Wohnungsinitiative in Chur verzögert sich: Gemeinderat schickt Botschaft zurück
Chur hat ein Wohnungsproblem – darin war sich der Gemeinderat einig. Uneinig blieb er sich aber darüber, wie schnell und auf welchem Weg Lösungen vors Volk kommen sollen.
Die SP-Initiative «Für mehr bezahlbaren Wohnraum» fordert, dass ein Drittel der neu gebauten Wohnfläche zu Kostenmiete vermietet wird. Der Stadtrat legte einen Gegenvorschlag vor und schlug ein Viertel der neu gebauten Wohnungen vor.
Kurz vor der Debatte meldete sich der Hauseigentümerverband mit scharfer Kritik. Eine knappe Mehrheit aus Mitte, FDP und SVP folgte dieser Linie und wies die Botschaft an den Stadtrat zurück. Linke und GLP kritisieren den Entscheid als verfassungswidrig, weil die gesetzliche Frist für eine Volksabstimmung nun kaum mehr eingehalten werden kann.
Der Stadtrat muss seine Vorlage überarbeiten. Wann das Stimmvolk über die Initiative abstimmen kann, ist damit vorerst offen.