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Plattform gegen Menschenhandel fordert Schutz in allen Kantonen

Opfer von Menschenhandel sollen überall in der Schweiz angemessene Unterstützung erhalten. Das fordert die Plateforme Traite. Sie unterbreitete ihre Empfehlungen am Dienstag Bundesrat Beat Jans beim Besuch der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration in Zürich.

Agentur
sda
21.04.26 - 14:09 Uhr
Politik
Bundesrat und Justizminister Beat Jans am Dienstag in Zürich bei einem Treffen mit Mitgliedern der Plateforme Traite, der Schweizer Plattform gegen Menschenhandel.
Bundesrat und Justizminister Beat Jans am Dienstag in Zürich bei einem Treffen mit Mitgliedern der Plateforme Traite, der Schweizer Plattform gegen Menschenhandel.
KEYSTONE/ANDREAS BECKER

Der Justizminister besuchte bei seinem jährlichen Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Schweizer Plattform gegen Menschenhandel eine geschützte Unterkunft für Betroffene und tauschte sich mit den Mitgliedsorganisationen der Plateforme Traite aus. Zudem traf er eine Klientin der Fachstelle, wie es in einer Mitteilung der Plattform hiess.

Diese Frau wurde in der Schweiz Opfer von Menschenhandel. Nach mehreren Jahren der sexuellen Ausbeutung floh sie aus dieser Situation und landete auf der Strasse, wo sie von Sozialarbeiterinnen angesprochen wurde, wie die Plattform weiter schrieb. Gemeinsam suchten diese die Polizei auf, die die Frau anschliessend an die Fachstelle weitervermittelte.

Dank der spezialisierten Opferschutzorganisation habe die Frau Zuflucht in einer geschützten Unterkunft gefunden und psycho-soziale Beratung und Betreuung gemäss Opferhilfegesetz erhalten sowie entsprechend der Europaratskonvention zur Bekämpfung von Menschenhandel. Die Frau entschied sich, Anzeige gegen die Täterschaft zu erstatten und nimmt aktiv an einem Strafverfahren teil.

Fehleinschätzung einiger Kantone

Einige Kantone gingen heute noch davon aus, von Menschenhandel verschont zu bleiben. Menschenhandel und Ausbeutung würden jedoch keine Grenzen kennen, und die den Behörden gemeldeten Fälle spiegelten die Realität nur teilweise wider, betont die Plattform.

Der Mangel an Sensibilisierung und Ausbildung bei den Erstkontaktstellen sowie das Fehlen effektiver Zuweisungsmechanismen führten heute dazu, dass diese oft komplexen Situationen in einigen Kantonen nicht erkannt werden. In den Kantonen, in denen spezialisierte Organisationen oder Kooperationsvereinbarungen existierten, funktionierten der Opferschutz und die Strafverfolgung dagegen, auch wenn es Verbesserungsbedarf gebe.

Die Plateforme Traite fordert den Bundesrat und die Kantone auf, sicherzustellen, dass ausreichende finanzielle Mittel für die Schaffung neuer Angebote sowie die Stärkung bestehender interdisziplinärer Strukturen und Kooperationen bereitgestellt werden. Diese Massnahmen würden eine Harmonisierung der kantonalen Praxis ermöglichen und eine wirksame sowie bedarfsgerechte Unterstützung der Opfer sicherstellen, schreibt die Plattform.

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