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In Rapperswil-Jona droht ein Jahrzehnt ohne Freibad

In Rapperswil-Jona droht ein Jahrzehnt ohne Freibad

Die Saison 2022 sei in der Badi Lido die letzte für viele Jahre: Das sagt der städtische Bauchef Christian Leutenegger nach dem überraschenden Nein an der Bürgerversammlung zur Sanierung.

Pascal
Büsser
03.12.21 - 23:30 Uhr
Politik
Ende 2022 sei Schluss: Der städtische Bauchef sieht nach dem Nein der Bürgerversammlung keine Möglichkeit und keinen Auftrag, das Freibad Lido weiterzubetreiben.
BILD ARCHIV

Die Stadträte warfen sich nach dem Entscheid ungläubige Blicke zu. Und bei Vertretern der Ortsparteien hält am Tag danach die Überraschung an. An der Bürgerversammlung von Rapperswil-Jona wurde am Donnerstag ein Planungskredit für die Instandstellung des Freibads Lido abgelehnt. Dies, nachdem im Sommer laut Stadt bei einer elektronischen Umfrage mit 567 Teilnehmenden noch 86 Prozent Ja oder Eher Ja zu einer Sanierung gesagt hatten.

Eine Mehrheit der 249 anwesenden Bürgerinnen und Bürger (1,3 Prozent der Stimmberechtigten) in der Sporthalle Grünfeld sagte hingegen Nein zum Planungskredit von 600 000 Franken. Insgesamt hatte die Stadt ein Kostendach von 7,5 Millionen Franken für die Instandstellung definiert. Das sei zu viel und verhindere für weitere 10 bis 15 Jahre einen grossen Wurf im Lido, argumentierte Joe Kunz in einem engagierten Votum. Und gewann damit im Alleingang eine Mehrheit der versammelten Bürgerschaft – gegen die Empfehlung von Stadtrat und Ortsparteien. An der Versammlung selber gab von den Parteien allerdings einzig die GLP ein Votum zugunsten der Badi-Sanierung ab. Und seitens Stadtrat blieb – nach den einleitenden Erklärungen des Bauchefs – eine Reaktion auf das ablehnende Statement von Kunz aus.

Wie schnell steht ein neues Projekt?

Joe Kunz zeigte sich überzeugt, dass ein neues Freibad – allenfalls mit Hallenbad – in sechs bis acht Jahren zu realisieren sein sollte. Dem widerspricht der städtische Bauchef Christian Leutenegger (parteilos). Er geht von einem Realisierungshorizont von acht bis zehn Jahren aus – im besten Fall. Im Interview mit der «Linth-Zeitung» nach der Bürgerversammlung sagt er zudem, dass er nach dem jüngsten Entscheid – aufgrund des Zustands der Badi Lido – keine Möglichkeit und auch keinen Auftrag sehe, das einzige Freiluft-Schwimmbad in der Stadt nach 2022 weiterzubetreiben. «Ich sehe im Moment keine Lösung und habe auch keinen Plan B», hält Leutenegger fest.

Wie es im Lido nun weitergeht, was Bauchef Christian Leutenegger im Rückblick anders machen würde und wieso es Ortsparteivertreter gibt, die den Entscheid zum Lido begrüssen, lest ihr in der Linth-Zeitung vom Wochenende.

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