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Bündner Baumeisterverband stellt «neue» Regeln auf

Die dunklen Wolken über dem Bündner Baumeisterverband sind noch nicht verflogen. Die Bauskandal beschäftigt die Mitglieder auch ein Jahr nach den heftigsten Schlagzeilen. Dies zeigte sich an der Generalversammlung vom Freitag.

Freitag, 26. April 2019, 12:00 Uhr Nach Bauskandal
Baukartell
Einblick in den Graubündner Baumeisterverband: Die Mitglieder haben am Freitag neue Verhaltensregeln präsentiert.
SYMBOLBILD MARCO HARTMANN

Untersuchungen der Eidgenössischen Wettbewerbskommission, unzählige Debatten und die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission PUK – die illegalen Preisabsprachen im Münstertal und im Engadin in den Jahren 2004 bis 2012 beschäftigen nicht nur unzählige Dienststellen immer noch, sondern auch den Graubündner Baumeisterverband.

An der Generalversammlung wurde nicht nur Maurizio Pirola zum neuen Präsidenten gewählt, sondern auch der Bauskandal nochmals thematisiert. Der St. Moritzer Pirola folgt auf den Davoser Markus Derungs, der wegen Amtszeitbeschränkung aus dem Amt scheidet. Der abtretende Präsident kam in seiner Begrüssungsrede selbstredend auch auf die illegalen Preisabsprachen zu sprechen, welche vor einem Jahr schweizweit für Schlagzeilen gesorgt hatten und dem Geschäfstführer, Andreas Felix, die Regierungsratskandidatur gekostet hatte.

«Im Jahr 2018 haben die Ergebnisse der wettbewerbsrechtlichen Untersuchungen im Engadin den GBV stark geprägt. Diese hatten Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Vorstandes, beanspruchten in der Bewältigung der Ereignisse personelle Ressourcen und strapazierten mit den Weko-Verfahrenskosten und den notwendigen Rechtsberatungen unsere Finanzen», erklärte Derungs vor den Mitgliedern. Mit der Einstellung des Verfahrens sei der Fall für den GBV nun abgeschlossen.

Ganz vom Tisch ist das Thema aber dennoch nicht. Die Mitglieder haben konkrete Verhaltensregeln für die Zukunft verabschiedet. Bei Kontakten zu Mitbewerbern und Geschäftspartnern dürfe man NICHT über folgende Themen sprechen:

  • Ausschreibungen, Preise, Rabatte, Kosten
  • eigene Marktübersichten und künftiges Verhalten
  • andere vertrauliche interne Betriebsinformationen

Ausserdem will der Verband seine Kommunikation künftig verstärken, um die Leistungen, welche der Verband für die Mitglieder und die Baubranche erbringe, sichtbarer zu machen.

Die Ereignisse rund um die illegalen Preisabsprachen im Münstertal und im Engadin werden die Branche und die Bündner Politik noch länger begleiten. Unter anderem steht noch ein Bericht der eigens dafür eingesetzten Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) aus. Diese wurde vergangenen Sommer vom Kantonsparlament eingesetzt - eine Premiere in der Geschichte von Graubünden.

Die wichtigsten Ereignisse rund um den Bauskandal auf einen Blick:

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