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Eine Ablehnung wäre fatal

In seiner Sitzung vom nächsten Donnerstag befasst sich der Grosse Landrat unter anderem mit der Vorlage «Mietreduktion Eisstadion Davos für drei Jahre (Saisons 2022/23 bis 2024/25)».

Pascal
Spalinger
25.04.22 - 18:00 Uhr
Eishockey
Der HCD will und soll auch weiterhin in der höchsten Liga spielen.
Der HCD will und soll auch weiterhin in der höchsten Liga spielen.
zVg/Marcel Giger (snow-world.ch)

Die beiden Pandemie-Jahre inklusive zweimaliger Absage des traditionellen Spengler Cups haben beim HC Davos ein tiefes Loch in der Kasse hinterlassen. Für die vergangene Saison mussten die Verantwortlichen einen Verlust von 3,8 Millionen Franken verbuchen. Für dieses Jahr sieht das Szenario ähnlich düster aus, obwohl man dank guter Zuschauerzahlen in den Playoffs finanziell noch etwas gutmachen konnte. Trotzdem rechnen die HCD-Verantwortlichen um CEO Marc Gianola auch diesmal wieder mit einem empfindlichen Minus – auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis die genauen Zahlen vorliegen werden. Da die finanzielle Basis durch eigene Bemühungen – unter anderem sparte man durch rigorose Massnahmen mehrere Millionen Franken ein – nicht wieder ins Lot gebracht werden können, ist man auf Hilfe von Aussenstehenden angewiesen, wozu auch die Gemeinde gehört. Bei ihr fragte der HCD Ende März dieses Jahres um eine Festsetzung der Jahresmiete für das Eisstadion auf je 200000 Franken für die Saisons 2022/23, 2023/24 und 2024/25 an. Dazu legten die Verantwortlichen umfangreiches Zahlen- und Statistik­material bei – was den Kleinen Landrat feststellen lässt, der HCD habe offen und transparent kommuniziert.

Gesamtsumme von 880 000 Franken

Laut neuem Eissportanlagen-Benützungsvertrag müsste der HCD für 2022/23 eigentlich eine Jahresmiete von 480 000 sowie für die beiden Folgejahre von 500 000 Franken bezahlen. Die reale Miete würde also 1,48 Millionen Franken betragen, wie die Gemeinde in ihrem Antrag an den Grossen Landrat vorrechnet. Wird die Vorlage am Donnerstag angenommen, käme dies einem Mieterlass von 880 000 Franken auf drei Jahre gleich. Man könnte deshalb von einem bedeutenden Gemeindebeitrag sprechen, meint der Kleine Landrat weiter. Im Gegenzug erwarte der HCD nicht, dass sich die Gemeinde an einer allfälligen ­Kapitalerhöhung beteilige.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Zuletzt erwähnt der Kleine Landrat, dass man im Austausch mit lokalen Wirtschaftsträgern wie Gastronomie, Gewerbe und Hotellerie zum Schluss komme, dass kein drittes umfassendes Covid-19-Unterstützungspaket notwendig sei. Stattdessen sei die Haltung vertreten worden, dass sich die Bemühungen der Gemeinde auf den für Davos sehr wichtigen HCD konzentrieren sollten. Schliesslich generierten Hockeyclub und Spengler Cup zusammen eine sehr hohe Wertschöpfung über verschiedene Branchen hinweg, und schweizweite respektive sogar internationale Medienpräsenz seien beste Werbung für Davos als Sport- und Tourismusdestination. Und nicht zuletzt spiele der HCD in der lokalen Sportförderung der Davoser Jugend eine zentrale Rolle. Würde der Antrag um Mietzins-Reduktion abgelehnt, wäre dies nicht nur für den HCD, sondern auch für die gesamte Region ein herber Schlag. Denn das würde die finanzielle Sanierung erschweren und auf diese Weise das Bestehen des Traditionsclubs im Spitzen-Eishockey stark in Frage stellen.

Wichtiges Signal an Bund und Kanton

Marc Gianola betont auf Anfrage, dass in der gegenwärtigen Situation für den HCD jede Hilfe respektive Entlastung – sei es wirtschaftlich oder in anderer Form – sehr willkommen sei. Ein Ja zur Vorlage wäre aus seiner Sicht ein starkes Signal einerseits an Kanton und Bund, wenn es um etwelche weitere finanzielle Unterstützung gehe. Andererseits könnte man dann aber auch intern weitere Planungen auf besserer Wissensgrundlage vornehmen. Wie man nach der eben zu Ende gegangenen Saison finanziell dastehe, könne noch nicht abschliessend gesagt werden, stellt Gianola klar. Er stellt aber auch in Aussicht, dass man um eine Kapitalerhöhung in diesem Herbst kaum herumkommen werde. In welchem Ausmass diese ausfallen könnte, steht gegenwärtig noch in den Sternen, ist aber auch davon abhängig, wie der Grosse Landrat am Donnerstag ­entscheiden wird.

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