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Männer sollen vom Angebot der Frauenzentrale profitieren

Männer sollen vom Angebot der Frauenzentrale profitieren

Seit 1997 betreibt die Frauenzentrale Graubünden eine Fachstelle für Beratung von Beruf und Arbeit. Dieses kostengünstige und qualifizierte Angebot wird ausgebaut – auch für Männer.

Nicole
Nett
30.11.21 - 04:30 Uhr
Politik
Beraterin Annetta Simeon im Gespräch mit Irmgard Ritz, Vorstandsfrau der Frauenzentrale Graubünden.
Bild Kanton Graubünden

Im Moment nehmen mehrheitlich Frauen eine Beratung durch die Frauenzentrale Graubünden in Anspruch. Nur selten suchen sich Männer einen Rat. Das soll sich laut dem Kanton Graubünden künftig aber ändern: Dank einer Leistungsvereinbarung mit dem Kanton kann das Beratungsangebot weitergeführt und sogar gestärkt werden. Es geht darum, Fragestellungen im Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht, Besuchsrecht oder Scheidungsfragen nachzugehen. In den Beratungsgesprächen werden Fragen wie «Wie gehe ich vor, wenn ich trotz gleicher Qualifikationen weniger verdiene als mein Arbeitskollege?», «Wie sichere ich meine Altersvorsorge?» oder «Welche Rechte habe ich als schwangere Arbeitnehmerin?» geklärt. 

«Mit ihrem Angebot füllt die Frauenzentrale eine wichtige Lücke.»

Jon Domenic Parolini, Vorsteher des Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartements (EKUD),

Wie Regierungsrat Parolini erklärt, stelle sich durch diese Förderung einen wesentlichen Beitrag zur Gleichstellung von Mann und Frau im Kanton Graubünden dar. Das EKUD unterstützt die Beratungstätigkeit der Frauenzentrale seit 2009 im Rahmen eines Leistungsauftrags. Dieser wurde letztmals im Jahr 2018 für drei Jahre verlängert. Für die erneute Leistungsvereinbarung für die Jahre von 2022 bis 2024 wird das Kostendach von bisher jährlich 125’000 Franken auf 130’000 Franken erhöht. Der Kredit wurde vom Grossen Rat genehmigt. Begründet wurde diese Erhöhung durch eine Ausweitung der Tätigkeit mit der vermehrten Integration von Männern als neue Anspruchsgruppe. Der Wunsch aus männlicher Sicht sei vorhanden, mehr Betreuungspflichten und alternative Rollenmodelle wahrzunehmen. Ziel dahinter ist es, eine Flexibilisierung der Verteidigung von bezahlter und unbezahlter Arbeit einzufordern. Geeignete Massnahmen werden derzeit von der Stabstelle für Chancengleichheit entwickelt und baldmöglichst umgesetzt.

Mehr Ratsuchende während der Coronapandemie

2020 fanden trotz Corona-Einschränkungen etwa gleich viele Beratungsgespräche wie im Vorjahr, nämlich insgesamt 256, statt. Nur 11 der 120 ratsuchenden Personen waren Männer. Gegenüber dem Vorjahr nahmen jedoch die Beratungen in der Altersgruppe zwischen 31 bis 40 Jahren von 16,8 auf 30,8 Prozent markant zu. In diese Alterskategorie fallen viele Menschen mit einer Familie im Hintergrund.

Weitere Informationen zu den Beratungsangeboten sind auf der Webseite der Frauenzentrale Graubünden abrufbar.

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