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«Benefiz-Events sind unglaublich wichtig»

Wenn der HCD am 4. Dezember um 15.45 Uhr die ZSC Lions empfängt, handelt es sich um mehr als ein Meisterschaftsspiel. Denn es wird auch für einen guten Zweck gespielt.

Pascal
Spalinger
02.12.22 - 16:00 Uhr
Eishockey
HCD-Captain Andres Ambühl – im Herz-Trikot – und der kleine Mauro freuen sich auf das sonntägliche Benefizspiel.
HCD-Captain Andres Ambühl – im Herz-Trikot – und der kleine Mauro freuen sich auf das sonntägliche Benefizspiel.
zVg/Maurice Parrée

Diesmal zu Gunsten des Vereins Kinderherzforschung Schweiz. Romana Franceschini, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Vereins, erklärt, wie es zur Zusammenarbeit gekommen ist.

DZ: Romana Franceschini, wie sind Sie dazu gekommen, beim Verein Kinderherzforschung Schweiz mitzumachen?

Romana Franceschini: Ich habe meine Physio-Doktorarbeit zum Thema «Verletzungsprävention im Eishockey» verfasst und konnte dabei unter anderem mit dem HC Davos zusammenarbeiten. So kam ich auch in Kontakt mit den Verantwortlichen. Mein Sohn kam mit einem Herzfehler zur Welt und hatte schon innerhalb der ersten sechs Lebensmonate zwei schwere Eingriffe. Daraufhin habe ich beim Verein Kinderherzforschung zu arbeiten begonnen. Heute kümmere ich mich dort um die Anfragen bei Stiftungen, wenn wir Projekte lancieren und finanzieren müssen.

Wofür setzt sich der Verein konkret ein?

Wir betreiben unabhängige Forschungsarbeit und setzen uns für ein nationales Register betreffend Herzfehler und -erkrankungen für bis 18-Jährige ein. Ziel ist es, dank moderner Behandlungs- und Betreuungsmethoden die Sterblichkeit zu verringern sowie die Lebensqualität von betroffenen Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Das Geld liegt aber nicht auf der Strasse, und so müssen wir immer wieder neue Ideen lancieren und Anfragen starten, um alles finanzieren zu können.

Wie ist es zur Zusammenarbeit mit dem HCD gekommen?

Der HCD trägt ja schon seit einigen Jahren jeweils ein Meisterschaftsspiel pro Saison als Benefizpartie aus. Da Greenhope nur noch alle zwei Jahre unterstützt wird, habe ich die HCD-Verantwortlichen angefragt, und dann lag eines Tages die Zusage auf unserem Tisch. Mein Gatte war zudem als Physiotherapeut beim HCD tätig, und im Lauf der Zeit entstand die Idee, warum unser Verein nicht einmal die Hauptrolle bei einem Charity-Game spielen könnte. Auf diese Weise können wir auch unsere Bekanntheit steigern, was im Hinblick auf die positive Beantwortung der Stiftungen auf unsere Anfragen nur von Vorteil sein kann. Bisher ist es so, dass unsere Unterstützungsanträge oft nicht berücksichtigt werden.

Ist es Zufall, dass die Partie gegen die ZSC Lions am 4. Dezember zum Benefizspiel wird, oder wurden die Zürcher gezielt als Partner ausgesucht?

Wir mussten schauen, dass das Ganze an einem Wochenende stattfinden kann, und es kristallisierte sich die Partie des HCD gegen die ZSC Lions heraus. Dann haben wir bei den Lions angefragt und eine Zusage erhalten. Nachdem auch der HCD zugesagt hatte, war alles klar.

Was wird an diesem Tag alles geboten?

Beide Teams werden in Trikots mit dem Herz-Logo unseres Vereins antreten. Mindestens zwei dieser Trikots kann man unmittelbar nach dem Spiel beim Ausgang auf der Nordseite im Ring sowie ab dem zweiten Drittel über Ricardo online ersteigern. Die Auktion läuft bis am 11. Dezember unter «VKHFSCharity» oder unter der Schnellsuche «HCD Charity Game» auf Ricardo. Familien mit herzkranken Kindern und Jugendlichen werden an das Spiel eingeladen. Zudem kann das Publikum Spitzbuben mit Herz sowie vor und während des Spiels Herz-Wintermützen kaufen. Der Erlös kommt dem Verein Kinderherzforschung Schweiz zugut, der damit wichtige Projekte vorantreiben kann.

Wie wichtig sind solche Events sowie die Zusammenarbeit mit bekannten Personen und Vereinen für Sie?

Wir sind ein kleiner und junger Verein. Daher sind solche Veranstaltungen für uns unglaublich wichtig, denn sie sind eine Plattform, um bekannter zu werden. Eines von 100 Kindern ist von einem Herzfehler oder einer Herzkrankheit betroffen, und sehr viele können ein einigermassen normales Leben führen. Trotzdem muss die Forschung weitergehen.

Kindern mit Herzfehlern langfristig helfen

Herzerkrankungen können alle treffen, auch Kinder und Jugendliche. Knapp ein Viertel dieser Neugeborenen sind so krank, dass sie nur wenige Wochen ohne Operation oder Intervention am Herzen überleben würden. Je nach Schweregrad, stellen sich sowohl den Betroffenen als auch deren Familien und Angehörigen grosse Herausforderungen. Noch vor wenigen Jahrzehnten sind diese Kinder tatsächlich gestorben. Heute können sie behandelt werden, meistens erfolgreich. Dieser Fortschritt ist nicht selbstverständlich, er ist vorwiegend der kontinuierlichen Forschung zu verdanken. Diese Forschung ist auf zusätzliche Daten angewiesen, die in der Schweiz leider noch nicht zur Verfügung stehen. Aufgrund dessen betreibt der Verein Kinderherzforschung Schweiz ein Register mit umfassenden und repräsentativen medizinischen Langzeitdaten betreffend Herzfehler und Herzkrankheiten bei Kindern und Jugendlichen bis zum Erwachsenenalter.

Infos unter www.kinderherzforschung.ch

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