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Stichstrasse Näfels–Mollis: Ein weiterer Schritt gegen «Schleichwege»

Stichstrasse Näfels–Mollis: Ein weiterer Schritt gegen «Schleichwege»

Um möglichen Schleichweg-Benutzern entgegenzuwirken, hat die Regierung des Kantons Glarus nun Massnahmen erarbeitet, die in das Ausführungsprojekt Stichstrasse Näfels–Mollis einfliessen.

Südostschweiz
vor 2 Monaten in
Politik
Die Stichstrasse (rot) und mögliche Schleichwege (blau) sollen mit baulichen Massnahmen und Tempolimits verkehrsberuhigt werden.
KANTON GLARUS / GRUNER / KANTON GLARUS

Anfang 2018 hat der Glarner Regierungsrat das Ausführungsprojekt Stichstrasse Näfels–Mollis genehmigt. Dieses beinhaltet ein Konzept zu flankierenden Massnahmen. Das Ziel dieser Massnahmen ist es, das Ausweichen auf Schleichwege zu minimieren. Die Massnahmen wurden mit Vertretern von Kantonspolizei, Gemeinde und Kanton entwickelt und projektiert.

Die möglichen Schleichrouten lägen in der direkten Fortsetzung der Stichstrasse, schreibt der Kanton Glarus in einer Mitteilung. Das Ausführungsprojekt sehe deshalb vorwiegend flankierende Massnahmen auf diesen Strassenzügen vor. Konkret werde es sich bei diesen Massnahmen um Geschwindigkeitsbegrenzungen, bauliche Massnahmen wie etwa ein Eingangstor (Mittelinsel mit Fussgängerübergang und Bushaltestelle) beim Dorfeingang Mollis Süd und einen Minikreisel im Bereich der Schule handeln. In Näfels werde ausserdem im Werksbereich Tempo 30 mit dem Zusatz Werkverkehr eingeführt. Dies soll mit einer farblichen Gestaltung der Strassenoberfläche kombiniert werden, heisst es. Auf dem Abschnitt Obererlen-, Färbli-, Aserstrasse werde zudem die bestehende Tempo-30-Zone erweitert und umgestaltet.

Diese Massnahmen sollen laut dem Glarner Regierungsrat bis zur Inbetriebnahme der Stichstrasse Näfels–Mollis im Lauf des Jahres 2021 umgesetzt sein. Die Kosten inklusive Landerwerb und Gestaltung der Bushaltestellen werden auf 790'000 Franken veranschlagt.

Weiter sei vorgesehen, für die Umsetzung dieser flankierenden Massnahmen, Land im Umfang von rund 270 Quadratmetern zu erwerben. Mit der Gemeinde Glarus Nord hätten entsprechende Verhandlungen stattgefunden. Weitere Verhandlungen seien bereits abgeschlossen. (mas)

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In Glarus Nord wurden verkehrs- und raumplanerisch in der Vergangenheit merkliche Fehlentscheide getroffen.

Doch den grössten Unsinn hat man mit dem Bau der Stichstrasse geschaffen, welche nicht einfach entlang der Linth (bei Netstal Maschinen) weitergeführt wird.

Nun versucht man in Mollis auf milde, flankierende Massnahmen zu setzen, im grossen Gegensatz will man aber ausserorts die Netstalerstrasse verbreitern und mit der Spange Netstal eine Durchgangsstrasse schaffen. Durch diesen Irrsinn wird das Dorf Mollis dem Durchgangsverkehr geopfert!

Die Lebens- und Wohnqualität wird leiden. Näfels ist schon heute leider das gelebte Beispiel dafür!

Ich hoffe in baldiger Zukunft auf weisere Lösungen! Hoffentlich kommen diese nicht zu spät!

Die gesamte Planung ist einfach ein Trauerspiel. In den Bereichen, in welchen die flankierenden Massnahmen geplant sind, kann heute aufgrund der dörflichen Bausituation schon nicht schneller gefahren werden - die langen geraden Strecken hingegen (vor allem Kanalstrasse ab Kreuzung Bahnhofstrasse) werden völlig ausser Acht gelassen. Täglich zig Dutzende LKW, die aufgrund Platzmangel auf den Gehweg ausweichen und hier passiert einfach nichts.
Zumal wirklich fraglich ist, weshalb flankierenden Massnahmen ergriffen werden, im gleichen Atemzug aber eine Querspange (Netstalerstrasse) gebaut wird, mit dem Ziel, Netsal und Näfels zu entlasten? Da bleibt ja nur die Durchfahrt durch Mollis...

Ich bin von Maienfeld und privat viel im Glarnerland , die Verkehrsplanung in diesem Kanton ist ein Desaster! Es wird gebaut wie die Weltmeister und das mit nur einer Hauptstrasse durch den Kanton. Regelmässig steht man zwischen Näfels und Netstal im Stau. Wer da an der Hauptstrasse wohnt kann einem Leid tun. Schon am frühen Morgen hat extrem viel Verkehr, vom Samstag will ich gar nicht sprechen. Mein Fazit, der Kanton versauft in der Blechlawine und verpasst es seit Jahrzehnten die Dörfer zu entlasten durch eine Umfahrung oder ein Tunnel zu Bauen bis nach Glarus.

Es ist schlicht und einfach illusorisch, Verkehrsteilnehmer mit Mittelinseln oder Minikreiseln vom Befahren von Schleichrouten abzuhalten. Verkehr fliesst wie Wasser und sucht sich denn schnellsten Weg.

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