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Ligareform: Protest hat gewirkt

Ligareform: Protest hat gewirkt

Die Klubs der National League AG haben die Ligareform der beiden obersten Schweizer Eishockeyligen diskutiert. Die Ausländeraufstockung fällt nach den Protesten von Spielern und Fans geringer aus als geplant.

Südostschweiz
vor 4 Monaten in
Eishockey
Die Ausländeraufstockung fällt moderater aus als ursprünglich angedacht.
OLIVIA AEBLI-ITEM/ARCHIV

Gross war der Protest der Fans und der Spielergewerkschaft im Schweizer Eishockey in der letzten Saison, als die ersten Punkte der Ligareform durchsickerten. Sieben anstatt vier Ausländer sollten es ab der Saison 2022/23 sein, so der Vorschlag der Schweizer Eishockeyklubs. Nun krebsen die diese zurück – der Protest hat offenbar geholfen. Die Ausländeraufstockung fällt gering aus und kommt nur, wenn die Liga mit mehr Teams aufgestockt wird.

Ligabeschluss unter Berücksichtigung der Fans

Die Klubs der National League AG trafen sich in Ittingen, um die Ausländerregelung, den Status der sogenannten «Wie Schweizer», die Zukunft des Spengler Cups und das Financial Fairplay zu beschliessen.

Grosses Gewicht sei auch der Fan-Umfrage zugekommen, welche die Liga durchgeführt hatte und an der über 21’000 Personen teilnahmen. Hier gehts zu den Resultaten der Umfrage.

Folgendes wurde beschlossen:

Mehr Ausländer nur bei Aufstockung der Liga

Die Anzahl ausländischer Spieler pro Team und Spiel ist ab der Saison 2022/23 abhängig von der jeweiligen Ligagrösse. So bleibt die Anzahl Ausländer bei zwölf Mannschaften unverändert bei 4. Bei 13 oder 14 Mannschaften beträgt die Anzahl fünf respektive sechs ausländische Spieler. Wichtiges Detail: Allfällige nach Nordamerika in die NHL abwandernde Spieler sind bei diesen Kontingenten inkludiert und können nicht mehr mit zusätzlichen ausländischen Spielern kompensiert werden.

Ligagrösse, Ligawechsel und Spengler Cup

Die National League umfasst künftig 10 bis 14 Klubs. Sobald die National League 14 Clubs umfasst, wird eine Ligaqualifikation gegen den Schweizer Meister aus der Swiss League gespielt. Weiterhin einen fixen Platz im Spielplan der National League wird der Spengler Cup behalten. Der Vertrag wird um weitere fünf Jahre bis 2026 verlängert.

Status «Wie Schweizer»

Jeder Spieler, der aktuell den Status «Wie Schweizer» hat (d.h. er war mindestens fünf Jahre für eine Schweizer Nachwuchsmeisterschaft (U9 - U20) registriert und lizenziert), behält diesen in der National League unverändert und definitiv. Den dauerhaften Status «Wie Schweizer» in der National League kann zudem jeder Spieler erwerben, der seine Ausbildung während der Saison 2021/22 in der Schweiz beginnt und die Voraussetzungen gemäss den bestehenden Reglementen erfüllt. Ab der Saison 2026/27 werden ausländische Spieler, welche in der Schweiz ausgebildet werden und den Status «Wie Schweizer» erlangen, diesen in der National League nur noch bis zum Erreichen des 23. Altersjahrs behalten. Danach belasten sie das Ausländer-Kontingent, sofern sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht den Schweizer Pass erworben haben.

Financial Fairplay

Die Clubs haben entschieden, im Rahmen eines Gentlemen Agreements das Financial Fairplay per Saison 2021/22 einzuführen und weiterzuentwickeln. Im Laufe dieser Weiterentwicklung sollen auch Themen wie Lohnobergrenze oder allfällige Sanktionen geregelt werden.

Ausblick auf die Saison 2021/22

Die Ligaführung sei aufgrund der vom Bundesrat skizzierten Öffnungsschritte in Sachen Covid-Pandemie zuversichtlich, dass die National League zum Saisonstart am 7. September 2021 wieder vor vollen Zuschauerrängen spielen könne. Voraussichtlich würden aber wegen behördlicher Auflagen nur Geimpfte, Getestete und Genesene, die sich mittels Covid-19-Zertifikats ausweisen können, Zutritt zu den Stadien erhalten, heisst es in der Mitteilung der Liga. (krr)

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