Schweiz schliesst WM-Gruppenphase mit Sieg ab – und ist im Viertelfinal der Favorit
Das 3:1 gegen Finnland ist für die Schweiz an der Eishockey-WM in Tschechien der sechste Sieg im siebten Spiel. Sie wird in der Prager Gruppe Zweite. Nun wartet im Viertelfinal wieder einmal Deutschland.
Das 3:1 gegen Finnland ist für die Schweiz an der Eishockey-WM in Tschechien der sechste Sieg im siebten Spiel. Sie wird in der Prager Gruppe Zweite. Nun wartet im Viertelfinal wieder einmal Deutschland.
Das Spiel
Die Schweizer wissen schon vor der Partie: Holen sie gegen Finnland mindestens zwei Punkte, spielen sie am Donnerstag im Viertelfinal gegen Deutschland. Sonst ist die USA der Gegner. Für die Finnen geht es im letzten Gruppenspiel um nichts. Sie schliessen die Prager Gruppe sowieso auf dem 4. Platz ab und treffen im Viertelfinal auf Schweden.
Im Startdrittel spielt die Schweiz noch verhalten. Die gewohnt taktisch disziplinierten Finnen können noch mithalten. Nach der ersten Pause schalten die Schweizer dann zwei Gänge hoch, auch physisch. Nun lassen sie es an den Banden rumpeln und kaufen dem Gegner so den Schneid ab. Kevin Fiala eröffnet in der 26. Minute das Score, nachdem sich Harri Säteri von einem Weitschuss von Romain Loeffel überraschen und abprallen lässt. Zwei Minuten später zieht Andrea Glauser von der blauen Linie ab und trifft zum 2:0. Es läuft bei den Schweizern – bis sie erstmals in Unterzahl spielen müssen. Jere Innala nützt die Strafe gegen Andres Ambühl zum Anschlusstreffer (38.).
Im dritten Abschnitt werden die Schweizer wieder etwas passiver und die Finnen wittern ihre Chancen. Zu richtig gefährlichen Möglichkeiten kommen sie aber nicht. In der 57. Minute schliesst Fiala einen schnell vorgetragenen Konter klasse zum 3:1 ab. Es ist die Entscheidung.
Die Bündner / HCD-Spieler
Weil Gaëtan Haas, der zuvor nur die Auftaktpartie gegen Norwegen bestritten hat, wieder einsatzbereit ist, muss der Davoser Ken Jäger (Lausanne HC) auf der Tribüne Platz nehmen. Der Churer Nino Niederreiter bildet wie gehabt zusammen mit Nico Hischier und Kevin Fiala im ersten Block die Schweizer NHL-Sturmlinie. Er gibt die Pässe zum 2:0 und 3:1. Ambühl ist der 13. Stürmer, übernimmt aber die meisten Einsätze von Philipp Kuraschew in der vierten Linie. In der 43. Minute hat der Davoser die grosse Chance zum 3:1, scheitert aber alleine vor Säteri.
In der Verteidigung wird der leicht angeschlagene Jonas Siegenthaler geschont. Sein Platz im zweiten Block nimmt an der Seite von Dean Kukan HCD-Verteidiger Sven Jung ein. Sein Klubkollege Michael Fora ist der siebte Verteidiger.
Stimme zum Spiel
Patrick Fischer, Schweizer Nationaltrainer: «Wir wussten, dass die Finnen eher langsam, aber sehr strukturiert und kontrolliert spielen werden. Im ersten Drittel hatten wir einige unnötige Puckverluste, im zweiten Drittel liessen wir bei Fünf gegen Fünf kaum etwas zu und kontrollierten den Gegner. Es war eine reife Leistung, die mich freut. Wir wollten unbedingt gewinnen.»
So geht’s weiter
Nun kommt es also wie im letzten Jahr und 2021 zum Viertelfinalduell zwischen der Schweiz und Deutschland. Jene beiden Spiele verloren die Schweizer – vor drei Jahren mit 2:3 nach Penaltyschiessen, an der vergangenen WM mit 1:3.
Die Deutschen haben in der Gruppe B in Ostrava fünf ihrer sieben Vorrundenspiele gewonnen und lediglich gegen die Favoriten Schweden und USA verloren. Für das Schweizer Team steht am Mittwoch eine Reise auf dem Programm, denn die Partie wird am Donnerstag in Ostrava, rund 350 Autokilometer von Prag entfernt, ausgetragen. Anspielzeit ist 16.20 Uhr.
Finnland – Schweiz 1:3 (0:0, 1:2, 0:1)
Prag. – 17118 Zuschauer. – SR Campbell/Frano (CAN/CZE), Wyonzek/Zunde (CAN/LAT).
Tore: 26. Fiala (Loeffel) 0:1. 28. Glauser (Niederreiter, Fiala) 0:2. 38. Innala (Granlund, Lehtonen/Ausschluss Ambühl) 1:2. 57. Fiala (Niederreiter) 1:3.
Strafen: 2-mal 2 Minuten plus 5 Minuten (Granlund) plus Spieldauer (Granlund) gegen Finnland, 2-mal 2 Minuten gegen die Schweiz.
Finnland: Säteri; Mattila, Määttä; Vittasmäki, Lehtonen; Kaski, Rissanen; Saarijärvi, Riikola; Jormakka, Björninen, Mäenalanen; Pakarinen, Granlund, Innala; Puljujärvi, Kapanen, Puistola; Helenius, Hyry, Jääskä.
Schweiz: Schmid; Glauser, Josi; Kukan, Jung; Loeffel, Marti; Fora; Niederreiter, Hischier, Fiala; Bertschy, Thürkauf, Andrighetto; Simion, Senteler, Herzog; Ambühl, Haas, Scherwey; Kuraschew.
Bemerkungen: Schweiz ohne Siegenthaler (angeschlagen), Genoni, Jäger (beide überzählig) und Berra (Ersatzgoalie). – 100. Länderspiel von Bertschy. – 29. Tor von Granlund wegen Offsides aberkannt. – Schüsse: Finnland 16 (6-4-6); Schweiz 26 (11-10-5). – Powerplay-Ausbeute: Finnland 1/2; Schweiz 0/3.
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