×

Blaulichtorganisationen neu auch per Echtzeit-Text erreichbar

Notrufnummern von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten in der Schweiz sollen künftig auch schriftlich in Echtzeit via Smartphone erreichbar sein. Der Bundesrat hat zu diesem Zweck mehrere Verordnungen angepasst.

Agentur
sda
06.05.26 - 11:38 Uhr
Politik
Gehörlose Menschen sollen die Notdienste künftig einfacher erreichen können. (Symbolbild)
Gehörlose Menschen sollen die Notdienste künftig einfacher erreichen können. (Symbolbild)
KEYSTONE/GAETAN BALLY

Die Neuregelung ermögliche namentlich Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung den Zugang zu den Notdiensten, teilte die Landesregierung am Mittwoch anlässlich ihrer Sitzung mit.

Echtzeittext ermögliche es, Textnachrichten gleichzeitig während eines Sprachanrufs zu übertragen, hiess es. Auf den neuesten Smartphones sei die Funktion bereits vorhanden, eine spezielle App oder Anmeldung brauche es nicht.

Bevor das Vorhaben umgesetzt werden kann, müssen den Angaben zufolge verschiedene technische und organisatorische Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu zählen beispielsweise die vollständige Digitalisierung der Mobilfunknetze, die Beschaffung der erforderlichen Ausrüstung in den Alarmzentralen und die Schulung des Personals.

Umrüstung notwendig

Im Mobilfunknetz wird die neue Funktion laut dem Bundesrat ab Mitte 2028 zur Verfügung stehen. Damit sie genutzt werden könne, müssten die Zentralen der Notdiensten entsprechend ausgerüstet sein. Wann genau dies der Fall sein wird, blieb zunächst unklar: Der Bund werde in Absprache mit den Notrufzentralen darüber informieren, hiess es.

An seiner Sitzung änderte der Bundesrat zudem weitere Verordnungen. Bei den Anpassungen geht es zum einen darum, dass automatisierte Notrufe von Fahrzeugen neu über modernere Mobilfunktechnologien abgesetzt werden können sollen.

Zum anderen geht es um die Kurznummer 142 der Opferhilfe Schweiz, die seit dem 1. Mai in Betrieb ist. Festgelegt ist in der Verordnung neu unter anderem, dass der Zugang zur Opferhilfe kostenlos sein muss. Telekommunikationsunternehmen dürfen zudem keinerlei Anrufdaten bekanntgeben.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Artikel deaktiviert.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Politik MEHR