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BDP-Slogan: Bündner sind Befürworter der zweiten Stunde

Die BDP wirbt seit Kurzem mit dem Slogan: «Langweilig, aber gut». Beno Niggli, Präsident der Bündner BDP, fand am Slogan zunächst keinen Gefallen. Inzwischen findet der Prättigauer ihn aber gut.

Philipp
Wyss
Mittwoch, 08. Mai 2019, 04:30 Uhr «Langweilig, aber gut»
Ein BDP-Plakat trägt den neuen, auffallenden Slogan.

Laut einer Umfrage bei Werbern durch das Onlineportal «Watson» kommt der neue BDP-Slogan «Langweilig, aber gut» an. Wir haben beim Präsidenten der Bündner Sektion nachgefragt, was er davon hielt und hält.

«Der Slogan ‹Langweilig, aber gut› war leicht gewöhnungsbedürftig», sagt Beno Niggli auf Anfrage von «suedostschweiz.ch». Der Präsident der BDP Graubünden sagt aber auch, man könne sich daran gewöhnen, vor allem, wenn man die Reaktionen sehe. «Der Slogan wird beachtet, das ist für die BDP wichtig.»

«Graubünden hätte ‹langweilig nicht verwendet»

Der Slogan würde auch ein Problem der Mitteparteien aufzeigen. Die Parteien links und rechts würden einfach Ja oder Nein sagen. Mitteparteien müssten aber immer erklären, warum sie für oder gegen etwas seien. «Das ist oftmals ermüdend und nicht einfach. Denn Politik ist wie sehr vieles in unserer Gesellschaft sehr kompliziert geworden», so Niggli.

Innerhalb der BDP Graubünden hat Niggli keine negativen, aber einige positive Reaktionen gehört. «Für eine Partei, die schweizweit um ihr Überleben kämpft, will der Slogan provozieren und auf die Partei aufmerksam machen.» Fraktionspräsident Gian Michael sass in der nationalen Werbekommission, die den Slogan mit einem Werbebüro erarbeitet hat. Die BDP Graubünden hatte somit Mitspracherecht. Letztlich ist sie laut Niggli aber überstimmt worden. «Die BDP Graubünden hätte das Wort ‹langweilig nicht verwendet.» Der Erfolg gebe aber den Schöpfern recht. «Die BDP Graubünden war keine Befürworterin der ersten, dafür aber eine der zweiten Stunde», sagt Niggli.

#WaffenrechtSchengenJa #langweiligabergut

Gepostet von BDP Schweiz am Donnerstag, 2. Mai 2019

Optimistisch in die Zukunft

Aber wie geht es der BDP Graubünden? Der schweizerische Trend mit dem Ausscheiden aus diversen Kantonsregierungen lasse sich nicht 1:1 auf Graubünden übertragen, ist Niggli überzeugt. Auch wenn der Sitz der abgetretenen Regierungsrätin Barbara Janom Steiner aufgrund des Rückzugs von Andreas Felix wegen des Bauskandals nicht verteidigt werden konnte.

Den nationalen Parlamentswahlen blickt Niggli optimistisch entgegen. Angriffe sieht er nicht wirklich. «Wir haben uns wie die anderen Parteien auch verschiedene Taktiken überlegt. Während andere Parteien mit verschiedene Listen kommen, haben wir uns wiederum für eine BDP- und eine Liste der Jungen BDP entschieden. Diese sind sehr gut. Mit einem Bisherigen, drei Grossräten und einem Kommunalpolitiker sind wir gut aufgestellt», ist Niggli überzeugt.

 

Dass die Bündner BDP nicht langweilig ist, zeigte sich an den turbulenten Regierungs- und Parlamentswahlen im vergangenen Jahr. «Die Partei BDP hat mit dem Baukartell nichts zu tun. Kein Parteigremium war in diese Ereignisse involviert», sagt Niggli. «Zwar gibt es Personen, die mehr oder weniger nah an der Sache waren. So zum Beispiel Andreas Felix, der Präsident des Graubündnerischen Baumeisterverbandes, der für die Regierung kandidierte, sich aber später freiwillig zurückzog», so Niggli. Der Kantonalpräsident betont weiter, dass die BDP mit den Baukartell nichts zu tun habe.
Dennoch hat der Bauskandal die BDP Graubünden gebremst. Felix wurde zog sich zurück und «zeigte damit Grösse, trennte Partei und Beruf». Bei den Grossratswahlen habe die Partei im üblichen Rahmen in einzelnen Regionen verloren, in anderen Sitze gewonnen.

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