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Marmorata-Forelle zum Fisch des Jahres 2024 ernannt

Der Schweizerische Fischerei-Verband hat die Marmorata-Forelle zum Fisch des Jahres 2024 ernannt. Diese Forelle sei Botschafterin der einzigartigen Fischvielfalt der Alpensüdseite, aber bedroht.

Agentur
sda
02.01.24 - 09:40 Uhr
Politik

Der bis zu einem Meter lange Fisch habe seit Jahrtausenden die Gewässer des Puschlavs, des Bergells und des Tessins geprägt, heisst es in einer Mitteilung des Schweizerischen Fischerei-Verbands (SFV) vom Dienstag. Lange habe die Marmorata-Forelle aufgrund ihrer perfekten Tarnung und ihrer Dominanz eine unangefochtene Position in den Gewässern der Südschweiz gehabt.

Nun aber zahle sie den Preis für eine falsche Besatzungspraxis früherer Jahrzehnte und werde in der Fortpflanzung behindert durch nicht fischgängige Kraftwerke. Mit falscher Besatzungspraxis meint der SFV, dass Rheinforellen in die Gewässer gebracht wurden, wo die Marmorata-Forelle heimisch ist. Viele der Marmorata-Forellen seien deshalb nicht mehr genetisch rein.

Opfer in der Zivilisation geworden

Es sei alarmierend, wenn heute kaum noch jemand eine Marmorata-Forelle entdecke, heisst es in der Mitteilung weiter. Geschäftsführer des SFV, David Bittner, bringt es so auf den Punkt: «Das Unheil für die Marmorata liegt einerseits an der unwissentlich falschen Besatzpraxis früherer Jahrzehnte, anderseits an der unterbrochenen Fischwanderung und weiteren grundsätzlichen Problemen des Gewässerschutzes.» 

Für die Rettung der Marmorata-Forelle wird jetzt ein Projekt wie für den fast ausgestorbenen Fisch «Roi du Doubs» im gleichnamigen schweizerisch-französischen Fluss geprüft. Als Vorbild dient das Projekt «MarmoGen» des Fischereiverbands Südtirol. (sda/red)

Tarnkünstlerin und Alpharäuber

Die lange unangefochtene Position verdankt die Marmorata-Forelle ihren Genen und dem entsprechenden Charakter. Das beginnt beim marmorierten «Kleid», das ihr perfekte Tarnung ermöglicht. Lauert sie regungslos auf dem Grund, ist sie kaum zu entdecken, wie der SFV schreibt. Nähern sich Beutefische ihrem Versteck, schnappe sie blitzschnell zu. Die Jungfische begnügen sich mit Insekten und Flusskrebsen. Sobald ihr markantes Maul gross genug ist, kenne die Marmorata kein Halten und fresse alles, was sie kriegen kann. Selbst kleinere Artgenossen seien nicht sicher vor ihr. Kein Wunder thront dieser Alpharäuber – er kann bis über einen Meter lang werden – an der Spitze der Nahrungskette.

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