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Viele Steuersünder zeigen sich in Liechtenstein selbst an

Von einer zeitlich befristeten Amnestie für Steuerdelikte im Fürstentum Liechtenstein wird rege Gebrauch gemacht. Seit Anfang Jahr haben sich fast 400 natürliche und juristische Personen selbst angezeigt, wie das Steueramt am Donnerstag mitteilte.

Südostschweiz
03.11.11 - 21:38 Uhr

Vaduz. – «Man darf von einem Erfolg reden», sagte Marco Felder, Leiter der Steuerverwaltung, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Offenbar sei es gelungen, den Selbstanzeige-Prozess vertrauenswürdig zu gestalten, sodass sich Steuersünder ohne Angst vor weiteren Konsequenzen stellten. Über die Höhe der nachbezahlten Steuern wollte Felder keine Angaben machen.

Personen, die sich im laufenden Jahr der Steuerhinterziehung oder des Steuerbetrugs anzeigen, müssen lediglich die Nachsteuer für fünf Jahre bezahlen. Darüber hinaus gibt es keine Konsequenzen. Die Delinquenten müssen weder eine Strafe oder Busse, noch einen Steuerzuschlag oder einen Verzugszins fürchten.

Sehr attraktive Möglichkeit der Selbstanzeige

Die «sehr attraktive Möglichkeit» besteht noch bis Ende Jahr, danach werden bei Selbstanzeigen ein Zuschlag auf die Nachsteuer und ein Verzugszins fällig. Viel teurer wird es für den, der bei Steuerdelikten geschnappt wird: Die Busse kann bis zu dreimal so hoch sein, wie die hinterzogene Steuer. «Die Konsequenzen werden oft sehr stark unterschätzt», sagte Felder.

Anlass für die Steueramnestie war das Inkrafttreten des neuen Steuergesetzes Anfang 2011. Die letzte Amnestie gab es im Fürstentum in den 60er-Jahren, als das Steuergesetz revidiert wurde. Man habe schon damals gute Erfahrungen damit gemacht, erklärte der Steueramtsleiter. (sda)

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