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Online-Betrüger machen Jagd auf Investoren

Bei der Kantonspolizei sind vermehrt Anzeigen gegen Online-Betrüger eingegangen, die privaten Investoren zum Teil grosse Geldmengen abgenommen haben.

Südostschweiz
Freitag, 15. März 2019, 09:09 Uhr Kantonspolizei warnt
Spam Mail
Spam-Mails sind vor allem lästig. Professionelle Betrüger gehen heute aber viel subtiler vor.
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Wer per Mail von einem «nigerianischen Prinzen» kontaktiert wird, der einem eine Millionen-Erbschaft in Aussicht stellt, wenn man ihm nur zuerst ein paar Hundert oder Tausend Franken mit Western Union überweist, hat dafür heutzutage nur noch ein müdes Schmunzeln übrig. Längst gibt es aber auch Betrüger, die sehr viel professioneller vorgehen und es gezielt auf interessierte Privat-Investoren abgesehen haben.

Weil bei der Kantonspolizei Graubünden vermehrt Anzeigen gegen solche Betrüger eingegangen sind, warnt sie jetzt explizit davor. Die Betrüger richten ihre Anfragen gezielt an Personen, die zuvor im Internet nach Investitionsmöglichkeiten gesucht hätten, erklärt die Polizei. Diese Interessenten würden dann per Mail oder auf Sozialen Medien kontaktiert und auf Investitionsplattformen aufmerksam gemacht.

Merkmale der Online-Tradingplattformen:
Investmentplattformen mit meist englischen Namen
Hohe Renditeversprechungen bei angeblich marginalen Risiken
Internationale Rufnummern
Überweisungen auf Bankverbindungen in unterschiedlichen Ländern

100'000 Franken verloren

Wer sich dort registriert und Geld transferiert hat meist schon verloren. Kleinere Beträge würden teilweise noch rücküberwiesen, um die Investoren in Sicherheit zu wiegen. Möchte man aber grössere Beträge zurück haben, werden zuerst weitere Überweisungen für Gebühren oder Steuern verlangt, anschliessend das Geld für verloren erklärt und dann der Kontakt abgebrochen. Eine Person hat auf diese Weise fast 100'000 Franken verloren, wie die Polizei weiter schreibt.

Wer also sein Geld im Internet anlegen will, dem rät die Kantonspolizei zu folgenden Vorsichtsmassnahmen:

    • Anbieter überprüfen, keine Investitionen mit Unbekannten
    • Internetrecherchen auf Betrugshinweise tätigen (Finanzmarktaufsichtsbehörden)
    • Rücksprache mit Hausbank oder Vertrauenspersonen
    • Keine Anlagen unter Zeitdruck tätigen
    • Hohen Renditeversprechungen misstrauen
    • Nur Geldanlagen tätigen, welche man versteht

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