Kandidierende für den Grossen Landrat
«Für eine transparente Gesundheitspolitik»
Was ist für Sie das zentralste Thema der kommenden Legislaturperiode?
Es gibt nicht nur ein Thema, sondern mehrere. Dazu gehört, genügend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Auch, welche Gesundheitsleistungen wir zukünftig in Davos anbieten können, ist für mich zentral.
Wie möchten Sie dieses Thema einbringen und umsetzen?
Als Grosse Landrätin setze ich mich für eine transparente Gesundheitspolitik ein, welche die Bedürfnisse von Bevölkerung und Tourismus berücksichtigt. Dazu gehört für mich nebst der Kompetenz im Verwaltungsrat auch eine Diversität in dieses Gremium. Nur so können unterschiedliche Sichtweisen gut eingebracht werden.
Was muss in Davos getan werden, um die Stadt attraktiver zu machen?
Die Hauptbereiche sind in der Innenentwicklungsstrategie und dem Freiraumkonzept der Gemeinde definiert. Für mich ist dabei zentral: die Erhaltung von Grünzonen im Zentrum und des typischen Davoser Baustils, die Seitentäler vom Massentourismus zu verschonen und Wohnraum für alle zu schaffen.
Wie stehen sie zur Verschiebung des Bahnhofs Dorf?
Die Idee, ein Dorfzentrum zu errichten, gefällt mir sehr. Wichtig dabei sind für mich zwei Dinge: dass die damit verbundenen Projekte auch den nächsten Generationen zum Vorteil gereichen und dass ortsprägende Objekte nicht verschwinden.
Sollen die Parkplätze an der Promenade aufgehoben werden?
Nein, aber man sollte sie zumindest reduzieren für eine attraktive Promenade. Dass Dienstleistende, wie beispielsweise Lieferantinnen und Lieferanten, parkieren können müssen, ist klar.
Alter: 57
Zivilstand: verheiratet
Kinder: drei
Beruf: Journalistin
«Qualitatives Wachstum mit gesundem Menschenverstand»
Was ist für Sie das zentralste Thema der kommenden Legislaturperiode?
Unser grosses und übergreifendes Thema ist «Davos stärken». Darunter fallen Massnahmen, welche Davos als Wirtschaftsstandort und Lebensort weiterbringen. Zu Beispiel Gewerbezonen, Park -und Umschlagplätze, aber auch Deregulierungen beim Beziehen von Flächen für Gewerbe und Wohnraum. Meine Überzeugung ist qualitatives Wachstum, mit Augenmass und gesundem Menschenverstand.
Wie möchten Sie dieses Thema einbringen und umsetzen?
Als freisinniger Politiker habe ich das Bewusstsein, dass jeder Franken, welcher ausgegeben wird, vorher verdient werden muss oder sich zum grossen Teil amortisieren soll. Ich freue mich darauf, mich zum «Preis-Leistungs-Verhältnis» von Projekten wieder pointierter äussern zu können. Nach meinem Jahr als Landratspräsident kann ich das dann auch wieder aktiver machen.
Was muss in Davos getan werden, um die Stadt attraktiver zu machen?
Davos soll und kann seine Mischung aus Urbanität und der Lage in der alpinen Landschaft nicht verändern. Zusätzlich zum sorgfältigen Umgang mit der Natur brauchen wir deshalb auch ein wirtschaftsfreundliches Umfeld und eine breite Palette von Angeboten. Wir brauchen die Zonenplanung und rasche Bewilligungsverfahren. Dazu kommt, dass der Kulturtourismus ein wichtiges Standbein im Kanton werden soll. Hier sind wir mit der geplanten Erweiterung des Kirchner Museums in der «Poleposition».
Wie stehen sie zur Verschiebung des Bahnhofs Dorf?
Im Grundsatz kritisch positiv. Wenn es gelingt das Projekt, in das Gesamtverkehrskonzept so einzubinden, dass es zu Verbesserungen in der verkehrstechnischen Erschliessung führt. Dann hat das Projekt reelle Chancen an der Urne zu bestehen.
Sollen die Parkplätze an der Promenade aufgehoben werden?
Nein. Ich bin ein überzeugter Anhänger der temporär verkehrsfreien Promenade, wie sie sich im Sommer bewährt hat. Es spricht nichts dagegen, dieses Konzept an ausgewählten Tagen auch im Winter durchzuführen. Die restliche Zeit sollte der Verkehr verteilt bleiben. Das heisst konkret, dass ich gut verteilte Kurzzeitparkplätze an der Promenade befürworte. Wenn man sie entsprechend plant und gestaltet.
Alter: 55
Zivilstand: in guten Händen
Kinder: –
Beruf: Biochemiker/Molekular-Biologe, CEO eines Forschungsverbandes und einer Biobank
«Die wirtschaftliche Stabilität gewährleisten»
Was ist für Sie das zentralste Thema der kommenden Legislaturperiode?
Das Zentralste ist für mich die wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten.
Wie möchten Sie dieses Thema einbringen und umsetzen?
Als Unternehmer und in meiner 3. Legislatur, kann ich auf grosse Erfahrung und ein starkes Netzwerk zurückgreifen, um konkrete und nachhaltige Lösungen anzustreben.
Was muss in Davos getan werden, um die Stadt attraktiver zu machen?
Davos ist bereits attraktiv. Wir müssen Sorge tragen, zu dem, was wir haben und was unsere Vorfahren aufgebaut haben. Gleichzeitig müssen wir innovative Ansätze weiter verfolgen, um die Lebensqualität der Einheimischen und die Anziehungskraft der Gäste weiter zu fördern.
Wie stehen sie zur Verschiebung des Bahnhofs Dorf?
Grundsätzlich positiv, für mich wäre aber die perfekte Lösung zusätzlich die Bahnlinie ab dem Davosersee bis zur Dischmastrasse unterirdisch zu führen. So könnten viele verkehrstechnische Probleme für die Zukunft gelöst werden und dann ist es auch ein wirkliches Generationenprojekt.
Sollen die Parkplätze an der Promenade aufgehoben werden?
Nein auf keinen Fall!
Alter: 57
Zivilstand: Geschieden
Kinder: zwei Töchter, 29- und 32-jährig
Beruf: Unternehmer
«Tragbarer Wohnraum und Wege für den Langsamverkehr»
Was ist für Sie das zentralste Thema der kommenden Legislaturperiode?
Mit dem kommunal räumlichen Leitbild (krL) wurde eine umfassende, hervorragende Grundlage geschaffen, damit sich Davos weiterentwickeln kann. Dieser Entwicklungsprozess hat bereits begonnen, wird jedoch in der nächsten Legislaturperiode erst richtig Fahrt aufnehmen. Den Taten, die auf das krL nun folgen, messe ich grosse Bedeutung bei, denn sie werden Davos und uns Einheimische in vielerlei Hinsicht langfristig prägen.
Wie möchten Sie dieses Thema einbringen und umsetzen?
Einerseits werde ich die Vorschläge der Regierung diesbezüglich gründlich prüfen und wo sinnvoll, Änderungsvorschläge anbringen. Andererseits werde ich mich weiterhin konkret für diejenigen Themen einsetzen, die seit Langem auf eine Lösung warten und dringend sind: wirtschaftlich tragbarer Erstwohnraum und gute Wege für den Langsamverkehr. Dies tue ich, in dem ich mit verschiedenen Betroffenen und Entscheidungsträgern wiederkehrend das Gespräch suche, Lösungsvorschläge erarbeite und gegebenenfalls Vorstösse im Parlament mache.
Was muss in Davos getan werden, um die Stadt attraktiver zu machen?
Ich habe gelernt, dass zwischen greifbarer Attraktivität (es sieht schön aus) und nicht greifbarer Attraktivität (die Rahmenbedingungen sind gut) unterschieden werden muss. Zur Ersten: Es ist leider Fakt, dass unsere Stadt wenige Personen mit ihrem Charme anlockt. Durch eine Aufwertung unseres Stadtzentrums (grüner, ruhiger, einladender, offener) können wir das Wohlbefinden und die Wertschöpfung im Zentrum steigern. Ausserdem müssen wir zu unseren historischen Gebäuden und Ortschaften, wie dem Sertig Dörfli und Monstein, besondere Sorge tragen. Die Umgebung von Davos ist einmalig. Zur Zweiten: hier ist abermals die grosse Wohnungsnot zu erwähnen. Für Familien sind ausserdem eine fortschrittliche, unterstützende Schule, sichere Schul- und Freizeitwege und familienergänzende Betreuungsangebote wichtige Themen.
Wie stehen sie zur Verschiebung des Bahnhofs Dorf?
Ein spannendes Projekt. Es zeichnet Davos und unsere Regierung aus, dass kreativ und mutig gedacht wird. Da das Projekt jedoch noch nicht bis ins nötige Detail ausgearbeitet und präsentiert wurde, habe ich noch keine abschliessende Meinung dazu.
Sollen die Parkplätze an der Promenade aufgehoben werden?
Die Parkplätze sollen meines Erachtens nicht kategorisch aufgehoben werden. An gewissen Stellen können sie durchaus sinnvoll, sogar wichtig sein. Die Behauptung, dass die Aufhebung der Parkplätze an der Promenade den Geschäften schaden soll und dass mehrere Studien dies belegen, verwundert mich allerdings. Auf der Suche nach diesen Studien blieb ich erfolglos und bin tatsächlich auf Gegenteiliges gestossen.
Alter: 37
Zivilstand: verheiratet
Kinder: zwei, 8- und 9-jährig
Beruf: Mitarbeiterin in der Gruppe Risiko und Resilienz am SLF
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