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Werden nun mehr Verkehrssünder von der Strasse geholt?

In Graubünden wird schrittweise eine neue Methode zur Erkennung der Fahrunfähigkeit eingeführt. Die ersten Mitarbeitenden der Kantonspolizei Graubünden und der Stadtpolizei Chur sind bereits ausgebildet.

Südostschweiz
31.05.17 - 17:17 Uhr
Blaulicht
Polizei Stapo Stadtpolizei
Die Kantonspolizei Graubünden und die Stadtpolizei Chur verzichten künftig auf Vortests.
Yanik Buerkli

«Würde ich bei dieser Person einsteigen oder nicht?» Diese Frage müssen sich die Bündner Polizisten künftig stellen und sollen so unter anderem Autofahrer unter Drogeneinfluss eher überführen können. Dazu greifen unsere Polizisten nicht direkt auf die herkömmlichen Vortests zurück, sondern zunächst auf ihr Urteilsvermögen.

Viele Gründe können zur Fahrunfähigkeit führen. Nebst Drogen auch Alkohol, Müdigkeit oder Medikamente. Herkömmliche Vortests, welche bisher zur Feststellung von Drogen oder Medikamenteneinfluss verwendet wurden, liefern jedoch keine zuverlässigen Ergebnisse mehr, wie Mediensprecher Roman Rüegg auf Anfrage von Radio Südostschweiz betonte. Diesem Umstand werde mit der neuen Methode zur Erkennung der Fahrunfähigkeit nun Rechnung getragen.

Dabei steht eben die Beurteilung des Polizisten im Zentrum. Ob die fahrzeuglenkende Person nervös ist oder nicht, spiele bei der Beurteilung höchstens eine untergeordnete Rolle. Zentral seien andere Feststellungen. Darauf wollte Rüegg jedoch aus taktischen Gründen nicht weiter eingehen. 

Die Methode stützt sich schliesslich auf ein Drei-Säulen-Prinzip: Relevant sind dabei die Beobachtungen des Polizisten, die ärztliche Beurteilung und das Gutachten zur Blut- und Urinentnahme.

Positive Erfahrungen anderer Korps

Die Methode werde von einigen Schweizer Polizeikorps bereits erfolgreich angewendet. Die ersten Mitarbeitenden der Stadtpolizei Chur und der Kantonspolizei Graubünden haben gemeinsam mit Mitarbeitenden anderer Ostschweizer Korps die Ausbildung kürzlich abgeschlossen und werden die Methode künftig bei Kontrollen anwenden.

Die Methode habe zum Ziel, fahrunfähige Personen, welche mit den bisherigen Mitteln nur unzureichend erkannt werden konnten, engmaschiger zu erfassen und so zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beizutragen.

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