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Vorsicht vor der Sex-Falle: Erpresser verlangen Geld

Unbekannte fordern von Usern für angebliche Sex-Videos Geld. Die Opfer haben 48 Stunden Zeit, die 851 Euro zu zahlen. Ansonsten würden die Videos veröffentlicht. Nicht nur die Polizei Glarus warnt vor den Erpressern.

Martin
Meier
Dienstag, 02. Juli 2019, 04:30 Uhr Die Polizei Glarus warnt
Kriminell: Die Erpresser drohen mit der Veröffentlichung von Sex-Videos, wenn nicht bezahlt wird.
SYMBOLBILD/ ARCHIV

Die Mail beginnt mit «Guten Tag». Dem Leser wird dann aber schlecht: «Ich habe dich eine Weile beobachtet», schreibt der Unbekannte – und gibt den Grund an: «Weil ich dich in einer Werbung auf einer Porno-Website durch einen Virus gehackt habe.» Weiter enthüllt der Schreiber, dass er ein Video gemacht habe. «Das zeigt, wie du auf der linken Bildschirmhälfte masturbierst.» Auf der rechten Hälfte sehe man das Video, «das du gerade angesehen hast». Was folgt, ist der Satz: «Per Knopfdruck kann ich dieses Video an alle Kontakte Ihrer E-Mail und Social Media weiterleiten.»

Ein Video verbreiten will der Unbekannte aber gar nicht. Er will Geld, damit er es eben nicht verbreitet. «Überweisen Sie einen Betrag von 851 Euro auf meine Bitcoin-Adresse. Sobald die Zahlung eingegangen ist, lösche ich das Video», schreibt der Unbekannte.

Kantonspolizei Glarus warnt

Vor solchen Erpressern warnt jetzt nebst dem Zentralschweizer Polizeikonkordat auch die Kantonspolizei Glarus. «Gerade letzte Woche gingen beim Polizeistützpunkt Glarus zwei Meldungen ein», sagt Polizeisprecher Daniel Menzi. «Die betroffenen Personen haben zum Glück nicht bezahlt, da sie rechtzeitig realisiert haben, dass es sich um eine betrügerische Masche handelt.» Aufgrund der Spam-Mails sei nicht auszuschliessen, dass solche Mails auch noch weitere Glarner erhalten hätten, fährt Menzi fort.

Sich nicht erpressen lassen

Die Polizei stellt klar, dass Leute, die solche Mails erhalten haben, nicht gehackt wurden. «Es handelt sich dabei um Spam-E-Mails, die ungezielt in grosser Anzahl versendet werden.» Die Polizei rät, sich auf keinen Fall erpressen zu lassen. Und: «Überweisen Sie keine Geldbeträge, auch nicht in Form von Bitcoins.»

Die in den E-Mails vorhandenen Bitcoin-Adressen könnten Hinweise auf die unbekannte Täterschaft liefern, fährt die Polizei fort. «Mit der Weiterleitung solcher Erpressungsmails an reports@stop-sextortion.ch helfen Sie mit, die Ermittlungen zu unterstützen.» Hat jemand bereits Geld bezahlt, bittet die Polizei die Betrugsopfer, Anzeige zu erstatten.

Um die Privatsphäre zu schützen und den Datenschutz zu gewährleisten, empfiehlt die Polizei ausserdem, Sicherheitsupdates zu installieren und keine Anhänge von unbekannten Absendern zu öffnen.

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