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Niederreiter: «Ich erwarte sehr viel von mir»

Bevor Nino Niederreiter am Sonntag mit seinen Carolina Hurricanes nach Toronto fliegt, wo die NHL ab dem 1. August die Saison mit den Playoffs fortsetzt, hat sich der Churer Zeit für ein ausführliches Interview genommen. Hier ist Teil 2:

Südostschweiz
Freitag, 24. Juli 2020, 12:00 Uhr Interview Teil 2
TV Südostschweiz, 24.07.2020.

Am 1. August startest Du mit den Hurricanes gegen die New York Rangers in die Playoff-Qualifiers-Runde. Auf was für einen Gegner müsst Ihr Euch einstellen?

Das Wichtigste für uns wird es sein, die Spiele mit viel Selbstvertrauen in Angriff zu nehmen. Die Rangers sind nicht gerade unser Lieblingsgegner. In den letzten zwei, drei Jahren haben wir gegen sie nicht oft gewonnen. Wahrscheinlich liegen sie uns einfach nicht besonders. Vielleicht ist es gerade gut, dass die Serie in Toronto gespielt wird, wo die Bedingungen für beide Teams neu sind.

Du hast es angesprochen: Diese Saison habt Ihr gegen die Rangers noch nie gewonnen. Wie sehr ist das in den Hinterköpfen präsent?

Die Playoffs sind definitiv ein anderes Paar Schuhe. Häufig spielt das Heimrecht eine wichtige Rolle. Müssten wir die Serie auswärts bei den Rangers starten, wäre es sicher schwierig. Dasselbe gilt für sie, wenn sie bei uns spielen. In Toronto müssen wir das erste Spiel unbedingt gewinnen, danach kann es schnell gehen.

Wie nahe seid Ihr nach der kurzen Vorbereitung an Eurem Top-Level dran?

Das ist sehr schwierig zu sagen. Motiviert sind definitiv alle. Wir haben nun seit vier Monaten keinen Ernstkampf bestritten. Ich glaube, wer schneller aus dem «Gate» rauskommt, das erste Tor schiesst, den ersten Match gewinnt, wird einen grossen Vorteil haben.

Die Situation ist speziell. Die Serie gegen die Rangers ist auf Best-of-5 verkürzt, beide Teams spielen auswärts und vor leeren Rängen. Hast Du den perfekten ersten Match trotzdem schon im Kopf abgespeichert?

Ehrlich gesagt lasse ich es einfach auf mich zukommen. Wir wissen nicht, wie es sich anfühlen wird. Letztlich sind die Playoffs aber die Zeit, in der man am liebsten spielt. Die Fans sind völlig aus dem Häuschen und es herrscht eine Bombenstimmung. Das wird nun nicht der Fall sein, deshalb bin ich wirklich selber auch gespannt, wie es sich anfühlen wird.

Die Stimmung auf den Rängen wird ausbleiben. Braucht es nun den einen oder anderen Antreiber auf der Bank, der für die nötige Atmosphäre sorgt?

Ich glaube, die Atmosphäre wird automatisch da sein, sobald der Ernstkampf beginnt. Letztlich sind es Playoffs und du weisst, dass jeder Match extrem wichtig ist. Wir dürfen in der Serie keinesfalls ins Hintertreffen geraten, da die Serie verkürzt ist. Es wird extrem spannend.

Aktuell sieht es danach aus, dass du in der zweiten Linie in die Playoffs startest. In der Regular Season warst Du mit Deinen Leistungen aber nicht ganz zufrieden. Was darf man von Dir nun erwarten und was erwartest Du selber von Dir?

Ich erwarte sehr viel von mir. Dass ich top «parat» bin und mit viel Selbstvertrauen in die Serie gehe. Das Gute ist, dass alles bei null beginnt. Du kannst die Saison eigentlich neu beginnen. Das ist etwas, das mir hilft. Wenn du ein Spieler bist, der Tore schiessen muss und es zu Beginn der Saison nicht gut läuft, beginnst du, dich zu verzetteln. Für mich ist es ein Vorteil, dass die Karten nun neu gemischt werden.

Dann hoffen wir, dass Du das ein oder andere Ass im Ärmel hast und Deine Saison noch lange dauert. Und solltest du früher schon zurückkehren, darfst Du Dich dafür umso mehr auf Dein fertig gebautes Eigenheim in Chur freuen.

Ja, auf das freue ich mich wirklich sehr. In den nächsten zwei bis drei Wochen sollte es fertig sein. Ich freue mich riesig, wenn es endlich soweit ist.

(zuj/krt)

Teil 1 des ausführlichen Interviews mit Nino Niederreiter

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