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Grosse Enttäuschung bei den Bergbahnen Grüsch-Danusa

Die Bergbahnen Grüsch-Danusa arbeiten seit vielen Jahren an einer Skigebietserweiterung. Diese kann nun aufgrund der Abstimmung an der Gemeindeversammlung von Furna nicht weiterverfolgt werden. Eine deutliche Ablehnung, die für den Verwaltungsrats-Präsidenten nur schwer verdaulich ist.

Südostschweiz
Donnerstag, 07. März 2019, 12:40 Uhr Verwaltungsratspräsident spricht
Aus der Traum der Skigebietserweiterung. Nach 10 Jahren Arbeit sagt Furna deutlich «Nein».
PHILIPP BAER

Mit Hans-Peter Lötscher, Verwaltungsrats-Präsident der Bergbahnen Grüsch-Danusa, sprach Radio Südostschweiz.

Wie haben sie den Entscheid aufgenommen?

Es war ein Schock für uns, weil wir damit nicht rechnen konnten. Das Projekt hat eine Vorgeschichte von zehn Jahren und es sind bereits viele Prozesse und positive Reaktionen und Entscheide abgelaufen. Die Gemeinde hat sich bereits an vielen Kosten beteiligt. Jetzt ist es beim letzten Hauptprozess – der Einzonung der Wintersportzone – gescheitert, was sehr schwer verdaulich ist.

Warum denken Sie, ist das Projekt gescheitert? Hat es etwas mit den Umweltverbänden zu tun?

Ich denke nicht, weil das Projekt gut aufgegleist wurde und auch von den Umweltschutzorganisationen attestiert wurde, dass man das Projekt nicht besser umsetzen könnte. Sogar das Bundesamt für Umwelt stellte dies so fest. Den Entscheid an der Urne finde ich seltsam, weil sich beispielsweise fünf Befürworter in der Gemeindeversammlung dafür aussprachen und sich niemand gegen das Projekt stellte. Die Abstimmung zeigt jetzt ein komplett anderes Resultat.

Wie wichtig wäre diese Erweiterung für die Bergbahnen Grüsch-Danusa gewesen?

Es wäre existenziell sehr wichtig gewesen, weil es ein Schritt nach vorne gewesen wäre. Jetzt müssen wir andere Lösungen und vielleicht auch andere Projekte ausarbeiten. Zurzeit ist es noch etwas früh, Aussagen darüber zu machen, weil der Verwaltungsrat den Entscheid zuerst einordnen muss.

Gibt es überhaupt andere Möglichkeiten?

Für eine Skigebietserweiterung gibt es aufgrund der Moorlandschaft nur diese eine Möglichkeit. In der Moorlandschaft hätten wir kein einziges Biotop berührt und daher verstehen wir nicht, weshalb das ein Problem ist.

Wie gross ist der Verlust?

Das kann sich niemand vorstellen. Wir haben über zehn Jahre in dieses Projekt investiert und viel mit der Gemeinde Furna und der Region Prättigau Davos zusammengearbeitet. Jetzt ist alles vom Tisch und somit haben wir bestimmt über eine halbe Million ausgegeben. Die ganze Arbeit, die hinter dem Projekt steht, darf man gar nicht dazu rechnen.

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Ständig wird darüber diskutiert ob Erweiterung und Neubau von Skigebiet sinnvoll sind. Davon abgesehen, dass es unumstritten ist, dass Skigebiete in niederen bis mittleren Höhenlagen existenzielle Probleme haben werden, stellen solche Projekte nur Umverteilungen dar. In sofern ein guter Entscheid der Stimmbürger von Furna. Es muss auch endlich verstanden werden das Natur vorrangig dem Profit einzelner ist.