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Kanton will keine Coronaprämie ans Gesundheitspersonal ausrichten

Kanton will keine Coronaprämie ans Gesundheitspersonal ausrichten

Via Vorstoss im Grossen Rat hat Renate Rutishauser eine Coronaprämie für die Angestellten der Gesundheitsbranche gefordert. Der Kanton fühlt sich aber nicht zuständig, diese zu entrichten.

Mara
Schlumpf
vor 3 Monaten in
Politik
Grossrätin Renate Rutishauser an der Februarsession des Grossen Rats in Davos.
BILD PHILIPP BAER

An der Aprilsession des Grossen Rats reichte Renate Rutishauser einen politischen Vorstoss ein, in welchem sie eine Coronaprämie für das Bündner Gesundheitspersonal fordert. Die Regierung nahm nun schriftlich zu dieser Forderung Stellung – und lehnt sie ab.

Rutishauser begründet ihr Anliegen wie folgt: «Vor allem dem Einsatz des Gesundheitspersonals haben wir es zu verdanken, dass das Gesundheitswesen bisher nicht zusammengebrochen ist, mit allen dramatischen Folgen für unsere Bevölkerung.» Eine solche Geste behebe den Fachkräftemangel nicht und eine Coronaprämie entbinde auch nicht von weiteren notwendigen Massnahmen. Jedoch sei sie als Dank für die Bewältigung einer aussergewöhnlichen Herausforderung zu verstehen.

Eine Frage der Zuständigkeit

Bereits im Nationalrat war ein solcher Vorstoss eingereicht worden. Der Bundesrat antwortete damals, dass dies nicht in den Aufgabenbereich des Bundes falle, sondern Sache der Institutionen und Kantone sei.

Genau auf dies beruft sich nun auch die Regierung des Kantons Graubünden in ihrer Antwort. So schreibt sie, es sei zu berücksichtigen, dass der Kanton Graubünden nicht Träger der Institutionen des Gesundheitsbereichs sei. In anderen Kantonen sei dies durchaus der Fall. «Folglich obliegt es auch unter diesem Gesichtspunkt den Institutionen und den jeweiligen Trägerschaften, Mehrleistungen des Personals zu vergüten.» 

Einsatz ja, Geld nein?

Zwar schreibt die Regierung, dass sie sich weiter an Orten einsetzen werde, wo der Kanton Einfluss nehmen könne, damit die Berufe im Gesundheitswesen attraktiv blieben. Dem Grossen Rat beantragt die Regierung jedoch, den Auftrag von Grossrätin Rutishauser abzulehnen. (mas)

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