Wenn sich sogar die Polizei über einen Autofahrer wundert
Am Samstagmorgen, 11.33 Uhr, ist im Postfach von «suedostschweiz.ch» eine Unfallmeldung der Kantonspolizei St. Gallen eingetroffen – an sich nichts Ungewöhnliches. Im Titel aber fand sich das Wort «unverbesserlich». Solch offensichtliche Wertungen spart sich die Polizei normalerweise. Aber nicht in diesem Fall.
Am Samstagmorgen, 11.33 Uhr, ist im Postfach von «suedostschweiz.ch» eine Unfallmeldung der Kantonspolizei St. Gallen eingetroffen – an sich nichts Ungewöhnliches. Im Titel aber fand sich das Wort «unverbesserlich». Solch offensichtliche Wertungen spart sich die Polizei normalerweise. Aber nicht in diesem Fall.
Diese Nacht wird der fehlbahre Autofahrer wohl nicht mehr so schnell vergessen. Am Freitagabend nach 21 Uhr war der 45-Jährige gemäss einer Mitteilung der Kantonspolizei St. Gallen mit seinem Auto von Flums nach Sargans auf der Überholspur der Autobahn A3 unterwegs. Er bemerkte dabei offenbar nicht, dass vor ihm eine 25-jährige Autofahrerin ebenfalls auf die Überholspur eingebogen war. Weil der Mann nicht bremste, kam es zur Auffahrkollision. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. An beiden Autos entstand Totalschaden und die Fahrbahn wurde durch den Unfall «massiv verschmutzt», wie es weiter heisst.
Der doppelte Bruchpilot
Als die Polizei an der Unfallstelle eingetroffen sei, habe sie bei dem Mann eine Blut- sowie Urinprobe angeordnet. Weil er als fahrunfähig engestuft wurde, nahm sie ihm seinen Führerausweis ab.
Zeitsprung. Einige Stunden später, zwischen 2 und 3 Uhr nachts, streifte ein Autolenker bei der Autobahnausfahrt Landquart ein Ausfahrtsschild. Davon erfuhr die Kantonspoliezi St. Gallen von ihren Bündner Kollegen, wie Markus Rutz, Mediensprecher der St. Galler Kantonspolizei, auf Anfrage erklärte. Und zwar, weil es sich um den selben 45-jährigen Autofahrer handelte, dem sie beim vorherigen Unfall zwischen Flums und Sargans den Ausweis aberkannt hatte. Dieser sei mit einem anderen Auto und – offensichtlich – ohne Fahrerlaubnis unterwegs gewesen. Nebst der vorangegangenen Fahruntauglichkeit habe er sich nun auch noch dafür zu verantworten, so Rutz.
Wie aber reagiert man bei der Polizei auf so eine spezielle Situation? «Man sieht in unserem Job ja so einiges», gab Rutz zu bedenken. «Aber ich kann Ihnen sagen, es haben darüber einige Mitarbeiter nur noch den Kopf geschüttelt.» Intern seien Kommentare wie «unglaublich» und «dreist» gefallen. Manchmal sei man als Polizist der Ohnmacht einfach ausgesetzt. «Wir können ja nicht mehr tun, als ihm den Führerschein zu entziehen.» Im Normalfall reiche das ja auch, so Rutz. Nicht in diesem Fall.
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