Wo rollt der Vekehr künftig durch Bad Ragaz?
Bad Ragaz möchte sein Verkehrsproblem endlich in den Griff bekommen. Einmal mehr befinden die Stimmberechtigten am Sonntag über eine Verkehrsentlastung. Doch diese ist umstritten, das Problem droht erneut nicht gelöst zu werden.
Bad Ragaz möchte sein Verkehrsproblem endlich in den Griff bekommen. Einmal mehr befinden die Stimmberechtigten am Sonntag über eine Verkehrsentlastung. Doch diese ist umstritten, das Problem droht erneut nicht gelöst zu werden.
Am Sonntag kommt es in Bad Ragaz zur Abstimmung über die Dorfkernumfahrung «Mühlerain». Die Frage, wie der Dorfkern vom Durchgangsverkehr entlastet werden kann, beschäftigt in Bad Ragaz seit Jahrzehnten. In der Vergangenheit wurden mehrere Varianten erarbeitet und wieder verworfen.
Mit dem Projekt «Mühlerain» hat der Kanton St. Gallen für die 6000-Seelen-Gemeinde eine umsetzbare sowie finanzierbare Variante erarbeitet. Wird das Projekt angenommen, fliesst der Verkehr künftig nicht mehr von der Pfäferserstrasse über die Bernhard-Simon-Strasse, den Krone- und den Bartholoméplatz von und zu der Maienfelderstrasse. Der Dorfkern mit dem historischen Dorfbad, dem Rathaus, Ladenstrassen und Restaurants würde entlastet. Stattdessen würde der Verkehr auf die Mühlerainstrasse hin zum Kurpark verlegt. Der Gemeinderat, das Gewerbe und die IG Bad Ragaz unterstützen diese Variante.
Befürworter und ein starker Gegner
Damit sind jedoch nicht alle Ragazer glücklich. Längst hat ein Referendumskomitee Dorfumfahrung Bad Ragaz zur Ablehnung der Vorlage am Sonntag aufgerufen. Auch das «Grand Resort» ist mit der vorgeschlagenen Lösung nicht glücklich. Das Resort rechnet mit Umsatzeinbussen und erhält als grösster Arbeitgeber Support aus der Bevölkerung.
Das ist aber noch nicht alles: Das «Grand Resort» will nicht nur verhindern. Es hat mit der Variante «Rosenbergli» schon vor geraumer Zeit eine frühere Idee wieder ins Spiel gebracht. Diese Variante unterhalb von Pfäfers hatte die Ragazer Bevölkerung 1979 und 1985 abgelehnt. Das «Grand Resort» würde an die geschätzten Kosten von 20 Millionen Franken bis zu fünf Millionen Franken berappen.
Die Gemeinde wartet nun das Abstimmungsergebnis vom Sonntag ab und entscheidet dann, wie es mit dem Verkehr im Dorf weiter gehen soll.
Philipp Wyss ist Wirtschaftsredaktor der gemeinsamen Redaktion der Zeitung «Südostschweiz» und der Internetseite «suedostschweiz.ch». Mehr Infos
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Das Verkehrsproblem wird so…
Das Verkehrsproblem wird so oder so nicht gelöst am Sonntag. Entweder es wird zurück gestellt oder es wird von einer Strasse auf die andere verschoben. Noch schlimmer: Bei einer Annahme würde der ganze Taminataler Verkehr den Grandhotels vor die Haustüre beziehungsweise hinter die Balkone der Gästezimmer platziert. Welcher Kurgast liebt schon am frühen Morgen von Strassenverkehr geweckt zu werden? - Die Befürworter des Mühlerainprojekts ignorieren das genau so, wie sie nicht wahrhaben wollen, dass nur das Oberdorf nicht aber die Wohngebiete an der Sarganserstrasse vom Verkehr entlastet würden. Eine Verkehrsentlastung entsteht nur, indem man den Verkehr nachhaltig über das Rosenbergli ins Taminatal umlenkt. Wenn die Lokalpolitik jedoch mit dem selben Eifer das Projekt Rosenbergli angeht oder zumindest mit dem selben Eifer, wie die Gemeinde Pfäfers die Taminaschluchtbrücke mitsamt Umgehungsstrasse bewerkstelligte, dann nämlich kann diese Thematik schnell, gezielt und nachhaltig gelöst werden.