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Graubünden ist gut auf verstärkten Wildwechsel vorbereitet

Um dem Schnee auszuweichen, überqueren zurzeit mehr Wildtiere als sonst die Strassen. Der Kanton St. Gallen hat deshalb auf einigen Strecken Temporeduktionen angeordnet und Radargeräte aufgestellt. Graubünden reagiert anders auf den vermehrten Wildwechsel.

Südostschweiz
Mittwoch, 30. Januar 2019, 04:30 Uhr Schnee treibt Wild ins Tal
In Graubünden wird vielerorts vor Wildwechsel gewarnt.
ARCHIVBILD

Weil Wildtiere im Schnee schlechter vorankommen als sonst, suchen sie oft neue Wege, um zu ihren Futterplätzen zu kommen. Viele davon führen über vielbefahrene Strassen. Dadurch erhöht sich das Unfallrisiko, wenn die Tiere an unerwarteten Orten oder zu ungewohnter Zeit die Fahrbahn überqueren, lassen sich Zusammenstösse zwischen Autos und Tieren nicht immer verhindern.

Zwischen Sargans und Mastrils oder entlang dem Hanfuss im Werdenberg kam es in den vergangenen Tagen auch vermehrt zu Verkehrsunfällen mit Rothirschen und Rehen. Die Kantonspolizei St. Gallen hat deshalb einige präventive Massnahmen ergriffen, um Mensch und Tier zu schützen, teilt sie in einem Schreiben mit. Unter anderem sind Geschwindigkeitsbegrenzungen angepasst und semistationäre Radaranlagen aufgestellt worden. Zudem wird mit Signalen auf die Gefahr aufmerksam gemacht.

Graubünden geht die Gefahr anders an

Rund 900 Unfälle mit Wildtieren ereignen sich in Graubünden pro Jahr – über das ganze Jahr verteilt. «Bei uns ist die Ausgangslage anders», sagt Markus Walser, Sprecher der Kantonspolizei Graubünden, gegenüber Radio Südostschweiz. An Orten, an denen der Wildwechsel üblicherweise stark sei, habe man bereits entsprechende Massnahmen getroffen – mit Wildwarnanlagen oder Signalisationen. «Es ist klar, dass das Wild bei den grossen Schneemengen, die wir im Moment haben, ins Tal kommt», meint Walser.

Zusätzliche Massnahmen auch in Graubünden nötig

An zwei Orten im Kanton mussten aktuell aber dennoch zusätzliche Vorkehrungen getroffen werden: Auf der Kantonsstrasse beim Plankis bei Chur und auf der Deutschen Strasse zwischen Landquart und Maienfeld. «Dort haben wir zusätzliche temporäre Wildsignale aufgestellt und machen die Autofahrer auf die Gefahr aufmerksam», so Walser. Diese Schritte würden geprüft und umgesetzt, wenn das Amt für Jagd und Fischerei feststelle, dass es auf Kantonsgebiet aussergewöhnliche Wildansammlungen gäbe.

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