57 Staaten planten in Kolumbien die Abkehr von fossilen Energien
An der Konferenz in der kolumbianischen Stadt Santa Marta haben sich Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Staaten über den Ausstieg aus fossilen Energien ausgetauscht. Unter den 57 Ländern befand sich auch die Schweiz. Der Bund zieht eine positive Bilanz.
An der Konferenz in der kolumbianischen Stadt Santa Marta haben sich Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Staaten über den Ausstieg aus fossilen Energien ausgetauscht. Unter den 57 Ländern befand sich auch die Schweiz. Der Bund zieht eine positive Bilanz.
Mit der Teilnahme habe die Schweiz gezeigt, dass sie sich aktiv für die Pariser Klimaziele engagiere, teilte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) am Donnerstag mit. Um diese zu erreichen, sei man bereit, eigene Erfahrungen zu teilen und mit anderen Staaten zusammenzuarbeiten.
Im Zentrum der zweitägigen Konferenz, die von Kolumbien und den Niederlanden ausgerichtet wurde, stand demnach auch nicht die Verhandlung neuer Klimaziele. Vielmehr ging es darum, bei der Umsetzung bestehender Zusagen voranzukommen.
Absicht, Ausstieg, Abbau - aber wie?
Im Mittelpunkt standen der Abbau wirtschaftlicher Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, der Umbau von Angebot und Nachfrage im Energiesektor sowie eine stärkere internationale Zusammenarbeit.
An letzterer, das habe die Konferenz gezeigt, besteht gemäss Bafu ein grosses Interesse. Das Departement spricht im Nachgang von einem «Erfolg»: In vielen Ländern würden konkrete Strategien entwickelt, um aus fossilen Energien auszusteigen. So auch in Staaten wie Kolumbien oder Nigeria, wo starke, wirtschaftliche Abhängigkeiten von fossilen Ressourcen bestehen würden.
Als Ergebnis des Treffens legten die Gastgeber mehrere Arbeitsbereiche fest, in denen Länder künftig enger zusammenarbeiten sollen. Dabei geht es unter anderem um nationale Fahrpläne, Finanzierungsfragen und eine bessere Abstimmung zwischen Produzenten und Verbrauchern fossiler Energien. Zudem wurde ein wissenschaftliches Gremium vorgestellt, das Staaten bei der Planung der Energiewende unterstützen soll.
Ein verbindlicher Rahmen fehlt
Konferenzteilnehmer und Organisationen wie die «Fossil Fuel Treaty Initiative» verwiesen indes darauf, dass ein verbindlicher internationaler Rahmen für den Ausstieg aus fossilen Energien bislang fehlt.
Eine Folgekonferenz ist für 2027 geplant und soll vom pazifischen Inselstaat Tuvalu gemeinsam mit Irland ausgerichtet werden.
Die Konferenz versteht sich als Ergänzung zu den UNO-Klimaverhandlungen und als Reaktion auf schleppende Fortschritte bei globalen Vereinbarungen zum Ausstieg aus fossilen Energien. Kohle, Öl und Gas sind für den Grossteil der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich und gelten als Haupttreiber der Klimakrise.