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Grüne machen gegen Bündner Olympiapläne mobil

Olympische Winterspiele 2022 in Graubünden würden einen «ökologischen und finanziellen Kater in der Region hinterlassen»: Das haben Vertreter der Bündner Grünen am Donnerstag in Chur klar gemacht.

Südostschweiz
07.02.13 - 12:00 Uhr

Chur. – Mit der Konzentration von Olympischen Winterspielen in den Bergen nehme der Druck auf Landschaft und Natur weiter zu, sagte Anita Mazzetta von der Partei Verda Grünes Graubünden am Donnerstag vor den Medien in Chur. Sie sprach auch als Mitglied des Komitees «Olympiakritisches Graubünden». Weisse Spiele seien das falsche Konzept. Und sie zeigte sich überzeugt davon, dass die geschützten Gebiete im Kanton «bei der Interessenabwägung mit dem internationalen Anlass den Kürzeren ziehen werden».

Defizitgarantie wird abgelehnt

Kritik an den Bündner Olympiaplänen übte auch der grüne Zürcher Nationalrat Bastien Girod. Die Diskrepanz zwischen den lokalen Bedingungen und den Bedürfnissen für olympische Spiele würden im Vergleich zu anderen olympischen Spielen zu höheren Kosten und tieferem wirtschaftlichen Nutzen führen, sagte er. Girod stellte ausserdem in Aussicht, dass die Grünen eine Defizitgarantie des Bundes ablehnen werden.

Weg von einseitigem Massentourismus

Der Davoser Verda-Landrat Rolf Marugg forderte die politischen Entscheidungsträger auf, für den Kanton ein Konjunkturprogramm auf die Beine zu stellen, dass nicht allein auf die Karte Olympia setzt. Man müsse weg von einseitigem Massentourismus und stattdessen auf Biotope und Freiräume setzen, «wo sich Kreativität und Innovation entfalten können». Und: «Statt das Kantonsvermögen für Sicherheitskosten während Olympia zu verpulvern», sollten diese Gelder seiner Meinung nach in die Umsetzung von energiesparenden Gebäudeprogramme fliessen. (mo)

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