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Corona-Fall eine halbe Autostunde von Bündner Grenze entfernt

In Italien häufen sich die Corona-Fälle. Unter anderem wurde ein 17-Jähriger im Veltlin positiv auf das Virus getestet - nur rund 25 Kilometer von der Grenze ins Puschlav entfernt.

Südostschweiz
Sonntag, 23. Februar 2020, 12:51 Uhr Im Veltlin

In Italien wurden drei neue Fälle von Coronavirus bestätigt. Darunter ist ein Jugendlicher aus dem Veltlin, der mit Fieber ins Spital in Sondrio eingewiesen wurde, wie «blick.ch» berichtet. Sondrio ist rund 25 Kilometer, also etwa eine halbe Stunde Autofahrt von der Grenze zu Graubünden im Puschlav entfernt.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ergreift trotz der zunehmenden Anzahl an Coronavirus-Erkrankten in Italien bislang keine weiteren Massnahmen wegen des Virus. Die Schweizer Behörden beobachten die Situation in Italien «genau». Das teilte das BAG am Sonntag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Die Situation könne sich jedoch schnell ändern. In Bezug auf die Situation in Italien sagte das BAG, dass es sich um einen lokalen Ausbruch handle, der mit allen Mitteln unter Kontrolle gebracht werden müsse.

Auch SBB noch zurückhaltend

Auch die SBB hat bezüglich des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs aktuell keine Massnahme getroffen. «Wir stehen in engem Kontakt mit dem BAG, welches Empfehlungen abgibt und Massnahmen anordnet», sagte Daniele Pallecchi, Mediensprecher der SBB.

Für den grenzüberschreitenden Schienenverkehr müssten einheitliche Massnahmen gelten, da sich das Streckennetz zahlreicher anderer Transportunternehmen wie jenes der Rhätischen Bahn, der Deutschen Bahn und des Flixbus über die Grenzen erstrecke.

Zur Strategie der Schweiz gehört bisher, dass in der Schweiz wohnhafte Personen, die in Corona-Gebieten waren - insbesondere in China oder auf verschiedenen Kreuzfahrtschiffen auf asiatischen Gewässern - nach ihrer Rückkehr in Quarantäne gesetzt werden.

In der Schweiz ist bis bislang kein Fall einer infizierten Person bekannt. Bisher waren alle 280 Verdachtsfälle negativ. Italien zählt aktuell die meisten Infektionen mit dem Virus SARS-CoV-2 in Europa. Nach den beiden Todesfällen, die am Freitag und Samstag gemeldet wurden, ist die Zahl der Infizierten inzwischen auf mehr als 100 gestiegen. (so/sda)

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Wie will der Bund die zahlreichen Gastarbeiter aus Jtaluen der Bau-und Tourismusbranche kontrollieren, die im unmittelbarem Grenzgebiet wohnen und jeden Tag oder auch wöchentlich in das Engadin pendeln? Nennt man das blauäugigkeit oder im Schlimmsten Fall Kollateralschaden? Lieber die Einkaufstouristen v Samnaun und dem livigno kontrollieren...