wobei das 0:7 (53.) haltbar war. In der Folge wurde er durch Kevin Pasche ersetzt - mit einer Abwehrquote von 70,83 Prozent.
Die Hälfte der Gegentore kassierten die Schweizer im Mitteldrittel, wobei zweimal das Verteidiger-Duo Tobias Geisser und Simon Le Coultre keine gute Figur machte. Dabei kamen die Gäste nach der ersten Pause gut aus der Garderobe. In der 22. Minute scheiterte Dominik Egli beim Stand von 0:1 am Pfosten. Es war allerdings nur ein kurzes Strohfeuer der Schweizer, die auch im letzten Abschnitt zu wenig Gegenwehr zeigten, was trotz der intensiven Trainings zu denken geben muss. Immerhin gelang Geisser in der 54. Minute mit dem 1:7 noch der Ehrentreffer.
Im ersten Drittel kam Pius Suter, der einzige NHL-Spieler im Schweizer Team, in der 7. Minute dem 1:0 nahe. Die Schweden konnten auf vier Akteure aus Nordamerika zählen, in erster Linie unterstrich die Partie jedoch, über welches Reservoir an Talenten das Heimteam verfügt. Sieben der acht Treffer der Gastgeber erzielten Länderspiel-Debütanten. Als Doppeltorschütze zeichnete sich der 19-jährige Verteidiger Sascha Boumedienne aus. Mit Viggo Björck zum 4:0 (36.), Anton Frondell zum 5:0 (39.) und Ivar Stenberg zum 8:1 (57.) trafen auch drei Spieler, die gar erst 18 Jahre alt sind. Boumedienne und Stenberg erzielten wie NHL-Stürmer Liam Öhgren je drei Skorerpunkte.
So erlitten die Schweizer die höchste Niederlage in der Euro Hockey Tour. Schon im vergangenen November waren sie den Schweden deutlich unterlegen, damals mit 3:8. «Sie waren immer einen Schritt schneller», bilanzierte Suter. Am Freitag reisen die Eisgenossen nach Ceske Budejovice, wo sie am Samstag und Sonntag auf Finnland respektive Gastgeber Tschechien treffen. Dann müssen die Schweizer ein anderes Gesicht zeigen.
Telegramm:
Schweden - Schweiz 8:1 (1:0, 4:0, 3:1)
Jönköping. - 6401 Zuschauer. - SR Brander/Wuorenheimo; Lundgren/Strömberg. - Tore: 14. Öhgren (Silfverberg, Brännström) 1:0. 27. Boumedienne (Persson, Henriksson) 2:0. 31. Berglund (Petersson, Boumedienne) 3:0. 36. Björck (Stenberg) 4:0. 39. Frondell (Berglund, Heed) 5:0. 43. Boumedienne (Henriksson, Öhgren) 6:0. 53. (52:23) Andersson (Stenberg, Karlsson) 7:0. 53. (52:37) Geisser (Rochette, Thürkauf) 7:1. 57. Stenberg (Heed, Öhgren/Ausschluss Thürkauf) 8:1. - Strafen: je 2mal 2 Minuten.
Schweden: Hellberg; Persson, Brännström; Heed, Larsson; Andersson, Hägg; Boumedienne; Petersson, Frondell, Höglander; Karlsson, Björck, Stenberg; Sylvegard, Henriksson, Hedqvist; Silfverberg, Niederbach, Öhgren.
Schweiz: Genoni/Pasche (ab 53.); Kukan, Marti; Egli, Berni; Le Coultre, Aebischer; Loeffel, Geisser; Suter, Malgin, Rochette; Rohrbach, Thürkauf, Hofmann; Riat, Jäger, Baechler; Herzog, Haas, Scherwey.
Bemerkungen: Schweiz ohne Charlin, Chanton, Heldner, Andrighetto, Meyer, Moy und Senteler (alle überzählig oder angeschlagen). - Schüsse: Schweden 27 (6-11-10); Schweiz 26 (11-6-9). - Powerplay-Ausbeute: Schweden 1/2; Schweiz 0/2.