Die Stadt erhält ein «sportliches Gewissen»
Sieben Sportbegeisterte bilden neu den Sportrat von Rapperswil-Jona. Sie sollen als «sportliches Gewissen» der Stadt zusammen mit dem neuen Sportkoordinator Thomas Zahner dem Stadtrat sportpolitische Steilvorlagen liefern.
Sieben Sportbegeisterte bilden neu den Sportrat von Rapperswil-Jona. Sie sollen als «sportliches Gewissen» der Stadt zusammen mit dem neuen Sportkoordinator Thomas Zahner dem Stadtrat sportpolitische Steilvorlagen liefern.
Seit Freitagabend, 21 Uhr, hat die Stadt Rapperswil-Jona offiziell einen Sportrat. Wie der Stadtrat oder der Bundesrat besteht er aus sieben Personen. Gewählt hatten ihn rund 40 Sportinteressierte, die sich zum öffentlichen Sportforum im Schulhaus Bollwies eingefunden hatten, per Akklamation.
Der Ort war nicht zufällig gewählt. Das Bollwies ist die Heimstätte der Sportklassen von Rapperswil-Jona. Einem spezifischen Oberstufen-Angebot, das auf die Förderung von Sporttalenten abgestimmt ist. Im Sommer 2014 aus der Taufe gehoben, werden im nächsten Schuljahr bereits um die hundert Talente in fünf Klassen das Angebot nutzen, wie Stadtrat und Schulpräsident Thomas Rüegg erklärte.
Die Sportschule ist ein Grundpfeiler der städtischen Sportpolitik. Ein anderer ist die Infrastruktur, die sowohl seitens Behörden als auch seitens der Vereine immer wieder lobende Erwähnung findet. Und den Vereinen kostenlos von der Stadt zur Verfügung gestellt wird. Nicht in allen Gemeinden ist das eine Selbstverständlichkeit. Mit dem nun gegründeten Sportrat ist ein dritter Pfeiler hinzugekommen.
Vernetzen und Impulse geben
Vor rund anderthalb Jahren haben die Vereine dem Stadtrat den Ball, respektive drei Pucks, zugespielt, wie Rüegg sich gestern erinnerte. Mit einer klaren Forderung: Der Schaffung einer Koordinationsstelle für den Sport in der Verwaltung – wie dies andere Städte in der Schweiz auch kennen. Dies, um die Sportpolitik in der Stadt auf ein höheres Level zu heben. Die grossen Sportvereine hatten sich in einer Ad-hoc-Interessengemeinschaft zusammengefunden, um diese Forderung an den Stadtrat zu tragen (Ausgabe vom 22. Januar 2016).
Rüegg nahm das Heft in die Hand. Im Dezember 2016 bewilligte die Bürgerversammlung die Schaffung einer Fachstelle Sport mit 100 Stellenprozenten. Anfang Februar stellte die Stadt Thomas Zahner als neuen Sportkoordinator vor. Er war laut Rüegg aus über 20 Personen ausgewählt worden.
Die Stelle ist im Ressort Bildung, Familie von Thomas Rüegg angesiedelt, der seit der Behördenreorganisation Anfang Jahr auch für den Sport zuständig ist. Aufgabe von Sportkoordinator Zahner ist es derweil, die Sportvereine und weitere Sport-Akteure innerhalb der Verwaltung zu vertreten, die Vernetzung der Akteure sicherzustellen und auch eigene Impulse zur Sportpolitik in der Stadt zu geben, wie er selber rekapitulierte.
Zehn Sitzungen pro Jahr
Der nun gegründete siebenköpfige Sportrat soll dazu dienen, die Interessen der Sportakteure der Stadt zu bündeln. Und als «sportliches Gewissen» der Stadt zu fungieren, wie es Zahner ausdrückte.
Der Sportrat solle insbesondere Strategien und Visionen entwickeln, Synergien erkennen sowie den Austausch von Kompetenzen, Ressourcen, Informationen und Gedanken fördern, Veranstaltungen über einzelne Vereine hinaus unterstützen, bei der Planung neuer und auszubauender Sportanlagen mit dem Stadtrat zusammenarbeiten, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit leisten sowie Vorschläge für Preisträger des Sportpreises machen und die Preisverteilung mitorganisieren. Gewählt sind die Mitglieder auf zwei Jahre. Einen Vorsitzenden werden sie an der ersten Sitzung bestimmen. Für die Erstbesetzung des Gremiums hat die IG Sportvereine, die den Prozess initiierte, sieben Mitglieder vorgeschlagen. Es sind dies Tennis-Seniorenschweizermeister Christian Ernst, Ex-Profi und Lakers-Geschäftsführer Markus Bütler, Sportschulkoordinator David Beglinger, Sportwissenschaftlerin Angela Gebert, Sportlehrer und -enthusiast Daniel Alge, Volley-Jona-Präsident Hajo Zwanenburg sowie Fitness-Unternehmer Robin Städler. «Die Mitglieder des Sportrats sind explizit nicht als Vertreter der Vereine, sondern als vielseitig interessierte Sportförderer gewählt», erklärte Sportkoordinator Thomas Zahner.
Da der Sportrat ein Beratungs- und kein Entscheidungsgremium sei, sehe er keine Gefahr, dass einzelne Vereinsinteressen überhand nehmen. Im Gegenteil: Vielmehr sei die Hoffnung und Vorstellung, dass etwa bei der Planung von neuen Sportinfrastrukturen frühzeitig Synergien zwischen verschiedenen Vereinen erkannt werden, so Zahner.
Es ist vorgesehen, dass der Sportrat rund zehnmal pro Jahr tagt. Viermal soll er sich zudem mit einem Sportbeirat austauschen, der noch von ihm zu besetzen ist. «Dort soll es Platz für die Vertreter der verschiedenen Vereine, aber auch für weitere Sportinteressierte haben», so Zahner.
Die Gründung des Sportrats soll der Start zu neuen sportpolitischen Höhenflügen werden. «Mit dem Rat hat der Sport in der Stadt ein Gesicht bekommen», freute sich Mit-Initiant Daniel Alge.
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