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Weshalb es am Donnerstag keinen Fan-Support gab

Weshalb es am Donnerstag keinen Fan-Support gab

Dominierendes Thema beim Spiel der Platzierungsrunde am Donnerstagabend zwischen dem HC Davos und dem HC Fribourg-Gottéron war nicht etwa das Geschehen auf dem Eis, sondern ein Spruchband in der Ostkurve des Davoser Eisstadions.

Südostschweiz
vor 2 Jahren in
Eishockey
Wo sich sonst die Fans versammeln, prangt am Donnerstag ein Spruchband.
KEYSTONE

Leere Ränge und kaum Stimmung im Stadion. Was bereits in den ersten beiden HCD-Heimspielen der Platzierungsrunde augenfällig war, kulminierte am Donnerstagabend beim Spiel gegen Fribourg-Gottéron (1:2) in einer Art Geisterspielatmosphäre.

Die Catering-Stände blieben teilweise geschlossen. Auf die üblichen Ticketkontrollen bei den Aufgängen zu den Sitzplätzen wurde verzichtet. «Sehr komisch» sei das gewesen auf dem Eis, gab HCD-Stürmer Dario Meyer zu.

«Statt Choreos und Fahnameer – ab hüt Stimmigstod und Kurva leer», war auf einem Transparent auf den Stehrängen der Ostkurve zu lesen. Gegenüber RSO-Reporter Jan Zürcher erklärte Armando*, aktives Mitglied der Davoser Fanszene, weshalb sich die HCD-Fans im Spiel am Donnerstagabend nicht in der Lage sahen, ihre Mannschaft wie gewohnt mit Gesängen, Trommeln und Fahnen zu unterstützen.

  • «In den vergangenen zwei Wochen hat es gegen Exponenten der Ostkurve radikale Massnahmen gegeben. Diese waren oft unbegründet und massiv übertrieben.»
  • «Es kam zu Stadionverboten und Hausdurchsuchungen. Handys wurden konfisziert. Teilweise wurden Leute von der Polizei bei der Arbeit abgeholt. Dies ohne wirkliche Begründung.»
  • «Das Fass zum Überlaufen gebracht hat, dass am Spieltag zehn weitere Stadionverbote gegen Mitglieder der Fanszene ausgesprochen wurden. Dies auf Vermutung hin und ohne handfeste Begründung. Dieses Vorgehen ist in der Schweiz zwar legal, aus unserer Sicht aber alles andere als angemessen.»
  • «Wir stehen hinter der Mannschaft und versuchen, auf solche Aktionen zu verzichten.

Zusammengefasst: In jüngster Vergangenheit hat die Polizei Massnahmen gegen gewisse Exponente der Davoser Fanszene ergriffen. Diese werden von den direkt und indirekt Beteiligten als radikal und unverhältnismässig empfunden. Die Sanktionen trafen einen Grossteil der organisierten Fanszene, sodass «nicht mehr genug Fans der aktiven Fanszene im Stadion waren, um einen würdigen Support zu organisieren», wie die Verantwortlichen der Facebook-Gruppe «Ostkurve Davos» am Freitagmorgen in einer Mitteilung ergänzten.

Fan-Support im Playout-Final wird angestrebt

Auf Nachfrage von «suedostschweiz.ch» drückte HCD-Mediensprecher Markus Glarner sein Bedauern zur Situation aus. «Die Massnahmen gingen von der Polizei aus und nicht vom Klub», so Glarner. Deswegen könne man seitens Klub zu den Vorfällen keine weiteren Auskünfte erteilen.

Seitens Kantonspolizei Graubünden wird betont, dass «die Polizei weder willkürlich noch radikal handelt», wie Polizei-Sprecher Moritz Caderas gegenüber Radio Südostschweiz erklärt. Die Massnahmen seien ergriffen worden; dafür gebe es aber gesetzliche Grundlagen. Details zum Vorgehen der Polizei wollte Caderas nicht preisgeben.

Für den HC Davos, der ab Dienstag im Playout-Final gegen die SCRJ Lakers um den Verbleib in der National League spielt, ist zu hoffen, dass er in dieser Phase der Saison auf die Unterstützung der eigenen Fans zählen kann. Dieses Bestreben wird von der Fanszene geteilt. Es wird betont, dass man voll hinter der Mannschaft stehe und man gerade in dieser schwierigen Zeit gerne alles für den HCD geben würde. «Wir von der Ostkurve werden in Zusammenarbeit mit den verbleibenden Personen der aktiven Fanszene im Playout-Final dennoch versuchen, einen aktiven Support zu organisieren», heisst es in der Mitteilung auf Facebook. (krt)

*Name geändert. Armando ist ein aktives Mitglied der Davoser Fanszene. Er gab gegenüber RSO-Reporter Jan Zürcher während des Spiels Auskunft zur Situation.

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