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Stadtrat zieht beim Lido-Projekt die Reissleine

Weil die Kosten aus dem Ruder laufen, will der Stadtrat von Rapperswil-Jona im Lido nur das Schwimmbad für 25 Millionen Franken erneuern. Eine neue Trainingseishalle ist auf unbestimmte Zeit verschoben.

Pascal
Büsser
11.09.17 - 17:44 Uhr
Politik
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Diese Visualisierung wird im Lido von Rapperswil-Jona nicht Realität.

Ein neues Schwimmbad samt Eishalle würde rund 45 Millionen Franken kosten. «Der Stadtrat schätzt das Gesamtprojekt aufgrund der vorliegenden Kostensituation nicht als mehrheitsfähig ein», schreibt die Stadtkanzlei in einer Mitteilung. Aus diesem Grund habe der Rat auf Antrag der Objektbaukommission entschieden, die weitere Planung vorerst auf die Sanierung und Erneuerung des Schwimmbades Lido zu konzentrieren. «Der Bereich Eis wird vorläufig zurückgestellt und später als separates Projekt behandelt», heisst es weiter. «Dabei ist derzeit die Standortfrage noch offen.»

45 statt 30 Millionen

Die Bürgerversammlung vom 5. April 2016 hatte einen Projektierungskredit in der Höhe von 965 000 Franken für die Sanierung und Erneuerung des Schwimmbads Lido und für den Neubau eines Sockelgebäudes an die bestehende Bootshalle als Standort für eine neue Traglufthalle für die Eisläufer und Hockeyaner bewilligt. Zudem stimmte sie einem Baukredit für ein temporäres Ausseneisfeld in der Höhe von 2,1 Mio. Franken zu. Im April 2017 fällte der Stadtrat dann den Entscheid, anstelle einer Traglufthalle eine fixe Trainingshalle zu erstellen und mit dem Bau des Ausseneisfelds zuzu-warten, bis der Entscheid zum Gesamtprojekt an der Urne gefallen ist.

Auf der Basis des Stadtratsentscheids vom April 2017 habe die Objektbaukommission das detaillierte Vorprojekt-Plus erstellt. Sie kam auf Kosten von rund 45 Mio. Franken. «Damit lag der Kostenvoranschlag klar über der ursprünglichen Grobkostenschätzung von rund 30 Mio. Franken», hält die Stadt fest.

Schwimmbad für 25 statt 22 Millionen

Beim Schwimmbad, ursprünglich mit 22 Mio. Franken veranschlagt, kommen die Kosten gemäss Vorprojekt auf rund 25 Mio. Franken zu liegen – inklusive Baukostenreserve von zwei Millionen. «Zwecks Kostenoptimierung wurde das Raumprogramm reduziert und das Schwimmbadgebäude sowie die Umgebungsarbeiten optimiert», schreibt die Stadt.

Der Hauptgrund für die hohe Kostenüberschreitung liege primär beim Eisprojekt, welches rund 10 Mio. Franken teurer zu liegen käme als ursprünglich vorgesehen. Gründe für die Kostensteigerungen seien insbesondere die Eistechnik, die aufwändiger ausfiel als ursprünglich erwartet, der Entscheid zugunsten einer fixen Trainingshalle, statische Massnahmen bei den Bootshallen sowie ein erweitertes Raumprogramm aufgrund verschiedener Nutzeransprüche und Technikräume. «Generell generiert der Standort Lido aufgrund der vorhandenen Rahmenbedingungen hohe Baukosten», hält die Stadt fest.

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