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Schwarzeis: Schönheit und Gefahr liegen nah beieinander

Die Timelines der Social-Media-Plattformen haben sich in den vergangenen Tagen mit Bildern von Schlittschuhausflügen auf Engadiner Seen gefüllt. Es ist dabei aber auch schon zu gut einem Dutzend Unfällen gekommen. Die zuständigen Fachleute appellieren an die Vernunft der Menschen.

Südostschweiz
Dienstag, 14. Januar 2020, 04:30 Uhr Safety First
Winter kalt
Warntafel - wer daran vorbei läuft, begibt sich in Lebensgefahr.
ARCHIVBILD

Aufgrund der wenigen Niederschläge und der mittlerweile der Jahreszeit entsprechenden Temperaturen hat sich auf diversen Seen Schwarzeis gebildet, das auch am vergangenen Wochenende unzählige Frischluftjünger auf die Eisflächen gezogen hat.

Rasche Hilfe durch Passanten

Cristiano Luminati ist Präsident der Seekommission Oberengadin und im Moment ein gesuchter Interviewpartner. Bisher ist es auf den Seen des Oberengadins zu 14 Unfällen gekommen. Die meisten seien glimpflich ausgegangen. Dies auch dank dem raschen Eingreifen von Passanten, wie Luminati im Gespräch mit Radio Südostschweiz erklärt. Bei einer Alarmierung rücken jedoch die dafür ausgebildeten Feuerwehrleute und natürlich die Rega zum Einsatz aus.

Abklärungen treffen…

«Die Helfer bringen sich bei jeder Rettungsaktion selbst auch in Gefahr», ergänzt Luminati und bittet die Besucher der Oberengadiner Eisflächen darum, sich über die Verhältnisse zu informieren. «Wenn ich auf eine Bergtour gehe, informiere ich mich über die Verhältnisse und kläre ab, welche Gefahren für das Vorhaben bestehen könnten. Das Gleiche gilt auch bei einem Ausflug an einen der gefrorenen Seen.»

… und mit Vernunft auf das Eis

Das Schlittschuhlaufen auf den Seen geschieht auf eigene Gefahr und die Gemeinden lehnen jegliche Haftung ab. Entsprechend appelliert Luminati auch an die Vernunft der Wintersportler. «Gehen Sie mit offenen Augen Schlittschuhlaufen. Blicken Sie nach vorne, um allfällige Löcher in der Eisdecke möglichst früh zu entdecken und sie grossräumig umfahren zu können.» In der Nähe von offenem Wasser sei die Eisdecke sehr schnell sehr dünn. Ausserdem solle man nur bei guten Sichtverhältnissen auf das Eis. Idealerweise bewege man sich auch nur dort, wo andere Leute das Eis bereits befahren haben.

Was tun, wenn man eingebrochen ist?

Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft SLRG hat sechs Eisregeln formuliert. Die erste lautet dabei, dass Eisflächen nur betreten werden sollen, wenn sie von der zuständigen Behörde freigegeben worden seien. Die fünf weiteren Regeln lauten wie folgt:

  • Rettungsgeräte (Leitern, Stangen, Ringe, Bälle, Leinen usw.) sind keine Spielzeuge
  • Die Anweisungen der Ordnungsorgane und der Behörden sind strikte einzuhalten
  • Bei Rissbildung, verursacht durch Tauwettereinbruch, sind Massenansammlungen zu vermeiden.
  • Selbstrettung bei Einbruch! Sofort Arme ausbreiten und versuchen in der gleichen Richtung auszusteigen, aus der man gekommen ist.
  • Eiseinbruch! Sofort weitere Helfer alarmieren und sich nur in Bauchlage und mit einem Rettungsgerät dem Eingebrochenen nähern.

(dje)

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«Wenn ich auf eine Bergtour gehe, informiere ich mich über die Verhältnisse und kläre ab, welche Gefahren für das Vorhaben bestehen könnten. Das Gleiche gilt auch bei einem Ausflug an einen der gefrorenen Seen.» Wo kann man sich informieren? Ich finde kein SLF, c.q. Bulletin über SEEN.