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Die Bündner BDP begibt sich auf politische Brautschau

Nach der Wahlschlappe vom Sonntag muss die BDP über ihre Zukunft nachdenken – national und kantonal. Offiziell hält man sich alle Optionen offen. Einiges spricht aber für eine Rückkehr zur FDP.

Olivier
Berger
Donnerstag, 24. Oktober 2019, 04:30 Uhr Politische Zukunft
BDP DV Seewis 2018
Für BDP-Parteipräsident Beno Niggli gibt es für seine Partei nach der Wahlschlappe verschiedene Optionen.
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Die BDP muss sich Gedanken über ihre mittel- und längerfristige Zukunft machen. Als die Bündner Kantonalpartei im Jahr 2008 gegründet wurde, besetzte sie noch je zwei Sitze in der Kantonsregierung und im Nationalrat. Nach dem Wochenende ist davon gerade noch ein Mandat in der Regierung übrig.

Inzwischen habe die BDP-Fraktion im Bündner Grossen Rat eine erste Auslegeordnung gemacht, bestätigte Kantonalparteipräsident Beno Niggli gestern auf Anfrage. Kommende Woche werde auch die Geschäftsleitung der Kantonalpartei zusammenkommen. «Wir analysieren derzeit, wie die Zukunft der BDP Graubünden aussehen soll», sagt Niggli.

Offen in fast alle Richtungen

Eine Möglichkeit für die BDP, das eigene politische Erbe zu retten, wäre eine enge Zusammenarbeit oder sogar das Zusammengehen mit einer anderen Partei. Niggli bestätigte gestern, dass man sich in der BDP auch über dieses Szenario Gedanken macht. Dabei sei man in fast alle Richtungen offen für Gespräche. «Als Partner kommt aber nur eine Partei aus der Mitte des Spektrums infrage», betonte Niggli.

Allerdings ist zumindest in Graubünden ein Schulterschluss mit der CVP – wie er auf nationaler Ebene in Form einer möglichen gemeinsamen Fraktion im Raum steht – politisch wenig wahrscheinlich. Dies in erster Linie aus konfessionellen Gründen: Die BDP ist traditionellerweise protestantisch, die CVP bis heute katholisch geprägt. Ob ein Zusammengehen mit der GLP, die als Teil des Klimabündnisses zum Sitzverlust vom Sonntag beigetragen hat, parteiintern goutiert würde, müsste sich noch weisen..

Gemeinsame Geschichte

Bliebe als möglicher Partner für die BDP noch die FDP. Die zeigt sich «offen für Gespräche», wie Parteipräsident Bruno W. Claus gestern erklärte. «Offiziell kontaktiert hat uns die BDP aber bisher nicht.» Zumindest historisch wäre ein Zusammenschluss von BDP und FDP kein Novum: Die BDP-Vorgängerin Bündner Demokraten hatte sich vor 100 Jahren vom Freisinn abgespalten. Bereits in den Siebzigerjahren gab es Überlegungen für einen Zusammenschluss. Damals allerdings entschieden sich die Demokraten für die neu gegründete SVP.

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