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Waschbär tappt nicht in die Falle

Der Waschbär, der in Rapperswil-Jona gefilmt wurde, läuft immer noch frei herum. Der Wildhüter hält es für unwahrscheinlich, dass das Tier noch gefangen wird.

Christine
Schibschid
Mittwoch, 22. Mai 2019, 17:48 Uhr Kluges Tierchen
BILD LORENZ VOLLENWEIDER

Ein Waschbär streift nachts durch Rapperswil-Jona – diese Meldung sorgte vergangene Woche bei manch einem für Verwunderung. Dass der Wildhüter das gebietsfremde Tier fangen und einschläfern lassen wollte, löste im Internet Diskussionen aus.

Sympathien für das Tier

«Lasst ihn leben, er hat genauso wie wir eine Existenzberechtigung!», schrieb eine Frau bei Facebook. Ein anderer Nutzer schlug vor, der Kinderzoo solle für den Waschbären ein Gehege bauen. Sogar darüber, den Waschbären aufzunehmen, wurde nachgedacht: «Was für eine Bewilligung braucht es? Ich würde ihm gern ein Zuhause geben», schrieb eine Frau.

So wie es aussieht, ist der Waschbär aber ganz ohne fremde Hilfe davongekommen. Nachdem er in zwei aufeinanderfolgenden Nächten vor eine Infrarotkamera in einem Garten in Rapperswil-Jona getappt war, liess er sich nicht wieder blicken, nachdem Wildhüter Benedikt Jöhl dort vergangenen Donnerstag eine Falle aufgestellt hatte. «Tiere sind intelligent, vielleicht hat er geahnt, dass etwas nicht stimmt», kommentiert Jöhl, der seine Falle gestern wieder abgebaut hat.

Ist der Waschbär also aus dem Schneider? «Wir werden sicher die Augen offenhalten, aber die Wahrscheinlichkeit, das Tier noch zu kriegen, ist recht klein», sagt Jöhl. Die Waschbären-Sympathisanten können also aufatmen.

Heimische Natur schützen

Jöhl versteht, dass die Ankündigung, das Tier zu «euthanasieren», nicht bei allen gut ankam. Er verweist aber darauf, dass der Waschbär gebietsfremd ist und einheimische Arten verdrängen kann. «Er plündert zum Beispiel Vogelnester.» Der Waschbär sei ein attraktives Tier, könne der heimischen Tier- und Pflanzenwelt aber arg zusetzen. Es sei sehr wichtig, ihr Sorge zu tragen. «In Deutschland werden jedes Jahr rund 20 000 Waschbären erlegt», erzählt der Wildhüter. Eine fremde Art igrendwo unterzubringen, sei gar kein Thema.

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