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Grossrat Alig erhielt Drohbriefe

Der Bündner Grosse Rat hat für die Aufklärung der Machenschaften im Bündner Baugewerbe weitere 350'000 Franken gesprochen. Einer, der sich von Beginn weg vehement für die Aufarbeitung eingesetzt hat, erhielt anonyme Drohbriefe.

Philipp
Wyss
Mittwoch, 23. Oktober 2019, 04:30 Uhr Baukartell
Grosser Rat Februar 2018
Grossrat Lorenz Alig erhielt anonyme Drohbriefe.
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Das Baukartell im Engadin beschäftigte neben Betroffenen, Wettbewerbskommission, Untersuchungskommission, Richtern und Medien auch den Grossen Rat erneut. Das Parlament sprach einen Zusatzkredit für die Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) in der Höhe von 350'000 Franken. Mit 113:0 Stimmen war das Geschäft unbestritten. Dies, nachdem im Juni 2018 bereits ein Verpflichtungskredit von 600’000 Franken gesprochen worden war.

Einer, der sich nicht zum ersten Mal deutlich zur vollständigen Aufklärungen der früheren Machenschaften im Bündner Baugewerbe stark machte, war auch am Dienstag Grossrat Lorenz Alig (FDP, Pigniu). Es wäre unglaubwürdig und des Grossen Rates unwürdig, wenn die Aufklärungen nun aus finanziellen Überlegungen nicht vollständig ausgeführt würden, sagte Alig im Rat. Deshalb müssen die zusätzlichen 350'000 Franken gesprochen werden, so Alig weiter.

Drohbriefe erhalten

Bereits während der Diskussion zur Einsetzung einer PUK in der Junisession im vergangenen Jahr setzte sich Alig zur Aufklärung der Machenschaften ein. Nach seinen damaligen Voten habe er Drohbriefe erhalten, so Alig im Rat. Auf Anfrage führte der Grossrat aus, dass es sich um mehrere anonyme und Drohbriefe gehandelt habe. «Die Absender wollten mir wohl klarmachen, dass ich mich nicht weiter zur Aufklärung der Machenschaften einsetzen solle», vermutet Alig. Und: «Dieses Gesindel hat wirklich keine Scham.» Neben den Drohungen haben die Briefe auch Beleidigungen enthalten. So hiess es beispielsweise in einem Brief, dass man Alig den Schnauz «abhauen» werde, so der Grossrat.

Alig schmiss die Briefe weg. Er glaubt, dass sie von Betroffenen kamen. «Wohl von Leuten, die stark in das Kartell verwickelt sind. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Nichtinvolvierte solche Briefe verfassen», sagte Alig. Ihm zeige das aber, dass sein Einsatz richtig war. Und er verspricht, dass er sich in diese Richtung auch weiter einsetzen werde.

Alig: «Armselige Kreaturen»

Angst habe er keine, so Alig. Als langjähriger Kampfsportler müsse aufpassen, wer ihm drohe, so der Grossrat. Das mache man nur einmal. «Und es bewirkt das Gegenteil. Denn es bekräftigt mich, dass ich mich weiterhin für die Aufklärung dieses Skandals einsetzen muss.» Die Verfasser der Drohbriefe bezeichnet Alig als armselige Kreaturen.

Mit Gian Andrea Accola von Radio Südostschweiz spricht Alig über die Drohbriefe und äussert Vermutungen, was es damit auf sich haben könnte:

RADIO SÜDOSTSCHWEIZ

Seit der ersten Sitzung im Juni 2018 haben sich die Mitglieder der PUK zu 46 Sitzungen getroffen und 80 Stunden Befragungen durchgeführt. Den Grossteil der bisher angefallenen Kosten teilen sich auf das eingesetzte Sekretariat sowie Sitzungsgelder und Spesen der PUK-Mitglieder auf.

Präsidiert wird die Kommission vom Engadiner FDP-Grossrat Michael Pfäffli. Mit ihm tätig sind eine Grossrätin sowie drei Grossräte aus den Fraktionen von BDP, CVP, SP und SVP. Es handelt sich um die erste PUK, die in Graubünden eingesetzt wurde.

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Sehr geehrter Her Alig! Zum Glück haben wir noch solche Politiker wie Sie!!!! Machen Sie weiter so. Diese Unternehmer welche es Betrifft, sollen auf keinen Fall Ungeschoren davon kommen. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute. Wenn nötig, verlangen Sie Polizeischutz! Ich arbeitete über 30 Jahre auf dem Bau, ich weis von was ich spreche (schreibe) Vielen Dank Herr Alig! Mit freundlichen Grüssen H.P.Lingenhag