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Freude verkaufen: In Bündner Reisebüros wird ein ganz besonderes Gut angeboten

Oliver Gartmann von Engelreisen Chur verrät, wo wir Bündner und Bündnerinnen in die Ferien gehen und spricht über Dauerbrenner und Geheimtipps, die nicht länger geheim sind.

Bündner Woche
30.06.25 - 04:30 Uhr
Reisen

Von Lara Buchli

Bald stehen die Sommerferien vor der Türe und man stellt sich die Frage: Wo soll es hingehen? Genau für solche Fragen gibt es sie: Reisebüros.

«Wir verkaufen den Menschen Freude», beginnt Oliver Gartmann, Leiter des Reisebüros Engelreisen in Chur. Es ist so, wie er gesagt hat: Vorfreude und Spannung, damit verlassen seine Kunden und Kundinnen das Büro nach einer Beratung bei ihm. Und bestenfalls mit einem gebuchten Urlaub, scherzt der Büroleiter. «Und genau das macht meinen Job eben aus!» Er wisse morgens, wenn er das Reisebüro betritt, nicht, was ihn heute erwarte. Will jemand auf eine Insel oder möchte jemand anderes lieber eine WC-Tour machen? Aber dazu später mehr.

Das Feld der Sommerdestinationen sei gross, meint Oliver Gartmann. Und ausserdem verändere es sich dauernd. «Wenn wir uns einmal die weltpolitische Situation anschauen, die sich ständig verändert, ist irgendwie klar, dass in unsicheren Gebieten niemand Ferien machen möchte.» Zum Beispiel würden zum jetzigen Zeitpunkt weniger Ferien in den USA gebucht werden, dafür aber im Osten umso mehr. «Japan ist zurzeit sehr beliebt und wird gerne als Urlaubsort gewählt», stellt der Büroleiter fest. Doch das würden nicht alle so toll finden, fügt er hinzu und sein Gesichtsausdruck verändert sich. «Über den massiven Hype um das ostasiatische Land nerven sich auch welche, nämlich die, die mehrmals dort hingehen und sich das Land jetzt mit einer Menge anderer Touristinnen und Touristen teilen müssen.» Deswegen komme es vermehrt vor, dass diese Leute sich andere Urlaubsorte suchen, um den Massen auszuweichen. Schwierig wird das auf Mallorca. Ein Dauerbrenner, wie Oliver Gartmann die Insel nennt. Die Einwohner und Einwohnerinnen nerven sich zunehmend ab dem Massentourismus. «Die Regierung hat deshalb in kleinen Schritten begonnen, sich diesem Problem zu stellen. Anhand von verschiedensten Massnahmen. Doch ob diese Eindämmung reichen wird, sei jetzt mal so dahin gestellt», meint Oliver Gartmann und zuckt mit den Schultern.

Covid-Einschnitt nur von kurzer Dauer

Es gebe auch immer mal wieder Zeiten, wo sich die Leute unsicher seien, wo und ob sie überhaupt im Ausland Ferien machen sollen. «Das konnte man besonders zu Covid-Zeiten gut sehen», meint Oliver Gartmann dazu und macht eine Handbewegung, um Richtung Vergangenheit zu zeigen. Es seien viel weniger Flüge gebucht worden und dafür gab es umso mehr Anfragen für die Schweiz. «Die Leute wollten sich nicht dauernd um Fragen sorgen wie: ‹Kann ich jetzt in dieses Land einreisen?› Oder: ‹Komme ich überhaupt wieder zurück?›» Als die Einschränkungen dann wieder aufgehoben wurden, habe sich die Lage schnell wieder verändert und die Leute seien begeistert wieder ins Ausland verreist. Zu den beliebtesten Reisezielen in Europa zählen unter anderem auch diese Länder: Italien, Portugal, Kroatien und Griechenland.

«Klar ist es für mich von Vorteil, wenn meine Kunden und Kundinnen mit klaren Ideen zu mir ins Büro kommen, aber ich helfe natürlich auch gerne, wenn jemand kommt, der oder die keine Ahnung hat, wo er oder sie hinmöchte. Es bleibt immer spannend», sagt Oliver Gartmann und grinst.

«Einmal hatte ich einen Kunden, der kam mit dem Wunsch zu mir, dass er irgendwo in Ostasien eine WC-Tour machen wollen würde. Das heisst, er wollte die seltsamsten und witzigsten Klos besuchen. Diese Anfrage war schon etwas ulkig, aber an sich auch total interessant!» Was er den Leuten immer ans Herz legen würde: dass man sich nicht immer nur an den beliebtesten Trends auf Instagram oder in Reiseprospekten orientieren sollte. «Es gibt so viele schöne Orte auf dieser Welt, über die niemand spricht und die es sich lohnt zu bereisen.» Wie zum Beispiel den wenig frequentierten Norden Marokkos. «Ich war letztens dort und war begeistert von dem Land. Vor allem ist es nicht überlaufen. Und genau für das Finden solcher nicht mehr ganz geheimen Tipps sei er ja hier. Da der Büroleiter selbst auch ein Riesenreisefan ist, kann er seinen Kunden und Kundinnen immer wieder neue Tipps geben. Eben auch solche, von denen man vielleicht noch nicht so viel gehört hat.

Auf die Frage hin, was denn sein absolutes Lieblingsreiseziel sei, kommt seine Antwort wie aus der Pistole geschossen: «Island.» Ganze zwölf Mal habe er den nordischen Inselstaat bereits besucht. Und diese Zahl wird sich garantiert noch verändern.

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