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Achtung: Falsche Polizei-Mails im Umlauf

Wer ein E-Mail mit dem Absender eines Polizisten erhält: Nicht öffnen. Die Post ist gefälscht und verseucht. Die Kantonspolizei Graubünden rät: Ab in den Papierkorb.

Pierina
Hassler
08.03.18 - 04:30 Uhr
Blaulicht
Cybercrime: Die Kantonspolizei Graubünden warnt vor betrügerischen Mails.
Cybercrime: Die Kantonspolizei Graubünden warnt vor betrügerischen Mails.
YANIK BÜRKLI

Falsche Polizisten treiben zur Zeit ein böses Spiel. Seit Dienstagmorgen überfluten sie die gesamte Deutschschweiz mit gefährlichen E-Mails. Im Absender geben sich die Kriminellen als Polizisten aus. Je nachdem als Kantons- oder Kriminalpolizisten. Im Text des Mails informieren die Betrüger über einen Verdächtigen, der im jeweiligen Wohnort der Empfänger eine brutale Straftat verübt habe. Weiter werden die Angeschriebenen aufgerufen, mehr Details über den Gewalttäter im angehängten Word-Dokument nachzulesen. Und die Datei auch gleich noch an möglichst viele Freunde und Bekannte weiterzuleiten.

Markus Walser von der Kantonspolizei Graubünden kennt diese Mails. «Auch in Graubünden haben schon Leute solche Post erhalten», sagt er. Auf dem Facebook-Account der Kantonspolizei habe man einen entsprechenden Hinweis veröffentlicht.

Im Papierkorb entsorgen

Walser warnt davor, das E-Mail zu öffnen und weiterzuleiten. «Die Anweisungen der falschen Polizisten sollten auf keinen Fall befolgt werden. Am besten einfach ungelesen im Papierkorb entsorgen», so Walser. Es würde keiner Polizeibehörde in den Sinn kommen, solche wichtigen Informationen auf diese Weise zu verbreiten. «Wir schreiben doch keine personalisierten Mails, um die Bevölkerung vor Gewalttätern zu warnen.»

Immer gleicher Text

Die Nachricht der falschen Polizisten ist in schlechtem Deutsch verfasst. Der Text ist immer gleich. Hier ein Beispiel eines gefälschten E-Mail: «Hallo Frau Müller mein Name ist Hans Meier, ich vertrete die Kriminalpolizei von Zürich. Es gibt Informationen über einen mutmasslichen Täter, der eine brutale Straftat in ihrem Ort verübt hat. Sie diese an Ihre Freunde weiter. Wir richten Ihnen die Information über den Triebtäter. Machen Sie sich damit bekannt und bitte leiten. Passen sie auf!»

Läuten bei diesem fürchterlichen Deutsch nicht schon sämtliche Alarmglocken, passiert beim Öffnen der Word-Datei Folgendes: Der Anhang ist mit einer Maleware infiziert. Dieses Vorgehen hat zum Ziel, den Computer des Empfängers mit dem E-Banking-Trojaner «Retefe» zu infizieren. Dieser leitet den Webbrowser um, fängt Nutzerdaten ab und manipuliert Transaktionen. Kurz: Ihre sensiblen Daten wie Passwörter oder Log-ins werden gestohlen.

Denn das E-Mail der Kriminellen enthält in Wirklichkeit ein kleines, für den Empfänger fast unsichtbares Bild. Wird eben dieses Mini-Bild heruntergeladen, kommt eine Verbindung mit dem Server des Angreifers zustande. Automatisch werden ihnen so unterschiedlichste Informationen übermittelt.

Abteilung Cybercrime

Zur Masche der Betrüger gehört, unter verschiedenen Vorwänden eine Kontaktaufnahme mit den Empfängern herstellen. Wer wäre für dies besser geeignet als die Polizei oder eine bekannte Firma. Das E-Mail enthält einen kurzen Text oder sogar nur die Kontaktdaten der vorgegaukelten Absender.

Die Kantonspolizei Zürich hat Ermittlungen zur Urheberschaft der falschen Mails eingeleitet. Zuständig ist die Abteilung Cybercrime.

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